IKEA möchte nach Memmingen: Ulm wird kannibalisiert
Das schwedische Unternehmen IKEA plant die Eröffnung eines Einrichtungshauses mit einem Fachmarktzentrum in Memmingen. Das gaben der Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger für die Stadt Memmingen und Vertreter von IKEA heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt.
IKEA am Autobahnkreuz stärkt das Oberzentrum Memmingen
„Ich begrüße die Ansiedlung von IKEA sicher auch im Namen von vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern sehr. IKEA am Autobahnkreuz stärkt das Oberzentrum Memmingen und wird sich positiv auf die gesamte Memminger Wirtschaft und den Einzelhandel auswirken. Die hohe Investition von IKEA gewinnt mit der damit möglichen Umsiedelung der RB- Genossenschaft eine weitere, zukunftsorientierte städtebauliche Dimension“, so Dr. Ivo Holzinger. Auch IKEA bekräftigt das große Interesse und die hohe Bedeutung einer Ansiedlung in Memmingen. „Memmingen ist ein sehr attraktiver Einzelhandelsstandort, bedingt durch die zentrale Lage der Stadt und die große Relevanz im Allgäuer Raum. Wir freuen uns sehr, dass auch IKEA bald ein Teil des Tores zum Allgäu sein wird“, sagt Rainer Bastians, Geschäftsführer IKEA Centres Deutschland.„Wir möchten unseren Kunden in Deutschland den Besuch bei IKEA innerhalb einer Fahrtzeit von 20 bis 40 Minuten ermöglichen. Unser Standort in Memmingen wird die Wege für unsere Kunden aus dem Allgäu und der Bodenseeregion künftig deutlich kürzer machen. Überzeugt hat uns besonders die innenstadtnahe und zugleich verkehrsgünstige Lage direkt am Autobahnkreuz A7/A96“, so Bastians.
Mit der Ansiedlung des Einrichtungshauses und des Fachmarktzentrums in der Buxheimer Straße soll die aktuell noch bestehende Lücke im Einzelhandel zwischen dem Gewerbegebiet Nord und der Memminger Innenstadt geschlossen und damit eine stärkere Verbindung der Stadtteile geschaffen werden. „IKEA ist ein Publikumsmagnet, der die Attraktivität unseres Einzelhandelsstandorts weiter stärken und zusätzliche Besucher in die Stadt bringen wird. Davon wird auch unsere Innenstadt profitieren“, sagt Dr. Ivo Holzinger.
Ziel: Treffpunkt für die Bürger
Ziel ist es, mit dem Einrichtungshaus und Fachmarktzentrum in Memmingen einen Treffpunkt mit Marktplatzcharakter für die Nachbarn und Bürger zu schaffen. Dazu gehören zum Beispiel eine ansprechende Architektur mit vielen Grünflächen und Aufenthaltsqualität, eine energieeffiziente Bauweise mit Grünbedachung, eine gute Anbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr sowie Serviceeinrichtungen wie eine E-Tankstelle, an der die Kunden während ihres Einkaufs ihr E-Fahrzeug kostenlos aufladen können. IKEA wird nun gemeinsam mit den zuständigen Behörden in das weitere Genehmigungs- verfahren gehen und hofft auf eine gute Unterstützung von allen Beteiligten. Für das kommende Frühjahr ist eine erste Informationsveranstaltung für die Nachbarn und Bürger geplant.
Das Unternehmen möchte in Memmingen über 100 Millionen Euro investieren und eine Gesamtverkaufsfläche von 56.600 Quadratmetern realisieren - rund die Hälfte davon für das Einrichtungshaus. Mit der Kombination aus Einrichtungshaus und Fachmarktzentrum sollen etwa 350 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Angebot soll dabei insbesondere ergänzende Einzelhandelssortimente umfassen, die bisher in Memmingen nicht oder nur wenig vertreten sind, etwa aus den Bereichen Möbel und Einrichtung oder Bauen und Heimwerken. Wenn alle Genehmigungen positiv verlaufen, könnte 2018 mit dem Bau begonnen werden, der geplante Eröffnungstermin ist Ende 2019.
Augsburg und Ulm werden "kannibalisiert"
Auf die Frage, welchen Einfluss die Ansiedlung IKEAs auf die Standorte Augsburg und Ulm haben wird, meint Bastians, es sei einkalkuliert und beabsichtigt, dass die Standorte Augsburg und Ulm „kannibalisiert“ werden. Konkret bedeute das, dass Kunden aus dem Allgäu, die bisher rund 100 km fahren mussten, von Augsburg und Ulm abgezogen werden. Dadurch würde sich die Qualität des Einkaufserlebnisses in den beiden Möbelhäusern verbessern, da diese aktuell an hoch frequentierten Tagen von einer extrem hohen Auslastung geprägt seien. Des Weiteren verspreche sich der Konzern davon jeweils eine Weiterentwicklung und angepasste Ausrichtung der Einrichtungsmärkte in Augsburg und Ulm.