ratiopharm besiegelt mit Offensivspektakel gegen Rishon LeZion den ersten Eurocup Sieg

Der erste Hunderter unter Coach Lakovic

ratiopharm ulm beendet seine Niederlagenserie mit einem Paukenschlag! Das Team von Head Coach Jaka Lakovic beschert sich und seinen Fans gegen Rishon nicht nur den ersten EuroCup-Sieg, sondern auch einen Abend mit ganz viele Highlights. Dass beim Aufeinandertreffen der Fastbreak-orientierten Kontrahenten viele Punkte zu erwarten waren, zeichnete sich schon im Vorfeld ab.

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Bild: Magda Wietrzykowska
Doch dass beim spektakulären Ulmer Erfolg gleich Reihenweise Alley-Oop-Anspiele vollendet wurden und die Gastgeber ganz starke 45 Rebounds ergatterten, beeindruckte dann auch Rishons Coach Guy Goodes: „Sie haben heute mit sehr viel Herz und Leidenschaft gespielt“, sagte der Israeli über die Ulmer, die sich ausgelassen über ihren Erfolg freuten.

Der eine machte 33 Punkte, der andere stellte seinen 19 Zählern 16 Rebounds zur Seite. Für beide – also für Topscorer Zoran Dragic und Toprebounder Derek Willis ergab diese Leistung einen traumhaften Effektivitätswert von 30. Angesteckt von diesen individuellen Bestleistungen schüttelte das gesamte Team die Verunsicherung der letzten Wochen ab. Killian Hayes schrammte mit 15 Punkten und 9 Assists knapp an einem Double Double vorbei und mit 45 Ulmer Rebounds in Summe erreichten die Gastgeber ein bisher noch nicht gezeigtes Level. „Ich freue mich am meisten für meine Spieler, weil sie in den letzten Wochen am meisten gelitten haben. Heute feiern wir und morgen konzentrieren wir uns auf das nächste Spiel“, fasste Lakovic seine Freude in Worte.

Wenn Derek Willis schon in der zweiten Spielminute an der Mittellinie nach einem Ball hechtet und im Anschluss seinen Gegenspieler blockt, kann man davon ausgehen, dass das Energielevel der Ulmer auch 48 Stunden nach dem letzten Pflichtspiel enorm hoch ist. Wenn die Anzeigetafel nach 90 Sekunden eine Ulmer 8:0-Führung ausweist, lässt sich das als Start nach Maß beschreiben. Bis zum 16:5 dominierte ratiopharm ulm das erste Viertel, ehe der israelische Vizemeister mit einem 8:0-Lauf zurück ins Spiel fand (16:13, 6.). Mit einem spektakulären Dunk durch Alex Hamilton und einem Freiwurf nach Ulmer Ballverlust verlängerten die Israelis ihre Serie und gingen mit 16:17 erstmals in Führung. Doch mit ihrer perfekten Freiwurfquote (14/14) und einem fast perfekten Zoran Dragic (15 Pkt.) stabilisierte sich ratiopharm ulm wieder und schloss die ersten zehn Minute mit 27:27 ab.

Nach einem spektakulären Alley-Oop von Hayes auf Schilling war es zunächst Rishon, das besser in den zweiten Spielabschnitt startete (29:32). Mit zwei Steals und den daraus resultierenden Schnellangriffen erkämpfte sich ratiopharm ulm aber die Führung zurück (40:34). Mit viel Tempo und zahlreichen Abschlüssen direkt in Korbnähe durch Grant Jerrett und Willis steigerten die Ulmer ihr Selbstbewusstsein und die Führung (46:37). Dass dabei die Youngster Christoph Philipps oder Kristofer Krause auf dem Feld standen, gehört zum Selbstverständnis der Mannschaft, wie die Ballverluste, die den jungen Ulmern immer wieder unterlaufen. Die 55:47-Halbzeitführung hatte sich ratiopharm ulm mit einer Karrierebestleistung von Zoran Dragic (20 Pkt.) und einem deutlich gewonnenen Rebound-Duell (25:12) aber redlich erarbeitet.

Mit einem 7:0-Lauf erwischte Rishon ratiopharm ulm dann zu Beginn der zweiten Halbzeit eiskalt (55:55, 23.). Zwölf unbeantwortete Punkte bzw. über vier Minuten mussten die Uuulmer Fans warten, bis Hayes das 57:59 per Dunk durch den Ring schlug. Eine Initialzündung, die fünf weitere Punkte der Gastgeber zur Folge hatte (62:59). Und der Youngster hatte sich gerade erst warmgeschossen: In der Folge zeigte der 18-Jährige mit einem weiteren Dunk, einem Dreier und einem extrem lässigen Alley-Oop-Anspiel auf Jerrett sein ganzes Potenzial. Entzündet von Hayes‘ Spielfreude brachte sich ratiopharm ulm nach einem Vier-Punkt-Spiel von Andreas Obst in der 28. Minute sogar mit zehn Punkten in Front (73:63).

Zehn Minuten trennte ratiopharm ulm beim Stand von 75:68 nun noch vom ersten EuroCup-Sieg in dieser Saison. Bis zur 32. Minute blieb es bei diesem Vorsprung, dann unterliefen den Gastgebern zwei Ballverluste in Folge, die sie bei noch gut sieben Minuten auf der Uhr erneut unter Druck setzten (78:75). Getragen von Seth Hinrichs, der sich zweimal in Folge in der Zone durchsetzte und von Willis, der zwei Dreier einstreute, überstanden die Ulmer den Stresstest (88:80, 36.). Und Willis und Dragic legten nach: Mit zwei weiteren Dreiern erhöhten sie auf 94:83. Auch als es in den letzten zwei Minuten noch einmal hektisch wurde, verloren die Ulmer nicht den Fokus. Und dass Coach Lakovic die Auszeit, die sein israelischer Pendant drei Sekunden vor dem Ende nahm, ebenfalls mit einem Timeout bei noch 0,7 Sekunden auf der Uhr beantwortete, passte zu dieser Ulmer Coolness. Insbesondere deshalb, weil Hinrichs dieser Bruchteil einer Sekunde reichte, um einen Pass auf Jerrett zu spielen, den dieser zum 103:89-Endstand in den Korb legte.


Jaka Lakovic: „Es fühlt sich gut an, wieder zu gewinnen. Aber mehr als alles andere freue ich mich für meine Spieler. Sie haben in den letzten 27 Tagen wohl am meisten unter unserer Negativserie gelitten. Ich habe den Eindruck, dass sie heute einen Weg gefunden haben, unser Spiel zurückzubringen und ich hoffe wir können das fortsetzen. Ich freue mich wirklich sehr für die Spieler, die Fans und den ganzen Club. Leider war es aber nur ein einziges Spiel. Wir können heute ein bisschen feiern, aber morgen ist wieder ein neuer Tag und wir starten mit der Vorbereitung für das nächste Spiel.“