WHO-Staaten kommen bei Verhandlungen über Pandemie-Abkommen kaum voran
Im Fall einer neuen Pandemie ist der Umgang mit den Erregern und der Zugang zu Tests und Impfstoffen weiterhin ungeregelt: Die Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation WHO konnten sich in einer siebten Verhandlungsrunde nicht auf die noch offenen Punkte eines bereits 2025 verabschiedeten Pandemie-Abkommens einigen. Es seien "weitere Gespräche nötig", um schneller und effizienter auf Pandemien reagieren zu können, teilte die WHO am Montag in Genf mit.
Reiche Länder und Entwicklungsländer streiten seit Jahren darüber, wie wissenschaftliche Informationen über Erreger möglichst schnell geteilt werden. Letztlich geht es dabei um die lukrative Herstellung von Tests, Impfstoffen und Medikamenten.
"Die Aufgabe ist entscheidend und dringlich. Die nächste Pandemie wird nicht warten, wir sollten es auch nicht", mahnte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.
Die rund 190 Mitgliedstaaten der WHO hatten nach der Corona-Krise ein internationales Pandemie-Abkommen ausgehandelt, um besser für künftige Pandemien gewappnet zu sein. Dieses wurde im Mai 2025 beschlossen, wobei entscheidende Details jedoch offen blieben.
Konkret geht es um einen Mechanismus mit der Abkürzung PABS (Pathogen Access and Benefit-Sharing). Dieser sieht vor, dass Labore wichtige Daten zu neuen Erregern erhalten und der WHO im Gegenzug Zugang zu ihren Tests, Impfstoffen und Medikamenten gewähren. Das Pandemie-Abkommen kann erst ratifiziert werden, wenn der PABS-Mechanismus ausgehandelt ist. Eine weitere Verhandlungsrunde ist für September geplant.
© 2026 AFP




