Öffnung der Nachtgastronomie in Ulm

Es darf wieder gefeiert werden!

Baden-Württemberg hat als erstes Bundesland entschieden, Kulturveranstaltungen sowie die Nachtgastronomie, ab sofort und unabhängig der Inzidenzentwicklung, wieder vollständig zu öffnen. Unter der Voraussetzung der 3G (geimpft, getestet oder genesen), dürfen nun Clubs und Discotheken sogar direkt wieder mit voller Gästekapazität öffnen. Auch Masken müssen dort dann nicht mehr getragen werden. Ob und wann andere Bundesländer mit ähnlichen Entscheidungen nachziehen, ist derzeit noch ungewiss.

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Bild: adobe.stock
Für manchen wird es bestimmt ungewohnt sein, die neue Freiheit beim Feiern zu genießen. Wir vermuten jedoch, dass sich potenzielle Partygänger nach dieser langen Nightlife-Abstinenz recht schnell wieder in den Clubs und Bars ihrer Region einfinden werden. Wie betroffene Gastronomen diese Neuigkeiten und Entscheidungen der Politik bewerten, was es für sie bedeutet und wie sie damit umgehen werden, wollten wir von Club- und Discothekenbetreiber aus unserem Verbreitungsgebiet wissen:

Volker Meyer-Hertäg (Puls Club, Günzburg)

„Generell finde ich die 3G-Regel in Ordnung. Jedoch muss diese auf Antigen-Schnelltests setzen und nicht auf teure PCR-Tests. Diese können sich jüngere Gäste auf Dauer nicht leisten. PCR-Testpflicht finde ich vollkommen überzogen und praxisfern. Ich denke, dass Bayern ähnliche Regeln wie Baden-Württemberg machen wird. Wenn die Corona Regeln anwendbar sind und man mit diesen wirtschaftlich arbeiten kann, könnten wir sofort öffnen. Wir sind vorbereitet. Ich gehe allerdings auch davon aus, dass die Impfbereitschaft durch die eventuell kommenden Regelungen steigen werden.“

Mario Schneider (Theatro Club, Ulm)

„Ich begrüße diese Entscheidung sehr und freue mich, dass wir endlich wieder das machen dürfen, was wir lieben. Die 3G Regel ist eine absolut richtige Entscheidung. Hier können Menschen, die Angst vor einer Impfung haben, eine weitere Alternative wählen und werden nicht ausgegrenzt. Das ist ein gutes Zeichen, ein Zeichen auf Augenhöhe mit allen Menschen. Unser „Zirkel854“ wird bestehen bleiben und bekommt quasi das Update „Tanzen“ hinzugefügt. Wir öffnen nach wie vor freitags und samstags von 20 bis 03 Uhr. Ich persönlich denke, dass die Impfbereitschaft steigen wird. Diese Lockerung geht auch mit diesem Ziel einher. Das sollte jedem Clubber und Clubbetreiber klar sein. Wichtig ist, dass jeder Mensch eine Wahl hat: Impfung oder Testung. Es gibt Menschen, die vielleicht Angst vor einer Impfung haben – diesen sollte man eine Alternative anbieten. Daher ist die Regelung mit der Testung großartig.“

Johannes Palmer (Parktheater, Kempten)

„Grundsätzlich denken wir, dass eine Cluberöffnung mit Gästebegrenzung bzw. Abstandsregeln absolut keinen Sinn macht. Die Atmosphäre, die in einem Club gewünscht ist, basiert nunmal auf geringe Abstände und dem daraus resultierenden Gemeinschaftsgefühl. Wir halten eine Öffnung ohne Gästebegrenzung für längst überfällig wenn man bedenkt, dass im nicht einmal 30 Km entfernten Österreich. Wir glauben aber generell an eine baldige Öffnung und bereiten uns dementsprechend auf verschiedene Szenarien vor. Ein Club steht unserer nach für Freiheit & Selbstbestimmung und sollte nicht von der Politik als Instrument für eine „Impfpflicht durch die Hintertüre“ missbraucht werden. Wir sehen das aktuelle Geschehen kritisch und wollen grundsätzlich niemanden den Zugang zur Clubkultur verweigern. Sobald die Zugangstest kostenpflichtig werden, wird vermutlich auch die Impfbereitschaft steigen. Nur zu welchem Preis?“