UNO warnt vor neuen Epidemien durch mangelnde Impfung bei Kindern

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Impfung eines Kindes in IndonesienBild: AFP/Archiv / CHAIDEER MAHYUDDIN

Die Vereinten Nationen haben trotz zuletzt leicht gestiegener Impfraten bei Kindern weltweit vor neuen Epidemien gewarnt. Im vergangenen Jahr erhielten 90 Prozent der Kinder und damit fast 116 Millionen Kinder mindestens eine Dosis eines Impfstoffs gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Mittwoch mitteilten. 85 Prozent hätten mit drei Impfdosen eine vollständige Immunisierung gegen die drei Krankheiten erhalten.

Damit stiegen die jeweiligen Impfraten um einen Prozentpunkt gegenüber 2024 und um vier Punkte gegenüber 2021. Sie lagen allerdings einen Prozentpunkt unter dem Niveau von 2019. Im Zuge der Corona-Pandemie war es zu Beeinträchtigungen bei Impfprogrammen gekommen.

Rund 13,5 Millionen Kinder weltweit erhielten den Angaben zufolge im Jahr 2025 in ihrem ersten Lebensjahr keine einzige Impfung. Dies waren 750.000 weniger als im Jahr zuvor und etwa eine Million weniger als 2023.

Die UN-Organisationen warnten zudem vor einer steigenden Zahl von Kindern vor allem in den ärmsten Ländern, die nicht die nötige Zahl an Impfungen für einen vollständigen Schutz gegen eine Krankheit erhielten. 84 Prozent der Kinder erhalten den Angaben zufolge zwar eine erste Impfung gegen Masern, aber nur 77 Prozent eine zweite. Experten zufolge ist eine Impfquote von 95 Prozent in der Gesellschaft nötig, um die Ausbreitung der äußerst ansteckenden Krankheit zu verhindern.

Die Masernimpfquote hänge von mehreren Faktoren ab, aber "wir gehen davon aus, dass sie in bestimmten Zusammenhängen eindeutig mit Falschinformationen zusammenhängt", sagte Kate O'Brien, Direktorin der Abteilung für Impfprogramme der WHO. Dies sei "sehr besorgniserregend". 57 Länder hätten im vergangenen Jahr 2025 größere Masernausbrüche gemeldet.

Die Welt habe 2025 "eine beispiellose Zahl von Epidemien" erlebt, sagte O'Brien und verwies unter neben den Masern auf Diphtherie- und Choleraausbrüche. Dies sei auch eine Folge von Kürzungen der internationalen Hilfe unter anderem der USA.