Alternativen zur Zigarette: E-Zigarette, Shisha oder Heat-Stick?

Darum sind Zigaretten so schädlich

Auf jeder Packung Zigaretten ein anderer Spruch: „Rauchen kann tödlich sein!“. „Rauchen gefährdet das Leben Ihrer Mitmenschen!“. „Rauchen schädigt Ihre Lunge!“ Damit ist sicher: Rauchen kann keinen Spaß mehr machen. Darum haben sich wieder viele vorgenommen, das Rauchen aufzugeben. Wer es nicht schafft, sucht oftmals nach einer Alternative. Womöglich auch nach einer etwas weniger schädlichen Alternative. Der Zigaretten-Markt ist da sehr vielfältig – von E wie E-Zigarette bis S wie Shisha ist einiges dabei. Was ist was? Und was ist weniger schädlich? Ein Überblick.

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Eine Zigarette am Tag ist nicht so schlimm – das denken sich viele Raucher. Ob das wirklich so stimmt, hat sich ein britisches Forscherteam von einer Londoner Universität gefragt. Die Wissenschaftler werteten dazu mehr als 140 Studien aus. Und das über einen Zeitraum von knapp 70 Jahren. Das Ergebnis: Eine Zigarette am Tag erhöht das Risiko für eine koronare Herzkrankheit oder einen Schlaganfall in einem Maß, das über dem liegt, was die Wissenschaftler erwartet hatten. Vor allem Frauen schädigt eine Zigarette am Tag – ihr Risiko an einer Herzerkrankung steigt um 57 Prozent beziehungsweise 31 Prozent einen Schlaganfall zu erleiden. 

Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit sterben jedes Jahr bis zu 150.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Experten nennen noch andere Zahlen: Rauchen verursacht 90 Prozent aller Lungenkrebserkrankungen, 73 Prozent der chronischen Lungenerkrankungen, 65 Prozent der Hals/Rachen/Mund-Krebsfälle und jede dritte Herzerkrankung. Zum Aufhören ist es nie zu spät. Wie Forscher vom Deutschen Krebsforschungszentrum berichten, sinkt das Risiko einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden auch noch bei über 60-jährigen Ex-Rauchern innerhalb weniger Jahre erheblich.  

E-Zigarette

Die bekannten E-Zigaretten bestehen aus einem Gemisch an verschiedensten Stoffen: Propylenglykol, Glyzerin, Aromen und Nikotin. Diese Flüssigkeit wird in der E-Zigarette verdampft. „Eine weniger schädliche Alternative“ – sind sich die Experten einig. Aber auf keinen Fall unbedenklich. Nikotin macht süchtig, fördert die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Diabetes und ist krebserregend. Daher gibt es auch Liquids, die kein Nikotin enthalten. Die Aromen selbst fallen unter das Lebensmittelgesetz, können aber Allergien auslösen. Und das Inhalieren des Dampfes ist ebenfalls nicht gesund.  

Heat-Stick

Die neueste Alternative nennt sich Heat-Stick. Statt einer Flüssigkeit wird in den Geräten echter Tabak erhitzt – auf ca. 300 Grad. Erhitzen ist nicht gleich Verbrennen wie es bei der normalen Zigarette der Fall ist. Das bekannteste Produkt ist wohl IQOS von Philip Morris: Laut Hersteller verringert sich durch das Erhitzen die Konzentration schädlicher Substanzen um bis zu 90 Prozent. Experten sehen das jedoch kritisch. Unabhängige Untersuchungen gibt es nämlich noch nicht. Und wie die E-Zigarette beinhalten die Heat-Sticks Nikotin – Sucht- und Krankheistauslöser. 

Light-Zigarette

Die so genannte Light-Zigarette ist wohl eine der ältesten Alternativen. Als durch wissenschaftliche Studien und Forschung bekannt wurde, dass das Rauchen und die Entstehung von Krebs zusammenhängen, entstand die Light-Variante - im Sinne von weniger Teer und weniger Nikotin. Klingt erst mal gesünder – ist es aber nicht. Durch die „leichtere“ Zusammensetzung lässt sich der Rauch nämlich einfacher inhalieren. Die Folge: Die Schadstoffe können tiefer inhaliert werden. Das Risiko zu erkranken und süchtig zu werden steigt.   

Shisha

Die arabische Wasserpfeife, auch Shisha genannt, gibt es schon länger. Hier wird ein bestimmter Tabak verwendet: Er ist feucht und besteht aus einer Mischung von Rohtabak, Melasse und Glycerin. Oftmals wird er mit verschiedensten Aromen verfeinert, damit er eine bestimmte Geschmacksrichtung bekommt. Im Vergleich zu einer normalen Zigarette ist der Rauch, der eingeatmet wird, deutlich kühler. Trotzdem ist auch das Shisha-Rauchen keine gesündere Alternative: Suchtpotenzial und Erkrankungen des Herz-Kreislaufes sind auch hier gesundheitsschädliche Folgen.     

Schnupftabak

Der in Bayern altbekannte Schnupftabak ist eine weniger riskante Zigaretten-Alternative. Schnupftabak ist ein fein gemahlener Tabak, der auch aus einer Mischung mehrerer Tabak-Sorten bestehen kann. Er wird über den Handrücken oder die Fingerspitzen langsam in die Nasenlöcher eingezogen und entfaltet seine Wirkung über die vorderen Schleimhäute. Im Gegensatz zum Rauchen gibt es beim so genannten „Schnupfen“ keine giftigen Verbrennungsprodukte wie beispielsweise Teer oder Blausäure. Doch auch der Schnupftabak beinhaltet Nikotin: Und das kann – egal ob es geraucht oder geschnupft wird – abhängig machen. | Text: Franziska Niebert