Der „Stadtteilkoffer“ feiert Premiere in Bühl

Neues Instrument für Jugendbeteiligung

Ein neu entwickeltes Instrument zur Jugendbeteiligung kam jetzt erstmals erfolgreich zum Einsatz: der „Stadtteilkoffer“. Im Rahmen des Kemptener Weges der Beteiligung junger Menschen arbeiteten neun Schülerinnen und Schüler der Klassen sieben bis neun der Mittelschule auf dem Lindenberg mit dem neuen Beteiligungsformat und analysierten ihren Stadtteil Bühl aus eigener Perspektive.

cropped-1771935869-bildschirmfoto-2026-02-24-um-13.24.11
„Der Stadtteilkoffer ermöglicht es Jugendlichen, ihren Sozialraum strukturiert zu erkunden und ihre Perspektiven fundiert einzubringen“Bild: Stadt Kempten
Der Stadtteilkoffer wurde von Emelie Abt, Koordinatorin für Jugendbeteiligung im Amt für Jugendarbeit, konzipiert und in Zusammenarbeit mit Markus Zahnleiter, Medienpädagoge der Medienwerkstatt des Amtes, ausgestattet. Er enthält unter anderem Kameras, Diktiergeräte sowie weiteres Material zur strukturierten Dokumentation. Ziel ist es, Jugendlichen ein einfaches, praxisnahes Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem sie ihre Sichtweisen professionell erfassen und sichtbar machen können.

Im Rahmen einer neu gegründeten schulischen Arbeitsgemeinschaft wurde der Koffer nun erstmals praktisch erprobt. Bei einer gemeinsamen Stadtteilbegehung dokumentierten die Jugendlichen sowohl Orte, die sie schätzen, als auch Bereiche, in denen sie Verbesserungsbedarf sehen. Dabei entstanden Fotos, Tonaufnahmen und Notizen, die als Grundlage für die weitere inhaltliche Arbeit dienten.

Aus mehreren Stationen wählten die Schülerinnen und Schüler drei Orte aus, die sie vertieft analysierten. Ein Beispiel ist eine Sitzgruppe im Bühl, die sie als stark verschmutzt wahrnahmen. Mithilfe des Stadtteilkoffers hielten sie den Zustand fest und entwickelten konkrete Verbesserungsvorschläge. In einer weiteren Einheit gestalteten sie Collagen mit Ideen für eine attraktivere Nutzung und Aufwertung des Bereichs.
Als unmittelbare Maßnahme ist nun eine gemeinsame Putzaktion geplant, um die Sitzgruppe zu reinigen und ein erstes sichtbares Zeichen für Veränderung zu setzen.
„Der Stadtteilkoffer ermöglicht es Jugendlichen, ihren Sozialraum strukturiert zu erkunden und ihre Perspektiven fundiert einzubringen“, erklärt Emelie Abt. „Er macht ihre Anliegen sichtbar und schafft eine belastbare Grundlage für weitere Beteiligungsprozesse.“

Mit der erfolgreichen Premiere des Stadtteilkoffers steht nun ein innovatives Instrument zur Verfügung, das künftig auch in weiteren Projekten der Jugendbeteiligung in Kempten eingesetzt werden soll.