Kemptener Elterninitiative vernetzt sich schulübergreifend

Smartphonefreie Kindheit:

Eltern und Lehrkräfte aus 14 Schulen fordern smartphonefreie Klassen – Deutschlands bekanntester Jugendforscher Simon Schnetzer unterstützt die Bewegung

cropped-1779461458-download-2
Die Kemptener Gruppe gehört zur bundesweiten Initiative Smarter Start ab 14 und der weltweiten Elternbewegungen Smartphone Free Childhood.Bild: smarterstartab14
Bei einem Vernetzungstreffen am Donnerstag, 21. Mai 2026, kamen Eltern, ElternvertreterInnen sowie Lehrkräfte aus insgesamt 14 Schulen in Kempten und Umland zusammen – darunter 9 Grundschulen und 5 weiterführende Schulen, inklusive aller Kemptener Gymnasien. Gemeinsames Ziel: smartphonefreie Klassen durchsetzen und möglichst viele Familien dazu bewegen, ihren Kindern frühestens ab 14 Jahren ein eigenes Smartphone zu geben – damit eine smartphonefreie Kindheit möglich ist und smartphonelose Kinder keine Außenseiter sind.

Die Kemptener Gruppe gehört zur bundesweiten Initiative Smarter Start ab 14 und der weltweiten Elternbewegungen Smartphone Free Childhood. In Kempten und Umland zählt sie bereits rund 80 Mitglieder in fünf Schulgruppen und einer Regionalgruppe. Auch in Immenstadt ist sie stark verankert.

Wissenschaft trifft persönliche Betroffenheit

Prominente Unterstützung erhält die Initiative von Simon Schnetzer, Deutschlands renommiertestem Jugendforscher, dessen Kinder Schulen in Kempten und Umland besuchen. Seine Jugendstudien liefern bundesweit beachtete Daten zur Smartphone- und Mediensucht unter Jugendlichen – und persönlich brennt er für das Thema.

„60 Prozent der jungen Menschen in Deutschland zeigen suchthaftes Nutzungsverhalten von Smartphones. Ich engagiere mich für Smarter Start ab 14, um Medienkompetenz zu fördern und diese Gefahr so lange wie möglich herauszuzögern. Ganz persönlich wünsche ich mir, dass meine Kinder beim Übertritt zur weiterführenden Schule eine smartphonefreie Klasse wählen können.“
– Simon Schnetzer, Jugendforscher

Gemeinsam den Gruppendruck brechen

Der Ansatz ist bewusst kollektiv: Erst wenn genügend Familien mitmachen, verliert das Smartphone seinen Status als selbstverständliches Kinderaccessoire. Die Initiative lädt deshalb auch PädagogInnen, Schulen und städtische Einrichtungen ein, sich zu vernetzen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Von smartphonefreien Klassen profitiere die gesamte Schulgemeinschaft – durch mehr Konzentration, weniger Konflikte und ein gesunderes soziales Miteinander.

„Die enorme Resonanz auf unser erstes schulübergreifendes Vernetzungstreffen zeigt: Der Wunsch nach Veränderung ist da. Eltern wollen das, Lehrkräfte wollen das. Was wir jetzt brauchen, sind Schulen und Institutionen, die mitziehen – denn eine smartphonefreie Kindheit ist keine Privatentscheidung, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe.“
– Amelie Huber, Regionalgruppe Kempten

Über Smarter Start ab 14

Smarter Start ab 14 ist eine bundesweite Elterninitiative, die vor sieben Jahren von Eltern gegründet wurde und seitdem stark gewachsen ist: Heute zählt sie rund 2.100 lokale Elterncommunities mit über 20.000 Mitgliedern deutschlandweit. Die Initiative ist Teil der globalen Bewegung Smartphone-Free Childhood und vernetzt Familien, Schulen und Fachleute. Mehr Informationen: www.smarterstartab14.de