Die ultimative Anleitung fürs Zusammenziehen

Leben in der gemeinsamen Wohnung

Bei den meisten Beziehungen kommt irgendwann der Punkt, an dem man an das Zusammenziehen mit dem Partner denkt. Oft entspricht die Realität dann aber nicht den Vorstellungen des Paares. Was sollte man also vor der Umsetzung dieses Plans beachten? Wir geben Tipps für ein harmonisches Zusammenziehen und gemeinsames Wohnen.

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Bild: adobe.stock

Zeit lassen

Obwohl man den richtigen Zeitpunkt nicht pauschal bestimmen kann, ist es doch ratsam, nicht zu früh zusammenzuziehen. Die erste Verliebtheitsphase sollte man auf jeden Fall abwarten: Solange wir euphorisch sind und eigentlich jede Sekunde miteinander verbringen möchten, sind wir nämlich blind für Konfliktpotenzial und blenden viele Eigenschaften aus, die uns am Partner vielleicht nicht gefallen. Statistisch gesehen dauert die „Rosarote-Wolken-Phase“ sechs Monate an. In dieser Zeit könnte das Zusammenleben aber schon einmal „geübt“ werden. Das funktioniert gut, wenn einer der Partner bereits eine eigene Wohnung hat. Aber auch ein längerer gemeinsamer Urlaub eignet sich, da die Partner fast rund um die Uhr zusammen sind und die gleichen vier Wände teilen. Denn wenn gleich klar wird, dass das Zusammenleben nicht funktioniert, kann man sich von vornherein den zeitlichen und finanziellen Aufwand eines Umzugs sparen. 

Im Interesse beider Partner planen

Verlief der erste Test positiv ist es an der Zeit, eine Wohnung zu suchen. Am besten macht man so etwas gemeinsam, dadurch bekommen beide ein Gefühl dafür, was auch dem anderen gefällt. Das kann sowohl den Schnitt einer Wohnung, die Lage, den Einrichtungsgeschmack sowie die Kosten betreffen. Gemeinsame Besichtigungstermine schweißen außerdem zusätzlich zusammen und man lernt den Partner auch noch etwas besser kennen. Vorsichtig sollte man sein, wenn man in die Wohnung des Partners einzieht. Anfangs hat man vielleicht das Gefühl, nicht wirklich zuhause zu sein oder nicht die Einrichtung zu vorzufinden, die man eigentlich um sich haben möchte. Hier gilt es, Kompromisse zu finden und eventuell Möbel auszutauschen oder das Zimmer anders zu dekorieren. Bestenfalls kann man es sich leisten, auf ausreichend Platz und Zimmer zu achten, um genügend Privatsphäre für beide zu schaffen. Ein eigenes Büro oder ein späteres Kinderzimmer können Konflikte vorbeugen. Wenn man zusammenziehen will, sollte man sich auch Gedanken über die Aufteilung der Hausarbeit machen. Am besten ist auch hier ein ausgeglichenes Verhältnis, damit sich keiner benachteiligt fühlt. Ein Haushaltsplan oder eine regelmäßige Absprache können hier hilfreich sein. Falls man es sich leisten kann und beide Partner zeitlich sehr eingespannt sind, sollte man vielleicht in eine Haushaltshilfe investieren. Achtung: Der Streit über die Hausarbeit steht bei den meisten Paaren nach finanziellen Themen an zweiter Stelle und ist daher nicht zu unterschätzen. 

Dem anderen Raum lassen

Zusammenziehen sollte nicht bedeuten, wirklich alles zusammen zu machen. Man sollte sich Zeit nehmen, die eigenen Hobbies weiterhin zu verfolgen und auch mal allein etwas mit Freunden zu unternehmen. Wenn man sich dann zum Beispiel nach dem Fußballtraining oder dem Kinobesuch wiedersieht hat man gleich neue Gesprächsthemen. Im Gegensatz dazu ist es aber auch wichtig, gemeinsame Rituale zu finden. Das könnte zum Beispiel der abendliche Spaziergang nach der Arbeit oder das gemeinsame Kochen sein. Auch ein Kino- oder Restaurantbesuch bringt Abwechslung zum Alltag. Manchmal kommt auch ein gemeinsames Hobby in Frage – doch egal für was Sie sich entscheiden: Die Hauptsache ist, die Unternehmung gefällt beiden Partnern und man kann sich nach einiger Zeit wieder darauf freuen. 

Finanzielle Dinge regeln

Streitthema Nummer Eins in Beziehungen: Die finanzielle Lage. Um hier nicht unnötig Konfliktpotenzial zu produzieren, sollte man sich zusammensetzen und sich von vornherein Gedanken machen, wie man die gemeinsamen Kosten für Miete, Lebensmittel, Möbel etc. verwalten möchte.  Eventuell macht - zusätzlich
zu den jeweils eigenen Konten - ein Gemeinschaftskonto Sinn, auf das beide Partner monatlich einzahlen und welches von beiden genutzt werden kann. 
Generell gilt für ein glückliches Zusammenleben: Teamwork, Kommunikation und Akzeptanz. Durch das Zusammenziehen kann man nicht mehr alles selbstständig bestimmen. Hier kommt es auf Kompromisse an und darauf, mit dem Partner gerechte Arbeitsaufteilungen zu organisieren, über Wünsche und Pläne zu sprechen und die gemeinsame Zeit zu genießen. Außerdem sollte man den Partner so akzeptieren, wie er nun mal ist und versuchen, über eher unwichtige nervige Kleinigkeiten im Alltag hinwegzusehen.