Freie Demokraten diskutieren über bezahlbaren Wohnraum im Oberallgäu

«Mietpreisbremse keine Lösung»

Wie kann im Oberallgäu kurz- und langfristig bezahlbarer Wohnraum entstehen? Dieser Frage ist der Kreisverband der Freien Demokraten im Rahmen einer Online-Veranstaltung mit Experten auf den Grund gegangen. Zum Ergebnis der Veranstaltung errreichte TRENDYone hierzu die folgende Pressemitteilung der Freien Demokraten:

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Obwohl ,wie hier in Kempten, viel gebaut und verdichtet wurde, fehlt im gesamten Oberallgäu nach wie vor bezahlbarer Wohnraum.Bild: PIRO4D Pixabay
Martin Kaiser, Geschäftsführer des Sozial-Wirtschafts-Werks in Sonthofen schilderte die aktuelle Situation im südlichen Landkreis: „Man kann im Oberallgäu durchaus von Mangel an günstigem Wohnraum sprechen, den wir tagtäglich versuchen zu verbessern.“ Ein entscheidender Grund für die hohen Mietpreise im Allgäu, liegt nach einhelliger Ansicht der eingeladenen Experten – u.a. Josef Geiger, Präsident des Bayerischen Bauindustrieverbandes und Herbert Singer, Geschäftsführer Sozialbau Kempten - vor allem an hohen Baukosten, verursacht durch zu viel Bürokratie. „Mantelverordnung, Stellplatzverordnung, Schneelast und Brandschutz: wir haben ca. 18.000 Baunormen, die es Bauherren extrem schwierig machen, die Kosten niedrig zu halten. Was wir bräuchten, wäre ein radikaler Kahlschlag der Baubürokratie“, führte Andreas Geywitz, Architekt und Vorsitzender der FDP Immenstadt, dazu aus.

Bisher kein Fortschritt

In die gleiche Kerbe schlug der Landesvorsitzende der FDP Bayern sowie wohnungs-  und baupolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag Daniel Föst. Dieser übte scharfe Kritik an der Baupolitik der Bundesregierung. „Kürzlich hat der Innenminister einen Wohnungsgipfel abgehalten. Die GroKo tritt bei der Wohnraumförderung auf der Stelle. Wir fordern eine verstärkte Subjektförderung, anstatt teure Sozialwohnungen zu bauen, die ja ohnehin nach einigen Jahren aus der Bindung fallen. In den Ballungszentren kommen wir auch nicht an der Zurverfügungstellung von mehr Bauland und Nachverdichtung vorbei.“ so der Abgeordnete.

Mut zum Markt

Ideen wie einer „Mietpreisbremse" oder gar Enteignungen von Wohnraum erteilte Föst dagegen eine klare Absage. „Wenn man möchte, dass kein neuer Wohnraum mehr entsteht, dann kann man so etwas machen“, so die Überzeugung des Liberalen. Das mietfreie Wohnen im Alter ist für FDP- Kreis- und Gemeinderat Walter Renn ein elementares Instrument im Kampf gegen den Wohnraummangel. „Wir müssen es schaffen, dass sich mehr Leute den Traum vom Eigenheim erfüllen, anstatt bis ins hohe Alter teure Mieten zahlen zu müssen. Gleichzeitig muss man offen für Veränderungen bleiben. Ein Haus kann im Alter schnell zu groß und aufwändig werden. Aus diesem Grund setzen wir uns im Kreistag für die Einführung einer Oberallgäuer Wohnungstauschbörse ein, um die Bedarfe transparent zu machen und wo möglich zusammenzubringen“, so der Oberstdorfer.

Weniger Zweitwohnungen

Abschließend wurde die Problematik der Zweitwohnungen im Allgäu sowie ihren Einfluss auf den lokalen Wohnungsmarkt diskutiert. Dabei stellte Michael Käser, Kreisvorsitzender und Kreisrat der FDP Oberallgäu fest, dass bezüglich der Zweitwohnungen deutlicher Handlungsbedarf bestehe: „Zweitwohnungen haben nicht nur den Nachteil, dass ihre Besitzer kaum einen Beitrag zur örtlichen Infrastruktur leisten und meist nicht in die soziale Gemeinschaft vor Ort eingebunden sind. Hier muss durch die Gemeinden steuernd entgegengewirkt werden. Das sage ich auch als Freier Demokrat.“

Die Veranstaltung steht online unter www.fdp-oa.de zum Nachschauen zur Verfügung.