Das ist bei einer Zweitwohnsitzanmeldung zu beachten

Zweitwohnsitz - Vor- und Nachteile

Ein Zweitwohnsitz kann in den verschiedensten Lebensaltern und -situationen notwendig werden: Ob während des Studiums in einer anderen Stadt, aufgrund eines weit vom Hauptwohnsitz entfernten Arbeitsplatzes oder auch schlichtweg wegen einer Ferienwohnung, die nur zur Urlaubszeit genutzt wird. Wir klären auf, was Sie bei der Anmeldung des Zweitwohnsitzes beachten müssen und welche Kosten auf Sie zukommen.

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Bild: adobe.stock

Was ist der Hauptwohnsitz, was der Zweitwohnsitz?

Die meisten Menschen leben grundsätzlich an einem Ort, sodass die Frage nach einem Zweitwohnsitz sich in der Regel nicht stellt. Andere wiederum müssen aus beruflichen oder privaten Gründen einen Zweitwohnsitz anmelden. Wie sich dieser von dem Hauptwohnsitz unterscheidet, wird unterschiedlich definiert. Im Steuerrecht handelt es sich bei einem Hauptwohnsitz um den „Mittelpunkt der Lebensinteressen“, während man im Mietrecht von dem Ort spricht, an dem sich „eine Person mehr als die Hälfte des Jahres aufhält“. 
Und hier wird es schwierig, den beiden genannten Definitionen zu folgen, denn Personen, die beispielsweise aus beruflichen Gründen einen Zweitwohnsitz innehaben, halten sich i.d.R. über die Hälfte des Jahres am Arbeitsort auf. Hier spielt jedoch der Lebensmittelpunkt die größere Rolle, sodass die Wohnung am Arbeitsort als Zweitwohnsitz definiert wird. Ähnlich verhält es sich mit Studierenden, die nur während des Semesters am Studienort, grundsätzlich aber noch bei den Eltern wohnen.

Wann muss ein Zweitwohnsitz angemeldet werden? 

Es besteht grundsätzlich die Meldepflicht eines Zweitwohnsitzes, dabei ist es nicht entscheidend, ob es sich um gemietete Wohnräume oder um Eigentum handelt. Hierzu zählen auch Ferienwohnungen und -häuser, auch diese müssen Sie als Zweitwohnsitzt bei dem entsprechenden Einwohnermeldeamt (am jeweiligen Ort der Haupt- bzw. Nebenwohnung) innerhalb vom zwei Wochen anmelden. Oftmals ist die Anmeldung ohne Strafgebühren auch über diese Frist hinaus möglich, jedoch sollte dies im Vorfeld telefonisch mit der zuständigen Behörde geklärt werden. 

Die Anmeldung erfolgt in der Regel persönlich, Sie benötigen für die Anmeldung:

  • Lichtbildausweis (Personalausweis oder Reisepass) 
  • Vermieterbescheinigung (bzw. Eigentumsnachweis)
  • Ausgefülltes Meldeformular
  • Ggf. Heiratsurkunde und die Geburtsurkunden der Kinder.

Über die jeweiligen Unterlagen können Sie sich aber ebenfalls beim jeweiligen Amt informieren, telefonisch oder auf der Homepage. Das erspart Ihnen unnötige Wege und doppelte Besuche, weil Sie eventuell wichtige Unterlagen vergessen haben. Häufig vergessen wird oft die Vermieterbescheinigung bzw. der Eigentumsnachweis, da dieser erst seit kurzem gesetzlich gefordert ist. Ohne dieses Dokument ist die Anmeldung jedoch in keinem Falle möglich. 

Kosten, Vor- und Nachteile eines Zweitwohnsitzes

Neben den offensichtlichen Kosten einer Zweitwohnung können weitere Kosten, wie zum Beispiel die Zweitwohnsitzsteuer (je nach Gemeinde), anfallen. Bei dieser Steuer ist es unerheblich, ob es sich um ein Mietobjekt oder um Wohneigentum handelt. Als Grundlage für die Bemessung der Steuer dient die Wohnfläche oder die Nettokaltmiete. Ausnahmen bilden Studierende ohne eigenes Einkommen, die i.d.R. von der Steuer befreit sind. 

Steuerlich absetzbar sind die Kosten eines Zweitwohnsitzes, wenn dieser vom Finanzamt als notwendig anerkannt werden und die Mietkosten mehr als 10 Prozent der Kosten für den Hauptwohnsitz betragen. Für die Anerkennung des Zweitwohnsitzes spielen verschiedene Faktoren, wie dauerhafter Aufenthalt der Familienangehörigen, die Dauer des Aufenthalts am Arbeitsort sowie Größe und Ausstattung beider Wohnsitze im Verhältnis zueinander eine Rolle. Bei einem vom Finanzamt anerkannten Zweitwohnsitz könnten folglich die Kosten für eine doppelte Haushaltsführung steuerlich geltend gemacht werden. 
Durch die steuerliche Absetzbarkeit kann so ein Teil der Kosten für eine Zweitwohnung am Arbeitsort wiedereingeholt werden, dies gilt jedoch natürlich nicht für Ferienimmobilien. Bei nicht sehr weit entfernten Arbeitsorten empfiehlt es sich, die Kosten genau abzuwägen und zu kalkulieren, ob sich ein tägliches Pendeln lohnen würde oder ein Zweitwohnsitz doch die bessere Lösung ist. Eine bequemere ist letztere allemal.