Neugestaltung Stadtpark Kempten schreitet voran

„Frischer Wind für Kemptens Mitte"

Kempten…Der Ruf des Kemptener Stadtparks hatte in den vergangenen Jahren arg gelitten. Von vielen Bürgern wurde eine mangelnde Aufenthaltsqualität angemahnt und bei Dunkelheit schienen viele froh zu sein, den Park zügig durchquert zu haben. Nun erhält der Stadtpark Kempten ein neues, freundliches Gesicht. In den vergangenen Jahren wurden die Bürger an Infoständen unter dem Motto „Frischer Wind für Kemptens grüne Mitte" um ihre Meinung gebeten, wie ein zukünftiger Stadtpark angelegt sein sollte. Diese Evaluation diente als Grundlage für einen Wettbewerb unter Städteplanern und Landschaftsarchitekten. Durchgesetzt hatte sich am Ende der Entwurf des Landschaftsarchitekturbüros Grieger & Harzer GbR aus Berlin. Für die Realisation beauftragte das Architekturbüro die Firma Kutter GmbH & Co. KG Bauunternehmung aus Memmingen. Pünktlich nach dem Abbau der 69. Allgäuer Festwoche begannen im Herbst 2018 die Umbauarbeiten. Im Oktober wurde die Baustelle eingerichtet und Baumschutzmaßnahmen an Stämmen und Wurzeln vorgenommen. Im November begann der Bodenabtrag und die Kanal- und Erdarbeiten. Im Dezember wurde Frostschutzkies eingebracht und Vorrichtungen für die Ver- und Entsorgung der Allgäuer Festwoche angebracht. Damit legt sich die Stadt Kempten langfristig für den Standort Stadtpark für die Allgäuer Festwoche fest, wie es der Leiter des Referats Planen, Bauen und Verkehr Tim Koemstedt bestätigte: „Die 70. Allgäuer Festwoche und die ihr folgenden werden auf dem traditionellen Stadtparkgelände stattfinden."

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Gas geben beim Pflaster verlegen, Mitte Juli werden die Bauarbeiten wegen der 70. Allgäuer Festwoche unterbrochen.Bild: Jörg Spielberg
1. Bauabschnitt

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 5,65 Mio. Euro. 4,37 Mio Euro werden für den Tiefbau aufgewendet, für die Ver- und Entsorgung (Wasser, Strom, Kanal) sind 610.000 Euro veranschlagt, die Baunebenkosten betragen 670.000 Euro. Die Neugestaltung des Stadtparks wird im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Zukunft Stadtgrün" mit Mitteln in Höhe von 2,16 Mio Euro des Bundes und des Freistaat Bayern gefördert. Neben der von der Mehrheit der Bürger gewünschten Auslichtung des Geländes werden u.a. 6.400 qm2 Pflaster verlegt, 1.000 qm2 wassergebende Fläche und 5.000 qm2 Wiesenfläche werden entstehen. Die gesamte Neugestaltung des Stadtparks vollzieht sich in zwei Bauabschnitten. Bis zum Aufbau der 70. Allgäuer Festwoche Mitte Juli soll nach Bauplan das Pflaster verlegt sein, der Strauchbestand gelichtet sein und die Stahlbänder-Einfassungen für die neuen mauerähnlichen Umrandungen der vier Grüninseln montiert sein. In die vier niederen Mauerwerke werden hölzerne Sitzbänke eingelassen sein, die zukünftig mehr Besuchern des Stadtparks die Möglichkeit geben, sich eine Ruhepause zu gönnen. Die Sitzbänke geben sowohl den Blick frei auf das Grün des Stadtparks, als auch auf das in der 2. Bauphase enstehende Spielgerät und Wasserspiel. Allerdings befinden sich einige der Arbeiten aufgrund des langen Winters derzeit noch im Verzug.



