Was ist die THG-Quote? Wie Elektroautos Geld einbringen

Im Jahr 2026 sollen für Elektroauto-Besitzer über 200 Euro drin sein

Die THG-Quote gehört seit einigen Jahren zu den Mechanismen, mit denen der Verkehrssektor klimafreundlicher werden soll. Für Elektroautofahrer eröffnet sich dadurch die Möglichkeit, für die eingesparten Emissionen eine Prämie zu erhalten. Aber wie funktioniert das Ganze genau?

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Bild: stock.adobe
Was hinter der THG-Quote steckt
Die THG-Quote, ausgeschrieben Treibhausgasminderungsquote, existiert in Deutschland seit 2015 und verpflichtet Mineralölunternehmen dazu, ihren CO₂-Ausstoß schrittweise zu verringern. Um einen Teil dieser Vorgaben zu erfüllen, können sie Zertifikate erwerben, die eingesparte Emissionen an anderer Stelle abbilden. Eine solche Einsparung entsteht rechnerisch auch beim Betrieb eines Elektroautos, dessen CO₂-Vorteil gebündelt und gehandelt werden kann.

Warum Elektrofahrzeuge von der Quote profitieren
Elektroautos verursachen im Betrieb deutlich weniger direkte Emissionen als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Dieser Vorteil wird im Rahmen der THG-Quote rechnerisch erfasst und als eingesparte Menge an CO₂ bewertet. Für Halter eines Elektrofahrzeugs bedeutet das, dass der klimafreundlichere Betrieb des eigenen Autos einen handelbaren Wert besitzt. 

Dieser wird über spezialisierte Anbieter (z. B. EON, Check24, EnBW) gebündelt und weiterverkauft, sodass eine jährliche Prämie ausgezahlt werden kann.

Wie die THG-Prämie entsteht
Die Höhe der Prämie ergibt sich aus einem Zusammenspiel von festgelegten Berechnungsgrundlagen und den aktuellen Marktbedingungen. Für jedes Elektrofahrzeug wird ein pauschaler Stromverbrauch pro Jahr angenommen, der als Basis für die ermittelten CO₂-Einsparungen dient – aktuell wird von 2000 kWh Ladestrom im Jahr ausgegangen. Gleichzeitig fließt der durchschnittliche Emissionswert des deutschen Strommix in die Berechnung ein.

Aus diesen Faktoren wird eine Menge an theoretisch vermiedenen Treibhausgasen abgeleitet, die als Zertifikat handelbar ist. Der tatsächliche Auszahlungsbetrag entsteht jedoch erst am Markt, da Angebot und Nachfrage darüber entscheiden, welchen Preis quotenpflichtige Unternehmen bereit sind zu zahlen. Dadurch können die Prämien von Jahr zu Jahr schwanken. Die Anbieter geben für 2026 deutlich höhere Prämien als bisher an – die aktuell höchste Garantieprämie liegt etwa bei 235 Euro, während in den letzten Jahren beispielsweise eher zwischen 80 und 140 Euro drin waren. Ein Grund liegt darin, dass die gesetzliche THG-Quote jährlich ansteigt – genauer gesagt etwa von 10,6% (2025) auf 11,3% (2026) bis zu 25,1% (2030).

Wie die Beantragung abläuft
Um die THG-Prämie zu erhalten, wird eine Kopie der Zulassungsbescheinigung Teil I bei einem entsprechenden Anbieter hochgeladen, sodass das Fahrzeug eindeutig zugeordnet werden kann. Anschließend prüft der Anbieter die Angaben und reicht die Zertifikate gesammelt beim Umweltbundesamt ein. Nach der Bestätigung wird die Prämie ausgezahlt. Je nach Modell erfolgt dies entweder erst nach der Zertifizierung oder bereits vorab als Sofortzahlung. Wichtig ist die gesetzliche Frist: Anträge sind jeweils nur bis zum 15. November des laufenden Quotenjahres möglich.

Welche Auszahlungsmodelle es gibt
Am häufigsten ist die Garantieprämie, bei der ein fester Betrag zugesichert wird, unabhängig davon, wie sich der Markt später entwickelt. Zusätzlich existieren Sofortprämien, die meist innerhalb weniger Tage ausgezahlt werden und etwas niedriger ausfallen. Daneben bieten einige Vermittler flexible Modelle an, bei denen die Höhe der Auszahlung von den tatsächlichen Erlösen im Quotengeschäft abhängt. Diese Varianten können im besten Fall mehr einbringen, tragen aber auch das Risiko geringerer Beträge. Wird das elektrische Fahrzeug privat genutzt, gilt die Auszahlung nach derzeitigen Regelungen übrigens als steuerfrei. Anders verhält es sich bei Fahrzeugen, die zum Betriebsvermögen gehören: Hier wird die Prämie als Einnahme behandelt und entsprechend in die reguläre Gewinnermittlung einbezogen.

Worauf bei der Anbieterwahl zu achten ist
Ein Blick in die Vertragsbedingungen der mittlerweile zahlreichen THG-Vermittler hilft, unerwünschte Bindungen zu vermeiden – denn einige Anbieter arbeiten mit mehrjährigen Laufzeiten oder automatischen Verlängerungen. Auch die Frage, wie transparent Gebühren oder Auszahlungskonditionen kommuniziert werden, spielt eine wichtige Rolle. Seriosität lässt sich zudem an einer gepflegten Internetpräsenz, klaren Informationen zum Ablauf und nachvollziehbaren Nutzerbewertungen erkennen.

Welche Fahrzeuge antragsberechtigt sind
Die THG-Prämie richtet sich an Halter von rein batterieelektrischen Fahrzeugen. Neben Pkw zählen dazu auch zulassungspflichtige Elektromotorräder und bestimmte Nutzfahrzeuge, sofern eine entsprechende Fahrzeugklasse vorliegt. 

Nicht prämienberechtigt sind Fahrzeuge, die zwar elektrisch fahren können, aber weiterhin auf fossile Kraftstoffe angewiesen sind. Dazu gehören Plug-in-Hybride ebenso wie elektrisch unterstützte Kleinkrafträder ohne Zulassungspflicht.

FAZIT:
Die THG (Treibhausgasminderungsquote)-Quote ist ein deutsches Klimaschutzinstrument, das Mineralölunternehmen verpflichtet, ihre CO₂-Emissionen zu senken – etwa durch den Einsatz von Biokraftstoffen oder die Förderung von E-Mobilität. Besitzer von Elektroautos können ihre eingesparten Emissionen als THG-Zertifikate verkaufen und so jährlich eine Prämie erhalten. 2026 steigt die Quote von 10,6% auf 11,3%, im Jahr 2030 soll sie dann 25,1 % erreichen. |Text: Vera Mergle