Pansexualität - was ist das eigentlich?

Liebe ohne Grenzen

Im Zeitalter der sexuellen Vielfalt gibt es so einiges zu entdecken. Ältere Semester kennen die Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau. Punkt. Doch wir Menschen haben uns nicht nur in der Technik und der Wissenschaft entwickelt, sondern auch in unserer sexuellen Orientierung. Wer den Begriff „pansexuell“ noch nicht genau zuordnen kann, dem geben wir hier eine kleine Sortierungshilfe. Was genau die Pansexualität bedeutet und wo der kleine aber feine Unterschied zur Bisexualität liegt, kann Ihnen am besten Miley Cyrus verraten. Sie gilt als berühmteste Pansexuelle. Da Frau Cyrus gerade nicht zugegen ist, erledigen wir diese Aufgabe.

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Bild: adobe.stock

Was ist Pansexualität?

Das Wort „Pan“ kommt aus dem Griechischen und wird übersetzt mit „alles“, „gesamt“, „umfassend“. Sie merken, wo die Reise hingeht: Pansexualität oder auch Omnisexualität ist eine sexuelle Orientierung, bei der Menschen in ihrem Verlangen keine Vorauswahl nach Geschlecht – bzw. Geschlechtsidentität treffen. 
Bereits Sigmund Freud untersuchte in seinem Modell der Psychoanalyse, was Pansexualität ist. Der Begriff wurde hier jedoch noch als Phänomen bezeichnet, dass alle Beziehungen eines Menschen bewusst oder unbewusst mit sexuellen Gefühlen aufgeladen sind. 
Der Begriff „pansexuell“ wird auch in der Diagnosestellung der moderneren Psychiatrie verwendet. Während in den 1960er Jahren die pansexuelle Orientierung noch als Symptom der Bor- derline-Persönlichkeitsstörung definiert worden ist, wird sie heute wertfrei als normale Sexualität wie Homo-, Hetero- oder Bisexualität angesehen. Für die Sichtbarkeit der Pansexuellen in unserer Gesellschaft wurde eine Fahne entworfen. Sie ist längs gestreift in den Blockfarben pink, gelb und blau. 

Unterschied zwischen pansexuell und bisexuell

Ein pansexueller Mensch ist in der Lage, für Menschen aller Geschlechtsidentitäten sexuelle oder romantische Gefühle zu empfinden. Bisexuelle Menschen hingegen beziehen sich nur auf zwei Geschlechter – meist das eigene Geschlecht und das genau Gegenüberliegende (also homo- und heterosexuell zugleich). Sie fragen sich jetzt sicher, was es noch für sexuelle Orientierungen gibt. Das haben wir uns auch und haben deshalb recherchiert: Transgender, Intersexuelle und Zwitter sind die Bekanntesten.

Was es bedeutet, pansexuell zu sein

Wir stellen die Situation zur Vereinfachung einmal bildhaft dar:
Stellen Sie sich vor, Sie steigen in einen Bus, voll mit Menschen unterschiedlichster, sexueller Orientierung. Wären Sie bisexuell, dann würden Sie sich zu zwei dieser Orientierungen hingezogen fühlen. Wären Sie pansexuell, dann käme theoretisch der ganze Bus infrage (außer Minderjährige). Tiere ebenso wenig, aber die fahren für gewöhnlich auch nicht Bus. 

In amerikanischen Foren wird mit dem Missverständnis aufgeräumt, es handle sich bei der Pansexualität um einen Fetisch, der Küchenutensilien wie Pfannen oder Töpfe in das Liebesleben integriert. Es soll sich dahinter auch keine Ausrede verbergen, um dauerhaftes Fremdgehen zu entschuldigen. Ebenso wenig ist damit gemeint, dass pansexuelle Menschen alles und jeden lieben.

Das bewusste Hinwegsehen über Geschlechtsmerkmale als Lebensphilosophie hat der Pansexualität in den letzten Jahren enormen Auftrieb gegeben. Pansexualität rückt den Menschen als Ganzes in den Vordergrund. Es ist eine innere Haltung, alle Menschen als natürliche Varianten des Lebens zu sehen. Ein Anerkennen verschiedener Sexualitäten, Geschlechterdefinitionen und -identitäten. Oft sind Pansexuelle sehr progressive, offene Menschen, die bestehende gesellschaftliche Werte und Normen hinterfragen und für das Recht auf eine individuelle Lebensführung eintreten.
Es ist schwierig, zuverlässige Statistiken über die Anzahl von pansexuellen Personen zu erstellen. Bislang wurde auch der LGBT-Anteil (Lesbian, Gay, Bi, Transgender) der homo-, bi- und transsexuellen Menschen in der Bevölkerung nur geschätzt. Die veröffentlichte Dalia-Studie lieferte zum ersten Mal konkrete Zahlen. Mit sieben Prozent LGBT-Anteil ist Deutschland in dieser Studie sogar Spitzenreiter, gefolgt von Spanien (6,9 Prozent) und England (6,5 Prozent). Der darin vermutete Anteil der Menschen mit offener facettenreicher Neigung – also Menschen mit pansexueller Orientierung –  ist vermutlich um vieles geringer. 

Schlusswort

Unser persönliches Glück ist nicht von der sexuellen Orientierung abhängig. Ganz gleich, für welche Richtung wir uns also entscheiden: Bleiben wir uns selbst treu und füllen unsere Zeit hier auf der Erde sinnvoll aus. Mit Liebe. Und die kennt bekanntlich keine Grenzen. In diesem Sinne, alles Gute für Sie. |Text: Stefanie Steinbach