Thermomix TM5 und Thermomix TM6 im Vergleich

Lohnt sich ein Umstieg?

Die einen belächeln ihn, die anderen können ohne ihn tatsächlich kaum noch überleben. Der Thermomix spaltet die Gesellschaft, wie kaum ein anderes Haushaltsgerät. Ein Bügeleisen ist unumgänglich. Ohne Staubsauger geht nix. Und auch die Waschmaschine hat eine klare Daseinsberechtigung. Doch warum muss man über tausend Euro für ein Gerät ausgeben, das nichts Anderes macht als ein Mixer, Dampfgarer und Rührbesen? Die Antwort ist einfach: weil man es kann.

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Wo früher noch mühsam Teig geknetet wurde, genügt heute ein Knopfdruck. Wo bis vor einigen Jahren noch echtes Fingerspitzengefühl gefragt war, reicht jetzt die Varoma-Funktion. Der Thermomix hat das Kochen revolutioniert, das kann man ohne Übertreibung behaupten. Selbst absolute Kochnieten können plötzlich ein Drei-Gänge-Menü auftischen und die Lorbeeren für wahre Kochkunst einheimsen. Alle 23 Sekunden wurde im Jahr 2016 irgendwo auf der Welt ein Thermomix gekauft. Das bedeutete einen Rekordumsatz von 1,3 Milliarden Euro. Zugegeben, das hat Vorwerk geschickt eingefädelt. Warum Geld für einen Teigrührer, einen Mixer, einen Dampfgarer, ein Topfset und einen Brotbackautomaten ausgeben, wenn ein Gerät das alles (okay, fast alles) vereinen kann? Geld spart man mit der Anschaffung eines Thermomix eher nicht, denn mit ca. 1.300 Euro schlägt das Gerät ordentlich zu Buche. Doch man braucht weniger Platz, denn die Küchenmaschine vereint mehrere Funktionen effizient in einem Teil.

Absatz geht zurück

In den letzten ein bis zwei Jahren war der Absatz jedoch rückläufig. Möglich, dass der Bedarf nun gedeckt ist? Das sieht Vorwerk anders und legte nun mit einem Nachfolger des bisher marktführenden TM5 nach. Ohne viel Trommelwirbel, doch trotzdem mit nicht weniger Aufmerksamkeit, folgte die Präsentation des TM6. Dabei ist das geführte Kochen mit Anbindung ans Rezeptportal durch den Cookidoo natürlich längst keine Innovation mehr. Dafür aber die Bratfunktion, die außerdem auch Pulled Pork par excellence schaffen soll. Doch was sagen die Tests zum Neuling?

Der TM6 im Test

Knapp 17 cm Bildschirmdiagonale – was bisher nur bei Tablet und TV ein Verkaufsargument war, ist nun auch beim Thermomix ein wichtiger Faktor. In seinen Grundzügen gleicht der TM6 seinem Vorgänger jedoch stark, optisch wurde nicht allzu viel verändert. Das große Display ist für die Bedienung natürlich komfortabel und macht das Kochen nochmals übersichtlicher. Mit 7,95 Kilo ist der Neuling genau so schwer wie der TM5 und auch die Motorleistung ist mit 500 Watt identisch. Beim Zubehör wurde auch ein wenig nachjustiert, es gibt nun einen Spritzschutz und bei Deckel und Spatel wurden ein paar Feinschliffe vollzogen. Schaut man unter die Haube, findet man einen deutlich stärken Chipsatz mit 16 Gigabyte Flashspeicher und 1 Gigabyte DDR RAM. Auf die Cookido Datenbank mit insgesamt 42.000 Rezepten geht es nun ohne weiteres Zubehör, allerdings muss man dafür nach dem ersten halben Jahr Gratisnutzung jährlich 36 Euro investieren. Zudem überzeugt der Helfer nun auch mit zusätzlichen Funktionen, die seine Anhänger bisher schmerzlich vermisst haben.

Sous-vide-Garen: In der Steak Szene hat sich diese Kochart längst durchgesetzt und soll für das zarteste Fleisch überhaupt sorgen. Bisher war dafür Extrazubehör notwendig, doch der TM6 bringt die Funktion jetzt direkt mit.

Braten: 160 Grad Maximaltemperatur und damit endlich auch Anbraten und Röstaromen. Mehr Leistung sorgt dafür, dass Fleisch nun endlich auch wie solches gebraten werden kann, zumindest in der Theorie. Die Praxis zeigt jedoch, dass die Stücke noch immer etwas blass um die Nase daherkommen. Wer also total auf Röstaroma steht, darf die Pfanne noch nicht einmotten.