2. Bauabschnitt

Nach Abschluss der 70. Allgäuer Festwoche wird mit dem 2. Bauabschnitt begonnen. Dann ensteht im nordwestlichen Teil das große Spielgerät zum Klettern, Turnen und Entspannen mit einer Gesamthöhe von 3 m und im nordöstlichen Teil entsteht vor der neuen Sparkasse das große Wasserspiel mit 5 Wasserfontainen, die ähnlich getaktet sein werden wie beim Wasserspiel auf dem August-Fischer-Platz. Hernach werden die Beleuchtungskörper angebracht und Überdachungen und Sitzelemente werden installiert. Zudem sind letzte Landschaftsbauarbeiten vorgesehen. Den Schlusspunkt setzt die Installation der neu verglasten und überdachten Bushaltestellen. Die Arbeiten sollen laut Bauablaufplan im November 2019 abgeschlossen sein. Ab dann wird auch die Straße Am Stadtpark für den Verkehr gesperrt sein.

Noch mehr Baustellen

Im Gespräch mit TRENDYone gab der Leiter des Referats für Planen, Bauen und Verkehr auch Auskünfte zu anderen Bauvorhaben der Stadt. Der von Oberbürgermeister Thomas Kiechle vorgeschlagene Neubau einer Stadtbücherei auf der Zumsteinwiese ist vom Tisch. In die engere Wahl fällt nun ein etwaiger Neubau auf dem Gelände der Schwaigwiesschule, in der zur Zeit die VHS beheimatet ist. Ein Neubau könnte dort Platz schaffen für die Stadtbücherei und die VHS. Als weiterer Standort wird eine Unterbringung in einem möglichen Sparkassenneubau an der nördlichen Königstraße angedacht. Hier wäre eine Unterbringung nur für eine Institution möglich – Stadtbücherei oder VHS. Noch nicht ganz abgeschrieben ist die Option, die bestehende Stadtbücherei in der Orangerie nördlich zu erweitern. Beim Stand zum Bauloch konnte Tim Koemstedt verkünden, dass Einvernehmen des Investors Novinta und dem Gestaltungsbeirat der Stadt Kempten über die Kubatur des Gebäudes erzielt wurde. Am August-Fischer-Platz wird ein sechsgeschossiges Appartmenthaus ohne Einzelhandel entstehen. Nördlich vom Baulochgelände entsteht z.Z. an der Ecke Königstraße/Beethovenstraße ein Zwei-Sterne Hotel. In punkto Burghalde gibt es seitens des Referatsleiters nicht wirklich neues zu verkünden. Noch wird an Konzepten gearbeitet, um mehr Aufenthaltsqualität auf das erhöhte Gelände zu bringen und Ideen entwicklt, wie der Zugang zur Burghalde für die Besucher bequemer wird. Das könnte nach Vorstellungen einiger Lokalpolitiker eine Seilbahn sein, die Bürger und Gäste der Stadt vom Bahnhof über die Innenstadt auf die Burghalde und den APC bringen könnte. „Das ist bisher nur ein Vorschlag der CSU-Fraktion im Stadtrad, zu dem wir uns zum jetztigen Zeitpunkt nicht äußern möchten.", so Tim Koemstedt. In einer letzten Ausschußsitzung des Kemptener Stadtrats wurde die Verwaltung allerdings nun durch einen Mehrheitsbeschluss dazu beauftragt „die weiteren Schritte zur Erabeitung eines konkreten Konzeptes zur Realisierung einer Stadtseilbahn einzuleiten". Für die Erstellung eines solchen Gutachtens stimmten Oberbürgermeister Thomas Kiechle (CSU), Kemptens 2. Bürgermeisterin Sibylle Knott (FW), der Fraktionsvorsitzende der Grünen Thomas Hartmann und die CSU-Fraktion. Dagegen stimmten u.a. die Stadträte Oberdörfer (SPD), Schrader (SPD), Hitscherich (ÖDP) und Hold (FW).