Sommerurlaub in Zeiten von Corona

Happy Holiday?

Als die Corona-Krise auf dem Höhepunkt war, herrschte bei den Deutschen eine große Unsicherheit, ob es diesen Sommer überhaupt möglich sein wird, andere Länder zu bereisen – mittlerweile gibt es aber mehr Klarheit. Doch will man tatsächlich die Seele am Strand baumeln lassen, wenn die Gefahr einer weiteren Infektionswelle nicht ausgeschlossen werden kann?

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Bild: Stock Adobe Alexander Raths
Zunächst einmal die gute Nachricht: Grundsätzlich ist es nun realistisch, den wohlverdienten Urlaub auch außerhalb Deutschlands zu verbringen. Am 15. Juni wurde die weltweite Reisewarnung aufgrund der Pandemie aufgehoben – zunächst aber nur für viele europäische Länder. 

Beliebte Reiseziele von Corona betroffen

Auch innerdeutsche Ziele sind natürlich durchaus attraktiv im Sommer. Jedoch zieht es die meisten von uns für gewöhnlich in den Sommermonaten ins Ausland – laut einer Statista-Umfrage zählten vor allem Spanien, Italien und Österreich zu den beliebtesten Auslandszielen der Deutschen in den vergangenen Jahren. Ebenfalls hoch im Kurs stehen warme Länder wie Griechenland oder die Türkei. Gleichzeitig wurden einige dieser Regionen besonders stark von der Corona-Krise getroffen.

Für jede Reise sollten Sie darum eine entsprechende Anzahl an Mund-Nasen-Schutzmasken einpacken. An Flughäfen, Bahnhöfen, Häfen, in Museen und an vielen anderen öffentlichen Orten müssen Sie zudem damit rechnen, dass mit einem Scanner Fieber gemessen wird. Kreuzfahrten ruhen ohnehin derzeit, aber andere Verkehrsmittel haben nach und nach ihren Betrieb wiederaufgenommen und gesteigert. 

Bahn

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist aktuell in allen Fern- und Regionalverkehrszügen Pflicht, ebenso wie auf Bahnhöfen und an Haltestellen. Wer noch nicht gebucht hat, kann jetzt profitieren: Aufgrund der im Corona-Hilfspaket vereinbarten Mehrwertsteuersenkung sinken die Ticketpreise im Fernverkehr ab 1. Juli um 1,9 Prozent.

Flugzeug

Hier sollen Passagiere und Bordpersonal medizinische Schutzmasken tragen – und zwar vom Betreten des Flughafens bis zum Erreichen des Reiseziels. Die Masken sollen alle vier Stunden gewechselt werden. Zudem wird empfohlen, die Abstandsregeln „im Rahmen des Möglichen“ einzuhalten: Dazu soll möglichst ein Sitz pro Reihe oder jede zweite Reihe im Flugzeug freigelassen werden. Wer jetzt zum Neustart verreist, wird ohnehin auf relativ leere Maschinen treffen. Wird die Regelung allerdings länger beibehalten, dürfte Fliegen bald erheblich teurer werden.

Bus

Organisierte touristische Busreisen – also auch Gruppenfahrten oder Tagestouren – dürfen inzwischen wieder teilweise stattfinden, über die Bedingungen entscheiden hier die Bundesländer. Auch Fernbusse fahren teilweise wieder, jedoch mit starken Einschränkungen.

Wird es jetzt billiger?

Das kommt ganz darauf an, wo Sie hinwollen. Während Sie an einigen Zielen ordentlich draufzahlen müssen, gibt es in beliebten Ländern sogar richtige Schnäppchen. Dies hat eine Analyse des Senders RTL und des Buchungssystembetreibers „Traffics“ ergeben. Der Sommerurlaub im eigenen Land ist dieses Jahr überwiegend teurer als  noch 2019. Im Ausland kommt es hingegen ganz darauf an: Ein Pauschalurlaub auf Mallorca wird rund 19% teurer sein als vergangenes Jahr, Gran Canaria hingegen 10% und Lanzarote sogar 41% günstiger.

Generell lockern viele Anbieter und Airlines ihre Konditionen, um Kunden zu halten – sie kommen ihnen mit kostenlosen Umbuchungs- oder Stornierungsoptionen entgegen. Wer etwas flexibel ist, findet auf gängigen Online-Portalen sicherlich das ein oder andere Schnäppchen. Interessant ist auch, dass etwa die Lufthansa mit einer „Rückhol-Garantie“ wirbt, wodurch es bei Ausbruch des Virus im Gastland oder einer verweigerten Einreise wegen erhöhter Temperatur eine abgesicherte Rückflug-Garantie gibt.

Und wo kann es hingehen?

Die Aufhebung am 15. Juni galt zunächst nur für 29 europäische Länder. Verlängert wurde die Warnung hingegen für mehr als 160 Nicht-EU-Länder (unter anderem die Türkei, Ägypten oder Tunesien), einzelne Ausnahmen könnten aber möglich sein. Das bei Deutschen sehr beliebte, aber gleichzeitig stark von der Pandemie betroffene Spanien zieht am 1. Juli nach – der Sommerurlaub auf Mallorca konnte sogar schon etwas früher starten.

Neue Vorschriften in den Unterkünften

In den Unterkünften gelten fast überall strenge Abstands- und Hygienevorschriften. In den meisten Hotels dürften Speisen nur noch am Buffet abgepackt angeboten oder direkt am Tisch serviert werden. Wellness-Bereiche dürfen genutzt werden, jedoch gibt es oftmals bestimmte Regelungen. An den Stränden werden Schirme und Liegen in einem größeren Abstand aufgestellt.

Generell empfiehlt es sich, Tickets etwa für Nahverkehr oder Sehenswürdigkeiten wenn möglich vorab online zu buchen. Auch für Restaurants sollten Sie frühzeitig reservieren, ansonsten werden Sie meist vor Ort Ihre Kontaktdaten hinterlassen müssen.

Natürlich kann noch nicht zuverlässig prognostiziert werden, wie sich die Ausbreitung des Coronavirus entwickeln wird. Schauen Sie also schon bei der Buchung, welche Möglichkeiten es gibt, um die Reise umzubuchen oder zu stornieren, welche Kulanzen angeboten werden können und welche Fristen gelten. |Text: Vera Mergle