Hybrid-Brettspiele: Die neue Generation des Spielens

Das mobile Endgerät nimmt eine wichtige Rolle ein

Die Digitalisierung hat nun auch auf dem Spiele-Markt zugeschlagen. Die Entwicklung geht dort nämlich zu mobil ausgelagerten Spielen, sogenannten Hybrid-Brettspielen. Das klassische Spiel wird mit einer App kombiniert, die wiederrum auf einem mobilen Endgerät installiert wird. Der Mix aus Tablet oder Smartphone mit dem Brettspiel bringt einen ganz neuen Reiz mit sich. Wo liegen die genauen Unterschiede zum klassischen Brettspiel? Und welche Hybrid-Spiele sind besonders gut?

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Bild: stock.adobe.com

Was sind Hybrid-Brettspiele?

Wer kennt sie nicht? „Monopoly“, „Spiel des Lebens“ oder „Risiko“. Klassische Brettspiele, die Jung und Alt begeistern und zum familiären oder freundschaftlichen Spieleabend einfach dazugehören. Doch das war einmal. Lange Zeit hieß das Spiele-Erlebnis nicht mehr Brettspiel, sondern Videospiel. Spielekonsolen, die über Computer oder Fernseher laufen, haben die alt bekannten Spiele teilweise abgelöst. Vor allem die junge Generation war begeistert von der neuen Art des Spielens.

Der aktuellste Trend hingegen scheint wieder einen Schritt zurück zu machen. Hybrid-Spiel ist das Zauberwort. Weder Fernseher noch Computer werden hier mit dem Spiel kombiniert, sondern mobile Endgeräte. Egal ob Tablet oder Smartphone – die Begeisterung für den Mix aus Digital und Analog scheint unabhängig von den verschiedenen Altersgruppen zu sein. Das Klassische wird ganz einfach mit dem Neuen verbunden. Womöglich, um vor allem wieder die ältere Generation ins Boot zu holen.

Unterschied zu klassischen Spielen

Die Neuerung? Spieler können oder müssen je nach Spiel eine zusätzliche App zum Brettspiel downloaden. Je nach Spiel ist die Installation kostenlos. Die App kann dann zum einen als Erweiterung dienen: Das heißt, dass das klassische Brettspiel auch ohne funktionieren würde. Falls man die App aber downloadet, gibt es als Belohnung zusätzliche Funktionen und Interaktionen. Das Brettspiel bekommt also einen neuen, interaktiven Charakter. Diese Neuerung nutzen viele Spieleverlage bei ihren Klassikern. So hat beispielsweise KOSMOS als einer der ersten angefangen: Der Spiele-Hit „Siedler von Cantan“ wurde mit einer App erweitert, um unterschiedliche Extras anzubieten. Das Produkt wird dadurch attraktiver und differenziert sich von der Konkurrenz – ein großer Vorteil auf dem Game-Markt.

Die App kann zum anderen aber auch grundlegend für das Spiel sein: Das heißt, dass das Brettspiel nur mit ihr funktioniert. Ohne geht also nichts. Hier unterstützt die App den Spieler dann beispielsweise beim Würfeln, der Aufgabenstellung, dem Schwierigkeitsgrad oder der Auswertung. Zudem kann die App den Spiel-Zwischenstand speichern, unterschiedliche Schwierigkeitsgrade zur Verfügung stellen und Effekte beziehungsweise Simulationen ermöglichen. Natürlich können auch die Spielregeln erklärt werden. 

Ein Beispiel

Zu den gelungenen Beispielen gehört laut der Neuen Osnabrücker Zeitung das Spiel „Vollmondnacht“, welches auf dem Kult-Spiel „Die Werwölfe von Düsterwald“ basiert. Jedem Mitspieler wird geheim ein Charakter zugelost. Die Gruppe der Dorfbewohner muss mindestens einen Werwolf entlarven, die Werwölfe müssen unentdeckt bleiben. Die App nimmt dabei die Rolle des Moderators ein, der in der Nachtphase ansagt, welcher Charakter aufwacht, seine Augen öffnen und die für seine Rolle typische Aktion ausführen darf. Die App fungiert danach als Timer und lässt die Zeit herunterlaufen, in der die Gruppe diskutiert, analysiert, beschuldigt, flunkert und abwiegelt. Nach dem Countdown entscheidet sich in einer finalen Abstimmung, ob Dorfbewohner oder Werwölfe gewinnen. 

Der Vorteil der App: Alle Teilnehmer können sich ganz auf das Spiel konzentrieren. Das mobile Endgerät hat die Regeln im Griff und ermöglicht zudem auf einfachste Weise einzustellen, welche Charaktere im Spiel sind und wie lange die Phasen für Aktionen und die abschließende Diskussion dauern sollen. Die App überzeugt als praktisches Hilfsmittel in einem kommunikativen Spiel. |Text: Franziska Niebert