erdgas schwaben lässt an Lechstaustufe tauchen

Im Rahmen einer „vertieften Überprüfung“ des Wasserkraftwerks Schongau-Dornau

Seit erdgas schwaben im Sommer 2017 vom Papierhersteller UPM vier Wasserkraftwerke in Schwaben erworben hat, sieht sich der regionale Energieversorger neuen Aufgaben gegenüber. So fand jetzt im Rahmen der „vertieften Überprüfung“, die an Wasserkraftwerken alle zehn Jahre vorgeschrieben ist, ein Tauchereinsatz am Wasserkraftwerk Schongau-Dornau, direkt an der Wehrmauer der Lechstaustufe 6, statt. Es galt, die Zuläufe der Füllleitungen der beiden erdgas schwaben Turbinen abzudichten.

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Um deren Funktion zu verstehen, muss man sich vergegenwärtigen, dass an einem Wasserkraftwerk der „Antriebsstoff“, also das Wasser, nicht direkt nach unten in die Turbine läuft, sondern erst über einen sogenannten „Heber“ im Dammbauwerk über das Niveau des oberen Staubereichs „gehoben“ wird und dann hinab zur Turbine fließt. So kann der Zulauf, falls nötig, schnell, sicher und dauerhaft unterbunden werden. Um die Turbinen nach einem Stillstand für das Anlaufen wieder startklar zu bekommen, müssen die Triebwasserröhren wieder befüllt werden. Hierzu sind die Füllleitungen wichtig, die unter dem Heber hindurch von der Basis der Staumauer zur Wasserzuleitung der Turbine führen. Nach etwa 60 Jahren im Betrieb war es jetzt an der Zeit, die Schieber auszutauschen – und als zusätzliche Sicherheit in jeder Leitung einen zweiten Schieber zu installieren.

erdgas schwaben hat den technischen Betrieb der Schongauer Turbinen weiterhin der Energie-Abteilung des dortigen Papierwerks übertragen, die auch diese Aktion steuerte.

Arbeiten unter Wasser bei maximal 60 Zentimetern Sicht und 2 Grad 

UPM hatte für den erdgas schwaben Tauchgang ein erfahrenes dreiköpfiges Team von Industrietauchern verpflichtet. Um keinen Sog zu erzeugen, wurden alle Turbinen dieses Wasserkraftwerks stillgelegt. Ein Taucher ließ sich dann vom Rechen an der Staumauer etwa sechs bis sieben Meter hinab zur Böschung des Stausees und bewegte sich dann gut fünf Meter unter den – jetzt stillgelegten – Wassereinlauf in Richtung Heber-Bauwerk. Die Sichtweite im etwa 2 Grad kalten Wasser betrug gerade mal 60 Zentimeter.
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Er benötigte knapp drei Stunden, um an jedem Füllrohr-Einlauf ein vorgefertigtes Verschlussblech mit Dichtlippe anzubringen. Dieses wird jetzt im Wesentlichen durch den Wasserdruck an seinem Platz gehalten. Nun können die fast 60 Jahre alten Schieber in den Füllleitungen ausgetauscht werden.

Solche aufwendigen Wartungsarbeiten stellen für Christian Arlt, den Sprecher der Geschäftsführung von schwaben regenerativ, einer 100-prozentigen Tochter von erdgas schwaben, den Erwerb der Wasserkraftanlagen nicht in Frage. „Wasserkraft hat als 100 Prozent regenerative Energie einen guten Ruf in der Region und ist voll grundlastfähig, liefert also rund um die Uhr Energie“, hebt Arlt hervor. Zudem habe Wasserkraft Zukunftspotential. Es sei also durchaus vorstellbar, dass erdgas schwaben bei Gelegenheit weiter in Wasserkraftwerk investiert.