Verbraucherzentrale fordert von Paypal nach Zahlungsstopp "Aufklärung"

Nach gestoppten Zahlungen infolge eines mutmaßlichen Ausfalls von Sicherheitssystemen bei Paypal hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) Aufklärung von dem US-Zahlungsdienstleister gefordert. "Der Zahlungsdienstleister muss seine Kundinnen und Kunden schnell aufklären, anstatt sie mit falschen Aussagen zur Kontodeckung zu verunsichern", erklärte vzbv-Vorständin Ramona Pop. Die Vorgänge offenbarten "einmal mehr mehr die Abhängigkeit von US-Zahlungsdienstleistern. Hier braucht es mehr europäische Alternativen auf dem Markt."

Laut "Süddeutscher Zeitung" hatten mehrere deutsche Banken am Montag Paypal-Zahlungen in Milliardenhöhe blockiert, nachdem bei dem Zahlungsdienstleister mutmaßlich Sicherheitssysteme ausgefallen waren, die eigentlich betrügerische Zahlungen herausfiltern sollen. "Gleichzeitig sorgen E-Mails von Paypal an Nutzer:innen für Verunsicherung, wonach ihr Konto unzureichend gedeckt sei und Bearbeitungsgebühren angekündigt werden", erklärte die Verbraucherzentrale.

"Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher keine Schuld an einer gescheiterten Zahlung haben, dürfen ihnen keine Bearbeitungsgebühren auferlegt werden", fuhr Popp fort. "Sollte Paypal unberechtigte Bearbeitungsgebühren verlangen, wird die Verbraucherzentrale den Klageweg prüfen."

Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums sagte am Freitag in Berlin, der Vorfall zeige, wie wichtig die Resilienz des europäischen Zahlungsverkehrs sei. Dazu könnten Dienstleistungen "made in Europe" beitragen.

Ein europäisches Zahlungssystem ist etwa der von europäischen Banken gemeinsam eingeführte Bezahldienst Wero. Mit dem Dienst können Nutzerinnen und Nutzer schnell Geld von einem Bankkonto auf ein anderes transferieren. Um Geld etwa an Freunde oder Familie zu schicken, ist eine mit dem Bankkonto verknüpfte Telefonnummer oder ein per App generierter QR-Code nötig. Weitere Funktionen etwa zum Bezahlen in Geschäften und beim Online-Shopping sind geplant.