Karamellisieren: Gebrannte Mandeln konnte auch schon der Vorgänger, aber verbesserungswürdig war das Procedere schon. Darauf hat Vorwerk reagiert und sich besser auf süße Nachspeisen spezialisiert. Der Clou: Zucker soll hier komplett ohne anbrennen karamellisieren. Der Test dazu belegt das, wenngleich man den Bogen hier nicht überstrapazieren sollte.

Fermentieren:
Bisher in deutschen Küchen noch nicht weit verbreitet, doch das soll sich nun ändern. Das Fermentieren gilt als besonders gesunde Zubereitungsart. Im Prinzip passiert hierbei nichts anderes als eine Vergärung, die die Nahrungsmittel mit gesunden und guten Bakterien versieht und böse Keime fernhält. 

Bessere Waage: Was gab es alles für Probleme mit dem TM5. Die Waage brachte viele an den Rand der Verzweiflung, war sie doch oftmals die Schwachstelle des Geräts. Der TM6 kommt nun aber mit verbesserter Funktion daher und es geht nicht mehr nur in fünf Gramm, sondern in ein Gramm Schritten voran.

Slow Cooking: Eine besonders schonende Essenzubereitung ist für viele Hobbyköche das A und O. Darum ist diese neue Funktion auch perfekt für den aktuellen Zeitgeist, der für nachhaltige und gesunde Küche steht. So sollen besonders zarte Speisen entstehen und das Kochen an sich wird zum geliebten Ritual.

Ein Blick in die Rezeptwelt - TRENDYone testet

Egal ob TM5 oder TM6, es gibt Rezepte, die sich hervorragend in beiden Geräten zubereiten lassen. Die Redaktion von TRENDYone hat sich beide Geräte besorgt und einem ausführlichen Test unterzogen. Dabei wurden zwei einfache Rezepte zubereitet, die nicht nur schnell gehen sondern auch den Geldbeutel schonen. Den Test finden Sie auf unserer Webseite www.trendyone.de oder via QR-Code im Artikel. Der TM6 wurde freundlicherweise von Sarah Lettieri zur Verfügung gestellt. Das komplette Video findet ihr auf
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Unsere Vergleichs-Rezepte zum selber machen

Schokoladencreme

Zubereitung:
• Schokolade in den Mixtopf geben, 10 Sek./Stufe 8 zerkleinern und mit dem Spatel nach unten schieben.
• Sahne dazugeben und 2 Min./50°C/Stufe 3 schmelzen. Creme abkühlen und etwas fester werden lassen. Nach Bedarf verwenden.

Zutaten:
  • 100 g dunkle Schokolade, in Stücken
  • 80 g Sahne
Zwiebel-Chutney

Zubereitung:
• Öl und Zwiebel in den Mixtopf geben, Spritzschutz auf den Mixtopfdeckel setzten und anbraten.
• Chili, Zucker, Salz und Essig zugeben und 25 Min./Varoma/Stufe 0,5/umrühren. Chutney in 2 heiß ausgespülte Schraubgläser (á 200 g) umfüllen, sofort verschließen und abkühlen lassen. Zwiebel-Chutney mindestens 6 Stunden, am besten über Nacht, in den Kühlschrank stellen und nach Bedarf verwenden.

Zutaten:
  • 25 g Olivenöl
  • 500 g rote Zwiebeln, geachtelt
  • 0,5-1 frische Chilischote, in Streifen
  • 200 g Zucker
  • 1 TL Salz
  • 200 g Rotweinessig
  • Möhren-Tomaten-Aufstrich

Zubereitung:
• Schalotte in den Mixtopf geben, 3 Sek./Stufe 5 zerkleinern und mit dem Spatel nach unten schieben.
• 30 g Butter zugeben und 1 Min. 30 Sek./120°C/Stufe 1 dünsten.
• Möhren zugeben, 5 Sek./Stufe 5 zerkleinern und mit dem Spatel nach unten schieben.
• 90 g Butter, Tomatenmark, Thymian, Oregano, Salz und Zucker zugeben.

6 Min./90°C/Stufe 2 dünsten und dann 10 Sek./Stufe 10 pürieren.
Warm oder kalt als Brotaufstrich oder auch als Dip servieren.

Zutaten:
  • 1 Schalotte
  • 120 g Butter, in Stücken
  • 250 g Möhren, in Stücken
  • 120 g Tomatenmark
  • 1 TL Thymian
  • 1 TL Oregano
  • 1 TL Salz
  • 1 Prise Zucker