Gaming ohne teure Hardware? Cloud Gaming als Zukunft des Gamings

Ein Blick in die Zukunft

Technik wird immer leistungsstärker. Hardware wird immer teurer. Die Gaming-Branche entwickelt sich immer rasanter weiter. Dabei immer aktuell zu bleiben kann sehr kostspielig werden. Doch jetzt gibt es eine Alternative. Diverse Plattformen bieten das Cloud Gaming an.

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Bild: Adobe Stock/ ra2 studio
Prozessoren werden immer schneller. Grafikkarten ermöglichen immer bessere Bildqualität. Um die aktuellsten Spiele in maximaler Qualität mit 4K Auflösung spielen zu können, benötigt man heutzutage High-End Equipment. Das wird auf Dauer zu einer richtigen Belastung für den Geldbeutel. Jetzt gibt es Lösungen, wie man den Leistungswettbewerb im Gaming-Bereich umgehen kann. Cloud Gaming bietet dem Nutzer die Möglichkeit aktuelle Spieletitel in starker Qualität flüssig zu spielen.

Was ist Cloud Gaming und wie funktioniert es?
Cloud Gaming ist eine Form des Cloud Computings. Dabei läuft ein Spiel extern über einen Server. Die Nutzereingaben und Bedienungen werden über das Internet an diesen Server gesendet, wobei die Befehle verarbeitet und ausgeführt werden. Im Gegenzug wird das Ton- oder auch Videosignal zurück an den Client gesendet. Das wichtigste bei diesem gesamten Prozess ist die Internetverbindung. Durch eine stabile und hohe Übertragungsrate können die Übermittlungsprozesse der Daten schneller ablaufen. Bei mangelnder Verbindung können die Informationspakete nicht flüssig genug übermittelt werden und das Zocken funktioniert nicht mehr – beziehungsweise nicht mehr so reibungslos wie es sollte. Mit einer Bandbreite von 50 Mbit/s und aufwärts läuft in der Regel alles einwandfrei. Auch mit 32 Mbit/s laufen die meisten Anbieter noch gut. Ab einer Geschwindigkeit von 16 Mbit/s und weniger wird es schwierig.

Im praktischen Beispiel sieht das Ganze wie folgt aus: Man muss einen Anbieter abonnieren, der die Funktion des Cloud Gamings zur Verfügung stellt. Durch dieses Abonnement erhält man Zugriff auf diverse Spiele oder kann sich auf den jeweiligen Webseiten einzelne Spiele dazukaufen, dann geht’s eigentlich schon los. Lange Download-Zeiten werden dabei auch umgangen, da die meisten Spiele bereits auf den jeweiligen Servern heruntergeladen sind und man lediglich noch darauf zugreifen muss. Außerdem werden beispielsweise Spielstände und Speicherdaten über eine Cloud gespeichert, was es ermöglicht von diversen Geräten auf die Spielstände deines Accounts zuzugreifen. Dadurch wird flexibles Gaming sogar unterwegs ermöglicht.

Was ist der Unterschied zu „gewöhnlichem“ Gaming?
Im Normalfall kauft ein Benutzer einen Computer oder eine Spielekonsole, die gewisse Hardware beinhaltet. Jedes Spiel, das heutzutage auf dem Markt erscheint besitzt Mindestvoraussetzungen. Das bedeutet, es hat Anforderungen an den Nutzer die von seinem Gerät erfüllt werden müssen, um das Spiel flüssig spielen zu können. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, kommt es zu Problemen bei der Performance oder sogar dazu, dass das Spiel gar nicht erst gestartet werden kann. 

Um bei dem technischen Fortschritt mitzuhalten, ist regelmäßiges Updaten des Equipments erforderlich. Das kann durch Cloud Gaming vermieden werden, da hierbei teilweise äußerst leistungsstarke Computer zu Verfügung gestellt werden, auf die der Benutzer über das Internet zugreifen kann. Dabei wird der High-End Computer sozusagen „verliehen“ und man muss nicht selber dafür sorgen, dass das eigene Gerät die erforderliche Leistung aufbringen kann. Die einzige Voraussetzung die für Cloud Gaming erfüllt sein muss, ist somit die Internetverbindung. 

