Der Kundendienst beim Auto steht an: Was die Öl-Codes bedeuten

Das richtige Motoröl wählen

Ohne das, geht nix: das gute alte Motoröl. Es schützt den Motor vor Verschleiß – es verhindert, dass der Motor eines Autos während der Fahrt beschädigt wird, indem es die beweglichen Teile innerhalb schmiert und dadurch die mechanische Reibung reduziert. Darüber hinaus schützt es vor Korrosion, reinigt und kühlt die Teile, die während der Fahrt heiß werden. Klingt nach dem totalen Alleskönner. Doch was steckt hinter den ganzen Codes?

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SAE, API und Co. - vor dem Ölwechsel sollte man sich gründlich informierenBild: stock.adobe.com
Motoröle müssen regelmäßig gewechselt werden, weil sie sich abnutzen – etwa aufgrund von natürlicher Alterung oder Verschmutzung. Das Filtern oder Nachfüllen von frischem Motoröl genügen dabei allerdings nicht. Denn dabei kann es zu einer Verdünnung des Öls kommen, wodurch dessen Schmierfähigkeit und Viskosität (Zähigkeit) herabgesenkt werden. Wir klären also auf, wie man seinem Motor wirklich etwas Gutes tut. 

Ölstand messen

Weil ein falscher Ölstand Motorschäden verursachen kann, sollte er regemäßig bei warmem Motor überprüft werden. Hierzu warten Sie nach dem Abstellen des Motors zunächst etwa zwei Minuten. In dieser Zeit ist das Öl aus dem Motor in die Ölwanne gelaufen. Dann erst ziehen Sie den Ölmessstab heraus, säubern ihn mit einem Tuch und führen ihn wieder bis zum Anschlag ein. Anschließend erneut herausziehen und den Stand ablesen. Wenn das Öl zwischen der „Min“- und der „Max“-Markierung steht, ist alles in Ordnung – ansonsten muss es nachgefüllt oder abgelassen werden, am besten durch eine Werkstatt. Denn alleine verliert man schnell den Überblick im „Öl-Dschungel“. Doch hier haben wir die wichtigsten Facts für Sie zusammengefasst. 

Das steckt hinter den Bezeichnungen

SAE-Klasse: SAE steht für „Society of Automotive Engineers“, eine Organisation, die verschiedene Standards in der Autoindustrie festlegt – dazu gehören auch die SAE-Klassen, die die Viskosität von Motoröl angeben. Im Ölcode, zum Beispiel „5W30“, werden dafür die Niedrig- und die Hochtemperatur-Viskosität angegeben. Die Niedrigtemperaturviskosität steht vorne, erkennbar am „W“ für Winter. Je kleiner die Zahl, desto kältebeständiger ist das Öl. Die zweite Zahl gibt die Viskosität bei Wärme an. Je höher die Zahl, desto dickflüssiger bleibt das Öl bei hohen Temperaturen und dementsprechend belastbar ist der Schmierstoff.

ACEA-Spezifikation: Im ACEA sind europäische Hersteller organisiert, die ihre eigenen Spezifikationen geschaffen haben. Dieser Ölcode besteht aus Buchstaben, die das Öl einem Fahrzeugtyp zuordnen, sowie einer Zahl, welche die Leistungsfähigkeit des Motoröls beschreibt. Dabei gilt, je höher die Zahl, desto leistungsfähiger das Öl. Die Buchstaben stehen dabei für verschiedene Fahrzeugtypen: A für Pkw mit Ottomotor (Benziner), B für Pkw und kleine Nutzfahrzeuge mit Dieselmotor, C für Pkw mit Otto- oder Dieselmotor mit modernen Abgasnachbehandlungssystemen und E für Lkw mit Dieselmotor.


API-Klassen: Bei der API (American Petroleum Institut)-Klassifikation sind die Spezifikationen auf amerikanische Motoren abgestimmt. Hier wird das Motoröl mithilfe von Buchstaben in Klassen eingeteilt. Grundsätzlich wird dabei unterschieden zwischen Motorölen der Klasse „S“ für Ottomotoren sowie Ölen der Klasse „C“ für Dieselmotoren in Nutzfahrzeugen. Darüber hinaus gibt es die Klasse „GL“ für
Getriebeöl. Weitere Buchstaben kennzeichnen die Leistungsfähigkeit des Öls – für Benziner sind aktuell die Klassen SJ, SL, SM und SN gebräuchlich.

Hersteller-Codes: Hersteller wie Mercedes oder VW haben ihre eigenen Ölcodes, weil die Öle immer leistungsfähiger und die Motoren komplexer werden. Die Hersteller nehmen deshalb eigene Tests vor und geben nur bestimmte Öle für die jeweiligen Motoren frei – das ist dann an den jeweiligen Hersteller-Spezifikationen erkennbar (etwa VW 505.00 oder Mercedes-Benz 229.1). 

Das richtige Motoröl auswählen

Wichtig ist hierbei, auf die Freigaben der Motoröle durch den Hersteller zu achten. Welches Motoröl für das jeweilige Auto geeignet ist, steht im Fahrzeughandbuch. Haben Sie dies gerade nicht zur Hand, hilft oftmals das Serviceheft weiter, alternativ bieten einige Ölhersteller im Internet Ölsuchmaschinen. Finden sich keine Herstellerfreigaben, müssen Sie auf die ACEA- oder API-Spezifikationen achten.

Kann ich auch ein anderes Öl wählen?

Sofern die Sorten den Herstellervorgaben entsprechen, dürfen Sie verschiedene Öle mischen – jedoch sollten Sie kein Öl verwenden, das nicht für den Motor freigegeben ist. So benötigen Autos mit Partikelfilter beispielsweise sogenannte Low-Ash-Motoröle: Das sind Öle, die fast aschefrei verbrennen und somit den Filter nicht verstopfen. Wird hier ein anderes Öl verwendet, verstopft der Partikelfilter. Verwenden Sie ein Öl mit der falschen Viskosität, kann der erforderliche Öldruck abweichen, was zu Schäden des Motors führt.

Tipp: Sie sollten den Ölstand regelmäßig (spätestens nach jedem dritten Tankstopp) kontrollieren – wenn die Ölkontrollleuchte nämlich erst einmal blinkt, ist es häufig schon zu spät. Außerdem sollten sie stets eine Reserve (etwa einen Liter Öl) mitführen, da es an der Tankstelle meist nicht gerade billig ist und viele Öle nicht überall erhältlich sind. Zuletzt empfiehlt sich ein regelmäßiger Ölwechsel – hier sollten Sie sich zumindest an das Hersteller-Intervall halten. Zudem sollten Sie Motoröl höchstens drei bis fünf Jahre lang aufbewahren. Wir wünschen: allzeit gute und geschmierte Fahrt!   |Text: Vera Mergle