Sneaker gegen Sommerrock: Kleidertauschpartys als Trend-Event

Tausch Teil um Teil

Wer kennt es nicht? Kleiderschrank voll, aber nichts zum Anziehen! Doch anstatt sich für teures Geld im persönlichen Lieblingsladen neu einzudecken, gibt es mittlerweile eine Variante, die viel angesagter, lustiger und vor allem günstiger ist: Eine Kleidertauschparty!

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Bild: stock.adobe / New Africa
Dabei kommen Modefans jeder Art auf ihre Kosten – sogar diejenigen, die großen Wert auf Nachhaltigkeit legen. Dies könnte ein Grund sein, weshalb Kleidertauschpartys vor allem in letzter Zeit so beliebt geworden sind.

Aus Liebe zur Umwelt

Schließlich dürfte mittlerweile allen klar sein, dass der unbegrenzte Konsumwahnsinn ein Ende haben muss – und jeder Einzelne seinen Teil beitragen kann. Dazu gehört unter anderem, nicht ständig neue, oftmals unter fragwürdigen Bedingungen hergestellte Klamotten zu Discounterpreisen zu kaufen, die ohnehin nach einem Sommer nicht mehr getragen werden. Alleine in Deutschland werden laut Greenpeace jährlich etwa stolze 1,3 Millionen Tonnen Kleidung entsorgt! Um also Ressourcen zu schonen und den weltweiten Müllberg nicht noch größer werden zu lassen, bieten sich Kleidertauschpartys an.

Wie funktioniert das Ganze?

Anders als auf Online-Handelsplattformen für gebrauchte Kleidung, geht es bei Kleidertauschpartys nicht darum, die Sachen für Geld loszuwerden, sondern sie gegen andere auszutauschen. Meistens werden Kleidertauschpartys von ehrenamtlichen Gruppen, die sich für den Umwelt- und Naturschutz einsetzen, organisiert. Sie finden in den verschiedensten Locations, vom gemütlichen Café über die Universität bis hin zu Bars oder großen Hallen, statt. Natürlich ist hierbei zu beachten, dass in der aktuellen Pandemie-Situation oft kleinere sowie sichere Veranstaltungsorte gewählt werden, damit die Hygienemaßnahmen eingehalten werden können. 

Jeder bringt ein paar nicht mehr benötigte, aber keineswegs kaputte oder dreckige Kleidungsstücke mit und hängt diese an dafür vorgesehene Kleiderstangen oder legt sie auf entsprechend bereitgestellte Tische, die jeweils nach Kategorien geordnet sind. Im Anschluss kann dann nach Lust und Laune anprobiert, kombiniert und schließlich geshoppt werden – und das ganz ohne Preise!

Eins-zu-Eins-Tausch

In der Regel sind Kleidertauschpartys nämlich kostenlos. Auf größeren Kleidertauschpartys wird teilweise Eintritt verlangt – dann darf aber auch beliebig viel mitgenommen werden. Ansonsten gilt die Regel, dass genau die Anzahl an mitgebrachten Kleidungsstücken auch wieder mit nach Hause genommen werden darf. 

Je nach Veranstalter unterscheiden sich die Regeln auf den verschiedenen Veranstaltungen. Manchmal werden am Eingang Marken für die Anzahl der mitgebrachten Kleidungsstücke ausgegeben, die dann zum Eintauschen gegen neue Teile genutzt werden. Oft wird auch vorher angekündigt, wie viele Kleidungsstücke zur Party mitgenommen werden dürfen – meist etwa sieben bis zehn Teile. Dadurch soll auch verhindert werden, dass am Ende zu viel übrigbleibt – die trotzdem verbliebenen Sachen werden schließlich an wohltätige Vereine gespendet.

Häufig laufen Kleidertauschpartys auch den ganzen Tag über, weshalb immer wieder andere Gäste mit ihren Sachen dazukommen – so gibt es auch stets etwas Neues zu entdecken. Wenn Kleidertauschpartys beispielsweise in Cafés stattfinden, können auch kurze Shopping-Pausen eingelegt werden – nach einer Tasse Kaffee oder einem Stück Kuchen geht es dann gestärkt weiter!

Gemütliches Miteinander

Neben dem Austausch von T-Shirts, Kleidern, Hosen und Co. steht bei Kleidertauschpartys auch der Austausch untereinander im Mittelpunkt. Man kann etwa bei Unschlüssigkeit zu einem Kleidungsstück andere um ihre Meinung fragen, ihnen den Spiegel hinhalten oder auch über ganz andere Themen reden. Besonders interessant ist oftmals, dass bei Kleidertauschpartys verschiedene Generationen aufeinandertreffen: So wird auf vielen Kanälen Werbung für die Veranstaltungen gemacht, wodurch durchaus auch ältere Personen angelockt werden. Schließlich hätten auch sie genug Teile von früher zum Aussortieren, die möglicherweise gerade bei Jüngeren wieder „in“ werden.

Ein paar Tipps vorneweg

Wer zum ersten Mal auf eine Kleidertauschparty geht, sollte Folgendes beachten: Erstens gibt es in einigen Locations keine oder nur wenige Umkleidekabinen, weshalb es sich empfiehlt, unter die Kleidung noch etwas Dünnes anzuziehen. So können alle ausgesuchten Sachen anprobiert werden, ohne dass man sich vor den anderen Leuten komplett entkleiden muss. Außerdem sollte genug Zeit eingeplant werden, weil die Sachen meist nach unterschiedlichen Kategorien, jedoch nicht nach den Größen sortiert sind. 

Im Internet kann man sich im Vorfeld informieren, wo die nächsten Kleidertauschpartys in der Umgebung stattfinden. Manche Veranstalter bitten um eine Anmeldung per Mail, aber häufig kann man auch einfach so vorbeischauen – also noch schnell den Kleiderschrank ausmisten und los geht die wilde Tauscherei! |Text: Vera Mergle

FAZIT:

Kleidertauschpartys sind ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Modefans jeder Art können hier etwas finden und sogar nachhaltig konsumieren. Das gemütliche Miteinander steht absolut im Mittelpunkt und gestaltet das Ganze nur noch attraktiver. Statt einem chaotischen, überfüllten Kleiderschrank ist es möglich Stück für Stück immer mehr auf eine Garderobe voller Lieblingsstücke umzusteigen. Fehlkäufe finden einen neuen Besitzer und dabei wird auch noch Geld und einige Nerven gespart. Im Umkehrschluss sind Kleidertauschpartys eine super Idee!