In der Umsetzung funktioniert das Ganze erstaunlich gut. Die Spiele laufen flüssig und die Befehle werden schnell und direkt umgesetzt. Allerdings entsteht beim Zocken mit Benutzung der Streamingdienste eine leichte Verzögerung. Grund dafür ist die Zeit, die benötigt wird um die Datenpakete zu versenden und die neuen verarbeiteten danach wieder zu empfangen. Diese kurzen Verzögerungen sind in Einzelspieler-Titeln kaum bemerkbar und beeinflussen das Spielerlebnis nur äußerst gering. Anders aber zum Beispiel bei einem schnellen und actiongeladenen Shooter. Hier kann die Verzögerung durchaus den Unterschied ausmachen. 

Dabei haben Gamer mit Hardware und Technik vor Ort den klaren Vorteil, da die Befehle nicht erst lange Wege über das Internet zurücklegen müssen, sondern vom eigenen Gerät direkt an den Server des Programms übertragen werden und daher früher im Spiel ankommen.

Welche Anbieter gibt es?
Die bekanntesten Netzwerke für Cloud Gaming sind GeForce Now, Google Stadia, Shadow, Playstation Now und Magenta Gaming. Sie unterscheiden sich voneinander in ihrem Angebot und ihren Möglichkeiten. Beispielsweise unterstützt nicht jeder Anbieter die gleichen Plattformen. Bedeutet, dass man sich, je nachdem ob auf dem PC, der Xbox oder der Playstation gespielt wird, vorher informieren sollte, welcher Anbieter den eigenen Interessen am meisten zusagt. Ein weiterer Punkt, der sich von Hersteller zu Hersteller unterscheidet, ist die Streaming-Qualität. Damit direkt einher geht auch die Mindest-Bandbreite an Internetverbindung. Je besser die Auflösung des Streams sein soll, desto schneller sollte die Datenautobahn sein. Google Stadia und Shadow sind die einzigen Streamingdienste, die eine Auflösung bis zu 4K ermöglichen. Dementsprechend verlangen sie aber auch eine hohe Datenbandbreite um diese Performance zu ermöglichen. Natürlich gibt es auch preisliche Differenzen. Mit nur 5,49 Euro pro Monat ist GeForce Now die günstigste Bezugsquelle. Die teuerste ist Shadow, die 15 Euro monatlich verlangt. Was alle miteinander gemeinsam haben, ist die Möglichkeit die Angebote flexibel zu kündigen. Für den Fall, dass man kein Interesse mehr an der Cloud Gaming Funktionen hat lässt sich der Vertrag jeden Monat auflösen.

Ausblick für die Zukunft
Seit dem die Gaming Szene um den Bereich des Cloud Gamings erweitert wurde gibt es viele Diskussionen, wie sich der neue Markt in Zukunft bewegen wird. Sicher ist, dass keine der Plattformen im finalen Zustand ist. Viele wichtige Funktionen fehlen noch, die das Gefühl und die Atmosphäre beim Zocken vervollständigen. Die größten Hindernisse bestehen aktuell darin, auch bei weniger als 50 Mbit/s einen stabilen und qualitativen Stream aufrecht zu erhalten. Außerdem müssen die Bild- und Audiofeatures noch weiter verbessert und ausgereift werden. In diesen Bereichen hat der gewöhnliche Gamer mit seinem Home-Setup noch ganz klar die Nase vorn. Durch die voranschreitende Digitalisierung ist es ebenfalls für jeden der Anbieter wichtig eine App über ihr System zu veröffentlichen. Bisher haben nur wenige ihren Support auch auf Smartphones ausgerichtet. Alternativ ist natürlich auch eine stärkere Internetverbindung für die einzelnen Haushalte wichtig. Durch ansteigende Qualitätsanforderungen der Nutzer fallen auch größere Datenpakete an, die übertragen werden müssen. Als Konsequenz dieser Steigerung folgt eine höhere Belastung für die Datenverbindung. Die Anforderungen könnten so überdurchschnittlich ansteigen und den Benutzer dazu zwingen die Qualität des Spiels manuell niedriger einzustellen. Darunter leidet natürlich wieder der Spielspaß und die Atmosphäre beim Zocken.

Letztendlich bleibt die Weiterentwicklung von Cloud Gaming spannend. Doch durch steigende Nutzer- und Käuferzahlen lässt sich klar ein Wachstum auf dem neuen Markt beobachten. Wie dieses Wachstum sich in der Zukunft allerdings tatsächlich auswirkt und wie die Anbieter ihre durchaus sehr guten Vorarbeiten ausschöpfen, bleibt offen.

Eine genaue Auflistung der einzelnen Anbieter finden Sie in der Dezember-Ausgabe des TRENDYone-Magazins. Diese ist ab 2. Dezember an allen bekannten Auslagestellen erhältlich oder hier im e-paper: https://www.trendyone.de/magazin

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