Den Job wechseln trotz Corona-Krise?

Change as a chance

Alles ist grau: der November, der Job, der Chef, die Perspektiven – reichlich Gründe für einen Jobwechsel. Bekleckern wir uns mit Ruhm, wenn wir mitten in der Corona-Krise den Arbeitsplatz wechseln? Oder könnte das ein Himmelfahrtskommando werden?

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Bild: Adobe Stock / Seventyfour
Fest steht: Auch in schweren Zeiten ist der Arbeitsmarkt nicht völlig unbeweglich. Ein Jobwechsel könnte durchaus sinnvoll, ja sogar eine Art „Grauschleier-Befreiung“ sein. Achtung Spoiler: Sie sollten diesen Schritt gut planen und vorbereiten. Wir zeigen Ihnen, was Sie dabei beachten müssen.

Neuer Job während Corona?
Der Lockdown im Frühjahr hat viele Arbeitnehmer nicht nur an den heimischen Schreibtisch verbannt – er hat auch gezeigt: Kein Job ist auf Dauer in sicheren Tüchern. Im Endzeitszenario stehen uns große Entlassungswellen sogar noch bevor. ABER: Jede Krise bietet Chancen. Es gibt Verlierer wie Profiteure. Ein Jobwechsel ist in einer Wirtschaftskrise also keineswegs blanker Wahnsinn, im Gegenteil. Haben Sie gute Gründe und Perspektiven, können Sie Ihren Arbeitsplatz durchaus wechseln. 

Wie können Sie den Wechselwunsch begründen?
Es gibt gute und schlechte Beweggründe für einen Wechselwunsch: Gute Gründe sind solche, die eine intensive Auseinandersetzung und ein Beurteilen der Vor- und Nachteile erkennen lassen, diese lassen sich klar in einem Vorstellungsgespräch kommunizieren. Schlechte Gründe für einen Wechselwunsch hingegen sind solche, die auf Affekthandlungen basieren und Sie in einem weniger vorteilhaften Licht dastehen lassen. Doch wir halten uns nicht mit dem Negativem auf, sondern geben Ihnen Beispiele „aus gutem Grund“:

Berufliche Weiterentwicklung
Sie arbeiten seit mehreren Jahren in derselben Position mit einem festen Aufgabenspektrum und wollen letzteres verändern, erweitern oder sogar völlig neue Herausforderungen annehmen. Die Erweiterung des eigenen Kompetenzfeldes und ein hierarchischer Aufstieg sind typische Gründe für einen Wechselwunsch und daher gänzlich unverdächtig.

Private Gründe
Zum Beispiel durch eine ortswechselnde Anstellung des eigenen Partners. In diese Kategorie fällt ebenso ein Teilzeitwunsch aufgrund erfreulichen Familienzuwachses.

Berufliche Neuorientierung
Weil Ihre alte Branche nachhaltig angeschlagen ist und sich nicht auf absehbare Zeit erholen wird - ein logischer Wechselwunsch. 

Gesundheitliche Gründe
Ihre derzeitige Tätigkeit stellt eine Gefahr für Ihre Gesundheit dar? Selbstredend, dass dies Ihren Wechselwunsch bestärkt. Obacht: Signalisieren Sie, dass Sie neuen Aufgaben gewachsen sind und sich nicht ständig krankmelden werden. Vermitteln Sie Standhaftigkeit und projizieren Sie die gesundheitlichen Gründe auf Ihren alten Arbeitsplatz und nicht auf sich selbst.

Tipps für Neuorientierung während Corona
Die Neuorientierung während Corona läuft grundsätzlich nach ähnlichen Kriterien ab, wie außerhalb einer Krise. Der entscheidende Unterschied:

Informieren Sie sich, wie krisenfest Ihr Wunscharbeitgeber ist – sprich: welche Bereiche könnten coronabedingt besonders betroffen sein? 

1. Klären Sie Ihre Beweggründe
Ist Ihnen der Kaffee einfach nur zu stark, den Ihre Kollegen kochen? Dann sollten Sie über Ihre Wechselabsichten lieber noch einmal eine Nacht schlafen. Klären Sie Ihre eigene Motivation. Woher kommt Ihr Wechselwunsch? Sind Sie schon länger unzufrieden an Ihrem Arbeitsplatz? Achtung vor zu viel Pessimismus: Wir finden oftmals mit einer beachtenswerten Effizienz eine Vielzahl an Aspekten, die uns stören. Versuchen Sie, sich auf die positiven Eigenschaften eines neuen Jobs zu konzentrieren. Welchen Mehrwert der neuen Stelle erhoffen Sie sich im Vergleich zur Gegenwärtigen?

2. Aktualisieren Sie Ihre Unterlagen
Diese Prozedur macht jedoch kaum jemand freiwillig, solange alles rund läuft. Im Falle eines konkreten Wechselwunschs kann sich dadurch einiges aufgetürmt haben. Bewerbungsfotos sollten nicht älter als zwei Jahre sein. Gut für Sie: Ihre Bewerbung hat durch konsequentes, zeitgemäßes Design einen besonderen Wiedererkennungswert.

3. Lassen Sie sich Feedback geben
Vier Augen sehen mehr als zwei – diese Weisheit gilt nicht nur für das Korrekturlesen. Lassen Sie von Ihnen nahestehenden Personen Ihre Stärken und Schwächen einschätzen. Denn bei der eigenen Selbsteinschätzung wird es für viele Menschen holprig. 

4. Bilden Sie sich weiter
Aufbauend auf Tipp Nummer drei, kann diese Stärken-Schwächen-Analyse ein Anhaltspunkt dafür sein, in welchen Bereichen Sie neues Wissen erwerben sollten. Es gibt mannigfaltige Weiterbildungsmöglichkeiten - auch von „dahoam“ aus. So signalisieren Sie zukünftigen Arbeitgebern, dass Sie aktiv in Ihre Zukunft investieren. 

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg, Mut und Energie bei Ihren beruflichen Plänen! Bleiben Sie gesund und munter.| Text: Stefanie Steinbach