Männer nehmen großen Einfluss auf Geburtenraten

Zwischen Geschlechterverhältnis und Geburten besteht deutlicher Zusammenhang

Die Geburtenrate gibt jedes Jahr Auskunft darüber, in welchen Regionen die meisten Kinder geboren werden. Die Analyse betrachtet jedoch nur das Verhalten von Frauen. Eine neue Methode bezieht vor allem Männer mit ein und kommt auf ein ganz neues Ergebnis.

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Eine neue Methode zur Analyse der Geburtenrate hat herausgefunden, dass das Verhältnis zwischen den Geschlechtern einen großen Einfluss auf Geburten hat. Werden die Geburten nicht wie sonst je Frau, sondern je Mann berücksichtigt, fallen einige Unterschiede auf.

Betrachtet man 100 Frauen im Alter zwischen 20 und 44 Jahren, im Verhältnis zu 101 Männern, werden in dieser Altersgruppe 0,018 Kinder je 100 Frauen mehr geboren. Kommen aber 101 Frauen auf 100 Männer, steigen die Geburten um 0,031.



Wird die ganze Bevölkerung, also Männer und Frauen gemeinsam betrachtet, kommt es bei einem starken Männerüberschuss von 110 Männern pro 100 Frauen zu einer auffallend niedrigen Geburtenrate. Die Geschlechterverhältnisse unterscheiden sich jedoch auch regional sehr stark. So ist der Männeranteil im Jahr 2015 in Hamburg mit 98,8 Männern pro 100 Frauen am niedrigsten. In den ostdeutschen Bundesländern liegt der durchschnittliche Männeranteil bei 108. In Westdeutschland kann nur Niederbayern mit diesem Wert mithalten. In Sachsen sind auch die Geburtenzahlen am höchsten, mit 317 pro 10.000 Einwohnern in der Region Dresden und 310 in der Region Chemnitz. Dagegen sind die Geburten im Saarland am niedrigsten mit einem Wert von 266. 

Weitere Infos: https://www.iwkoeln.de/studien/iw-reports/beitrag/wido-geis-katrin-orth-geschlechterverhaeltnisse-und-geburten-in-den-deutschen-regionen-367043