Tourismus mit Zukunft: Wenn gute Erlebnisse mehr brauchen als einen schönen Ort

Beim Tourismusgipfel im LEGOLAND Deutschlandresort ging es um große Themen – und um die Frage, wie Bayern und Deutschland als Reiseland auch in Zukunft attraktiv bleiben.

Ein Freizeitpark. Strahlende Kinderaugen. Familien, die gemeinsam Erinnerungen sammeln. Und mittendrin eine politische Diskussion über Straßen, Schienen, Arbeitszeiten und Bürokratie. Auf den ersten Blick klingt das vielleicht nach ziemlich unterschiedlichen Themen. Tatsächlich hängen sie enger zusammen, als man denkt. Denn Tourismus beginnt nicht erst am Eingang eines Freizeitparks, eines Hotels oder einer Sehenswürdigkeit. Er beginnt schon auf dem Weg dorthin. Und er funktioniert nur, wenn viele Zahnräder ineinandergreifen. Beim Tourismusgipfel im LEGOLAND Deutschlandresort wurde deshalb über genau diese Zukunft gesprochen. Im Mittelpunkt standen die Rahmenbedingungen, die Tourismusbetriebe brauchen, um auch morgen attraktive Angebote schaffen zu können.

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Beim Austausch im LEGOLAND Deutschlandresort ging es um die Zukunft des TourismusBild: Nina Königs
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Dr. Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für die Maritime Wirtschaft und Tourismus, machte bei seinem Besuch deutlich: Eine starke Tourismusregion braucht eine starke Infrastruktur. Bahnstrecken, Autobahnen und Straßen seien entscheidend dafür, dass Menschen ihre Reiseziele überhaupt gut erreichen können.

Gerade für Bayern mit seinen Bergen, Seen, Städten und zahlreichen Freizeitangeboten ist das ein zentraler Punkt. Denn was bringt das schönste Ausflugsziel, wenn die Anreise zur Geduldsprobe wird?

Die Bundesregierung will deshalb künftig stärker in die Infrastruktur investieren und Planungs- und Bauprozesse beschleunigen. Die Botschaft: Tourismus soll nicht an langen Wegen und langwierigen Verfahren ausgebremst werden.

Dr. Christoph Ploß betonte dabei, dass sowohl die Schiene als auch die Straße eine wichtige Rolle spielen. Denn gerade für Freizeitparks wie das LEGOLAND Deutschlandresort ist eine gute Erreichbarkeit ein entscheidender Faktor.

Mehr Zeit für das, was wirklich zählt

Ein weiteres Thema, das viele Betriebe beschäftigt, ist die Bürokratie. Ob großer Freizeitpark, kleiner Gasthof oder mittelständisches Unternehmen: Zeit, die in komplizierte Dokumentationspflichten fließt, fehlt am Ende dort, wo sie eigentlich gebraucht wird – im täglichen Betrieb und bei den Gästen.

Im Rahmen eines Praxischecks sollen deshalb konkrete bürokratische Hürden abgebaut werden. Ein Beispiel, das Dr. Christoph Ploß nannte: Liefernachweise könnten künftig digital per Smartphone archiviert werden, anstatt umfangreiche Papierdokumentationen zu führen.

Das klingt nach einem kleinen Schritt. Für Unternehmen, die täglich mit zahlreichen Vorgaben arbeiten müssen, kann genau das jedoch einen spürbaren Unterschied machen.

Das Ziel: In den kommenden Jahren soll ein erheblicher Teil der Dokumentations- und Berichtspflichten im Tourismus entfallen. Mehr Vertrauen, weniger Papierkram – und mehr Zeit für das eigentliche Unternehmertum.

Flexibilität für eine Branche, die nie nach Plan läuft

Auch die Arbeitszeit war ein wichtiges Thema des Gipfels. Tourismus und Freizeitwirtschaft funktionieren schließlich nicht immer im klassischen Büro-Rhythmus. Ein großes Event, eine Ferienzeit oder ein besonders besucherstarker Tag kann ganz andere Anforderungen mit sich bringen als ein ruhiger Wochentag.

Eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit könnte hier neue Möglichkeiten schaffen. Die Idee: An besonders intensiven Tagen kann mehr gearbeitet werden, wenn dafür an anderer Stelle ein Ausgleich möglich ist.

Für Freizeitparks und andere Tourismusbetriebe könnte das mehr Planungsspielraum bedeuten. Für Mitarbeitende wiederum mehr Flexibilität im Alltag.

Auch die Bedeutung der Minijobs wurde ausdrücklich hervorgehoben. Gerade in der Freizeitwirtschaft, aber auch in vielen kleineren touristischen Betrieben, sind sie ein wichtiger Bestandteil der Beschäftigungsstruktur.

Freizeitparks sind mehr als Attraktionen

Dass der Tourismusgipfel im LEGOLAND Deutschlandresort stattfand, war dabei mehr als eine schöne Kulisse.

Jürgen Gevers, Geschäftsführer des Verbands der Freizeitparks und Freizeitunternehmen in Deutschland (VDFU), betonte die besondere Bedeutung der Freizeitwirtschaft für den Tourismus. Freizeitparks seien nicht nur attraktive Ausflugsziele, sondern auch wichtige Arbeitgeber, regionale Wirtschaftsmotoren und gesellschaftliche Treffpunkte.

Sie bringen Besucherinnen und Besucher in Regionen, schaffen Arbeitsplätze und sorgen für Wertschöpfung weit über die Parkgrenzen hinaus. Davon profitieren auch Zulieferer, Gastronomie, Hotellerie und viele weitere Betriebe.

Gleichzeitig sind Freizeitparks Orte, an denen Menschen zusammenkommen. Familien verbringen hier gemeinsame Zeit, Freunde erleben Abenteuer und viele Besucher kehren Jahre später mit ihren eigenen Kindern zurück.

Gerade in einer Zeit, in der vieles digital, schnell und individuell geworden ist, schaffen sie Orte für gemeinsame Erlebnisse.

Gemeinsam für den Tourismus von morgen

Am Austausch im LEGOLAND Deutschlandresort nahmen neben Dr. Christoph Ploß und Jürgen Gevers auch Michael Kießling, Mitglied des Deutschen Bundestages und tourismuspolitischer Sprecher, sowie Hans Reichhart, Landrat des Landkreises Günzburg, und Michael Jahn, Oberbürgermeister der Stadt Günzburg, teil.

Der Austausch machte deutlich, dass die Zukunft des Tourismus nicht an einem einzelnen Thema hängt. Es geht um Infrastruktur, Arbeitskräfte, Bürokratieabbau und politische Rahmenbedingungen.

Vor allem aber geht es um Zusammenarbeit.

Bund, Länder, Kommunen und die Tourismuswirtschaft müssen an einem Strang ziehen, damit aus politischen Vorhaben auch konkrete Verbesserungen für die Praxis werden.

Und während im LEGOLAND nebenan die nächste Achterbahn ihre Runden dreht, wurde beim Austausch über die Weichen für die Zukunft gesprochen.

Vielleicht ist das sogar ein passendes Bild: Tourismus braucht Bewegung. Er braucht Mut zu neuen Ideen, gute Rahmenbedingungen und Menschen, die gemeinsam dafür sorgen, dass es weitergeht.

Denn am Ende geht es bei all den politischen Themen um etwas sehr Einfaches: darum, dass Menschen auch in Zukunft gerne unterwegs sind, neue Orte entdecken und gemeinsam besondere Momente erleben können.

Und genau dafür braucht es nicht nur schöne Reiseziele – sondern auch die richtigen Rahmenbedingungen.