JU-Kempten fordert Nachtbussystem für Kempten und Altlandkreis

Mobil durch die Nacht

Tim Berchtold von der Fraktion der Jungen Union im Kemptener Stadtrat stellte unlängst eine Antrag auf Erarbeitung und Einführung eines Nachtbussystem in der Stadt Kempten und den umliegenden Gemeinden des Landkreis Oberallgäu. Hier sein Antrag im Wortlaut:

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Viele wünschen sich ein besseres Nachtbussystem in Kempten. Nun stellte Tim Berchtold von der JU-Fraktion einen entsprechenden Antrag im Stadtrat.Bild: privat
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„Das bestehende AST-System (Anruf-Sammeltaxi) ist ein Angebot das in den 1990er Jahren auf den Weg gebracht wurde, um eine Grundversorgung im ÖPNV in den Abendstunden und außerhalb des bestehenden Busangebotes für die Bürger der Stadt Kempten und den Umlandgemeinden zu gewährleisten. Die Stadt Kempten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich verändert. Neben der deutlichen Steigerung der Einwohnerzahl hat die enorme Entwicklung an der Hochschule Kempten aber auch das stetig anwachsende Sport-und Kulturangebote in der Stadt zu einer veränderten Anforderung auch an den öffentlichen Verkehr geführt.

ÖPNV den Anforderungen anpassen

In einer Hochschulstadt, wie sich Kempten zu Recht nennt, mit seiner Vielzahl an jungen Menschen in Stadt und Umland, ist es nicht mehr vertretbar, ohne klares, einfaches und verständliches ÖPNV-Angebot auch außerhalb der Hauptverkehrszeiten auszukommen. Alle bisherigen Gutachten und Verkehrsplanungen bestätigen die klare Anforderung die anhaltend von den Bürgern gestellt werden. Das bestehende AST-System hat seit jeher mit einer schwachen Akzeptanz zu kämpfen. Hinzu kommt ein maßgebliches Manko das darin liegt, dass lediglich die Fahrten vom Zentrum in die Stadtteile und noch entscheidender nur stadtauswärts in Richtung der Umlandgemeinden möglich ist. In umgekehrter Richtung jedoch nicht. Der Bürger der Stadt Kempten hat demnach keine Möglichkeit, mit dem öffentlichen Verkehr Veranstaltungen in den Umlandgemeinden zu erreichen und wieder zurück (beispielhaft seien hier Veranstaltungen wie die Freilichtspiele in Altusried genannt, diverse Musikfeste, abendliche Sportveranstaltungen usw.). Gleiches gilt in umgekehrter Form: Bürger des Landkreises kommen zwar mit dem heutigen AST-System bei Voranmeldung wieder zurück in die Umlandgemeinden aber abendliche Einfahrten in die Stadt sind aus den Gemeinden nicht möglich was insbesondere für jüngere Menschen eine deutliche Einschränkung ist. Ein Grund-Bus-Angebot (siehe Linienvarianten bei den Nachbussen zur Allgäuer Festwoche) mit Hin-und Rückfahrten, bedarfsgerechtem und vernünftigem regelmäßigem Fahrplan, ohne Voranmeldung und mit verständlichem Tarif würde bei den Bürgern sicherlich eine deutlich größere Akzeptanz im Vergleich zum AST erfahren und dem ÖPNV insgesamt einen deutlichen Schub nach vorne bringen. Nebenbei würde damit eine entscheidende Maßnahme aus dem Mobilitätskonzept umgesetzt."

Zur Finanzierung des Projekts reichte Stadtrat Tim Berchtold die folgenden Vorschläge ein:

1. Die Verwendung der bisher seitens des KKU und dem Landkreis bereitgestellten Defizitausgleiche für das bestehende AST-System auf ein solches Bussystem zu übertragen.

2. Eine angemessene Ausweitung der bisherigen Mittelbereitstellung durch die Stadt Kempten zu prüfen

3. Förderanträge des Landes im Rahmen der FIONA (Förderung von innovativen Maßnahmen im ÖPNV und neue Maßnahmen zur Schaffung nachhaltiger Angebote die die Qualität und Attraktivität des ÖPNV verbessern) zu stellen.

4. Wenn möglich eine Begleitung des Projekts durch den Landkreis Oberallgäu zu besprechen

5. In Zusammenhang zu Pkt. 4: die Anwendbarkeit des bayerischen Förderprogramms „Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum für bedarfsorientierte Bedienformen des allgemeinen ÖPNV und Pilotprojekte landkreisübergreifender Expressbusverbindungen im Omnibusverkehr) zu prüfen und ggfs. Mittel hieraus zu beantragen.

6. In Zusammenarbeit mit der MONA GmbH ein Marketing-Konzept zu entwickeln, damit das neue Busangebot auch aus einer wichtigen Finanzierungssäule des ÖPNV mitgetragen wird -den tatsächlichen Fahrgeldeinahmen durch die Nutzer der Angebote.