Die besten Motorrad-Navigationsgeräte im Vergleich

Die Tage werden endlich wärmer und länger, die Straßen sind meist trocken und die Zulassungen der Bikes würde es wieder erlauben, Ausflüge, Touren und Expeditionen zu unternehmen. Auch wenn dies aufgrund der aktuellen Situation noch nicht möglich ist, bieten wir schon jetzt eine kleine Übersicht der besten Navigationsgeräte sowie Tipps für die richtige Wahl, um die Wartezeit darauf zu verkürzen.

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Bild: Adobe Stock / Digital Mammoth
Und auch wenn dem Motorradfahren und Routenplanen mithilfe traditioneller Landkarten ein wildromantischer Ruf der Freiheit anhaftet, haben sich mittlerweile doch die modernen, speziell für Motorradfahrer entwickelten Navigationsgeräte größtenteils durchgesetzt. Damit Ihnen bei allen kommenden Fahrten zuverlässige und erlebnisreiche Routen in Verbindung mit dem besten Fahrkomfort zur Verfügung stehen, haben wir für Sie die verschiedenen Navigationsgeräte unter die Lupe genommen.

Was ist ein Motorrad-Navi und welche Arten gibt es?
Motorrad-Navigationsgeräte gleichen in ihrer Funktionsweise denen, die man vom Autofahren kennt. In einigen, für Motorradfahrer sehr wichtigen Aspekten, sind die Geräte allerdings speziell auf deren Bedürfnisse zugeschnitten. Die größten Unterschiede dabei sind, dass sie etwa besonders robust und vibrationsresistent sind und sich auch mit dicken Motorradhandschuhen problemlos bedienen lassen. Zudem sind die Geräte so konstruiert, dass ihnen Staub, Regen oder Spritzwasser nicht viel anhaben können. Beim Kauf sollten Sie unbedingt auf die Größe des Displays achten: Große Bildschirme ab fünf Zoll sind sowohl besser zu erkennen als auch zu bedienen, benötigen aber ebenfalls mehr Platz an der Lenkerstange, weshalb Sie sich bereits beim Kauf über alle wichtigen Maße im Klaren sein sollten. 

Die besseren Modelle können über die reguläre Zielführung hinaus auf Wunsch außergewöhnliche Touren, etwa landschaftlich besonders spektakuläre, kurvenreiche oder anspruchsvolle Strecken berechnen, wie vor allem Biker sie gerne fahren. Ein weiterer Unterschied zu den Auto-Geräten ist die Möglichkeit des Motorrad-Navis, Rundfahrten zu ermitteln. Die Berechnung erfolgt nach der Eingabe Ihrer gewünschten Zwischenziele. Das Navi führt Sie dann über eine Runde wieder an Ihren Ausgangsort zurück. 

Durch regelmäßige Updates des Kartenmaterials bleibt Ihr Motorrad-Navi immer auf dem aktuellsten Stand. Die meisten der getesteten Navis verfügen über eine Kartenflatrate, sodass nicht für jedes Update zusätzliche Kosten anfallen. Je nach Gerät und Wunsch können die einen Geräte Daten auswerten und andere über eine Bluetooth-Verbindung Ansagen über das Helm-Headset geben. Die meisten Hersteller von Motorrad-Navis sind schon aus der PKW-Branche bekannt, z.B. TomTom, Garmin, Blaupunkt und Becker, aber auch NavGear, Medion und Louis. Die Preisklassen für taugliche Navigationsgeräte lassen sich in drei Kategorien unterteilen: Mit einem Preis von etwa 450 Euro erhalten Sie eines der teureren Produkte. Die Mittelklasse ist ab etwa 320 Euro erhältlich und ein günstiges Gerät können Sie schon ab circa 210 Euro erwerben. 

Motorrad-Navi vs. Smartphone-Navigations-App
Auch eine kostengünstigere Variante des Navigierens ist möglich: Mit einer speziellen Navi-App für Ihr Smartphone. Vorneweg sollte Ihnen allerdings unbedingt bewusst sein, dass ein echtes Biker-Navi in jedem Fall die bessere Entscheidung ist. Dennoch möchten wir Ihnen an dieser Stelle die wesentlichen Vor- und Nachteile der beiden Navi-Typen erläutern.

Während echte Motorrad-Navis einen ausreichend großen Display besitzen, der auch bei schwierigen Lichtverhältnissen gut lesbar ist, ist der eines Smartphones meist deutlich kleiner und spiegelt bei Sonneneinstrahlung oft bis zur Unkenntlichkeit. Das Motorrad-Navi erlaubt auch während der Fahrt die Bedienung mit Handschuhen, welche das Smartphone nicht zulässt. Zudem ist im Motorrad-Navi bereits beim Kauf das umfangreichere Kartenmaterial enthalten und wird meist (Stichwort Kartenflat) regelmäßig aktualisiert.

Großer Pluspunkt des Smartphone-Navis: der Preis. Während es für das Smartphone sogar kostenlose Navi-Apps zum Download gibt, sind die Anschaffungskosten für ein Navigationsgerät deutlich höher. Da die App einfach auf Ihrem vorhandenen Smartphone installiert wird, sparen Sie sich zusätzlich die Anschaffung eines weiteren Gerätes. Dabei dürfen Sie jedoch nicht vergessen, eine Halterung sowie eine wasserdichte Hülle für Ihr Smartphone zu kaufen. Nicht zu vernachlässigen ist der Umstand, dass die Navi-App stark am Akku Ihres Smartphones saugt, wobei Sie diesen in eventuellen Notfällen dringend benötigen würden. Eine Powerbank im Gepäck ist also Pflicht. Das Biker-Navi dagegen lässt sich zum Aufladen entweder direkt an die Batterie anschließen oder, was eher zu empfehlen ist: Schließen Sie das Gerät zur Zündung dazu. 

