Kurdendemonstration in Kempten fordert Unterstützung beim Kampf gegen den IS
Verraten und verkauft?
Kempten…Lange Zeit waren die kurdischen Kämpfer der SDF der militärische Arm der USA und EU im Kampf gegen den Islamischen Staat in Syrien und im Irak.
Kundgebung auch in der Allgäu Metropole
In Kempten/Allgäu wurden die Kurden dabei von „Kempten gegen Rechts“ unterstützt. Dieses Vereinigung übernahm größtenteils die Organisation und Anmeldung der Kundgebung, die am Samstag Nachmittag auf dem Hildegardplatz begann, sich dann zum August-Fischer-Platz bewegte und schliesslich wieder zum Hildegardplatz zurückkehrte. Rund 300 Menschen nahmen an der friedlichen Demonstration teil. Im Gespräch mit Teilnehmern äußerten diese Enttäuschung über die Wende in der deutschen Aussenpolitik und die mangelnde Unterstützung Deutschlands für die kurdische Sache in Syrien. „Wir wollen vor allem endlich Frieden in der Region.“, erklärt ein kurdischer Demonstrant. Dass sich die Kurden mehr Zuspruch für ihre Demonstration gewünscht hätten, wird durch einzelne Teilnehmer geäußert. Ein kurdischer Teilnehmer erklärt, die deutsche Unterstützerseite befinde sich derzeit in einem Disput, der im Nahost-Konflikt begründet liegt. Manche würden es eher mit Kurdistan, Israel und den Studenten in Teheran halten; andere möchten die palästinensisch-arabische Sache unterstützen. „Leider gibt es hier aktuell keine einheitliche Sicht.", so ein Teilnehmer. Die Polizeiinspektion Kempten bestätigte auf Nachfrage den friedlichen, störungfreien Verlauf der Veranstaltung.
Stimmen von der Demonstration
„Wenn die dschihadistischen Kräfte hier wieder an Stärke gewinnen, wird dies eine Bedrohung für die gesamte Menschheit darstellen. Beendet diesen Krieg, um ein weiteres Massaker an Frauen, Kurd*innen und anderen Minderheiten in der Region zu verhindern. Beendet diesen Krieg, um die Frauenrevolution zu schützen, die ein Leuchtfeuer der Hoffnung für freiheitssuchende Menschen weltweit ist.“, so das Bündnis „Kempten gegen Rechts“ auf der Kundgebung.
Ein Redebeitrag
„[…] Dabei ist eines völlig klar: Die kurdische Bewegung und die demokratischen Kräfte vor Ort haben über Jahrzehnte – und besonders in den letzten Jahren – gegen islamistische Terrororganisationen gekämpft. Sie haben das mit einem hohen Preis getan: mit tausenden Toten, mit zerstörten Städten, mit unvorstellbarem Leid. Und sie haben dabei etwas aufgebaut, das in der Region selten ist: Strukturen, in denen Minderheiten Schutz finden, in denen Religionsfreiheit nicht nur ein Wort ist, in denen Frauen nicht an den Rand gedrängt, sondern in den Mittelpunkt politischer Teilhabe gestellt werden. Gerade deshalb fürchten Kurd*innen heute die Rache der Islamisten und ihrer Verbündeten: Massenverschleppungen, Vergewaltigungen, Massaker, „Säuberungen“.
Was wir aus der Geschichte der Region wissen, ist: Wenn dschihadistische Kräfte Gebiete erobern, dann ist Gewalt gegen Frauen und Minderheiten nicht „Begleiterscheinung“, sondern System. Und genau deshalb dürfen wir nicht schweigen. Seid laut mit uns."