Unser Fazit: Auch mit einer Smartphone-App sind gute Navigationsergebnisse zu erwarten. Allerdings büßen Sie den speziell für leidenschaftliche Motorradfahrer entwickelten Bedienkomfort, den ein echtes Navi bietet, gänzlich dabei ein.        

Diese Features und Funktionen sollte Ihnen ein leistungsfähiges Gerät bieten: 


1. Wasser- und Staubfestigkeit
An oberster Stelle sollte der Schutz Ihres neuen Gerätes stehen. Als ausschließliches Outdoor-Navi muss es robust, wasser- und staubfest sein, denn die Einwirkung von Vibration, Regen und Dreck ist nicht zu vermeiden. Um es auch bei Nichtbenutzung vor Umwelteinflüssen zu schützen, bewahren Sie es am besten in einer Navi-Tasche auf. 


2. Displaygröße
Um Ihnen mit einem kurzen Blick das Erfassen aller wichtigen Informationen während der Fahrt zu ermöglichen, ist ein ausreichend großes und qualitativ hochwertiges, (hinsichtlich der Lesbarkeit und Gefahr der Spiegelung bei Sonneneinstrahlung bevorzugt mattes) Display unerlässlich. Die Größe sollte bei 4,3 oder besser 5 Zoll liegen, damit Sie den Blick nicht zu lange von der Fahrbahn abwenden müssen und Ihnen die Bedienung mit Motorradhandschuhen leichtfällt. Kleiner sollte das Gerät nicht sein, aber auch mit einem größeren Display tun Sie sich nicht unbedingt einen Gefallen, da diese vor allem während der Fahrt als störend empfunden werden können. Zu große Displays nehmen außerdem einen zu großen Teil an der Lenkerstange ein, der Ihre Beweglichkeit unter Umständen einschränkt. Daher sollten Sie die Größe des Navis und Ihrer Lenkerstange vor dem Kauf ausmessen, um böse Überraschungen zu vermeiden. 

3. Kartenmaterial
Das enthaltene Kartenmaterial eines Motorrad-Navis stellt sein Herzstück dar. Die meisten Geräte bieten Ihnen die Karten aller 47 Länder Europas. Einige Hersteller bewerben zusätzliche Karten der Türkei oder von Teilen Russlands. Sind Sie während Ihrer Touren auch auf anderen Kontinenten unterwegs, können Sie beim Hersteller das entsprechende Kartenmaterial kaufen und auf Ihr Gerät laden. Wissen Sie schon vor dem Kauf, welches Material Sie zukünftig benötigen werden, können Sie sich bereits beim Händler erkundigen, welches Gerät das für Sie geeignete Kartenmaterial abdeckt. 

Tipp: Um stets auf dem aktuellen Stand zu sein, bietet sich ein Navi mit kostenloser Update-Flatrate an. Gerade bei den hochwertigen, aber auch bei einigen günstigen, Geräten beinhaltet der Kaufpreis die ständige Aktualisierung des Kartenmaterials. 

4. Bluetooth-Option
Wie ein PKW-Navi kann Ihnen ein Motorrad-Navi per Tonansagen den Weg weisen. Mittels Bluetooth-Verbindung ist auch unter dem Helm eine Audio-Routenansage möglich. Dazu ist entweder ein bluetooth-fähiger Kopfhörer nötig oder ein Motorradhelm, der bereits mit einem entsprechenden System ausgestattet ist. Beide Möglichkeiten erlauben zudem das Hören von Musik oder auch das sichere Telefonieren während der Fahrt, wenn Sie Ihr Smartphone mit dem Navi verbinden. 

5. Option für kurvenreiche Strecken 
Bei Motorrad-Navis können Sie verschiedene Routenoptionen einstellen. Im Gegensatz zum Autofahren, bei dem Sie oftmals einfach nur ankommen wollen, geht es beim Motorradfahren vielmehr um den genussvollsten, abenteuerlichsten und erlebnisreichsten Fahrspaß. Daran wurden die Biker-Geräte angepasst. Die Routenplanung erlaubt beispielsweise die Berechnung der motorradfreundlichsten und kurvenreichsten Strecken, zeigt Ihnen aber auch die jeweils schnellste oder kürzeste Route an. Eines der interessantesten Features ist die Planung von Rundfahrten: Sie geben einfach die gewünschten Zwischenstationen ein und ein geeignetes Navi berechnet eine Tour, die wieder am Ausgangsort endet. 

Achtung: Gerade als Motorrad-Anfänger sollten Sie bei kurvenreichen Strecken unbedingt vorausschauend fahren und Ihre Fähigkeiten nicht überschätzen.

6. Geschwindigkeits-Assistent 
Diese Funktion ermöglicht Ihnen das sichere Fahren und das Ersparen von unnötigen Bußgeldern. Einige Navis sind mit Geschwindigkeits-Assistenten ausgestattet, der Sie bei Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit warnt.