Was sollten Kinder lernen?

Das Einmaleins der Vorschule

Sie sind jetzt die Großen unter den Kleinen: Vorschulkinder erkennen wir an ihrer stolzen Haltung. Nach dem Kindergarten zieht die unbekümmerte kindliche Entfaltung ein wenig die Handbremse an. Stillsitzen, Lernbereitschaft und Geduld stehen jetzt auf dem Stundenplan. Wir haben hier eine kleine Wanderkarte, an welchen „Stationen“ Kinder vorher mal vorbeigeschaut haben sollten, bevor sie das Abenteuer Schule beginnen. Auf geht’s, mal bergauf, mal bergab. 

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Bild: adobe.stock

Wie lernen Vorschulkinder Geduld und (lern)-Motivation? 

Mit etwa sechs Monaten beginnen Babys, zeitliche Abläufe im Alltag zu erfassen. Je älter unsere Kinder werden, umso mehr Details nehmen sie wahr. Die kleinen Schlitzohre merken sich die Reihenfolge einzelner Handlungen und bestehen darauf, dass alles so wie immer gemacht wird, denn Zeit ist für Kinder an Handlungen gebunden. Damit unsere Sprösslinge lernen, auf etwas zu warten, können Sie Ihre einzelnen Schritte beschreiben, sodass Ihr Kind erfasst, was z. B. vor der ersehnten, Geschichte alles noch zu tun ist. 

Die Lernmotivation wird von den Stützpfeilern „Lob“ und „positive Rückmeldungen“ getragen. Ein gewichtiger Faktor ist hierbei die Selbstständigkeit, mit denen Eltern ihre Kinder erziehen. Je mehr „Energie“ Kinder von außen erfahren, umso weniger Energie muss das Kind selbst bereitstellen, um die ihm gestellten Aufgaben zu bewältigen. Heißt so viel wie: Je mehr Hilfestellung Kinder bei ihren Aufgaben erhalten, umso weniger müssen sie sich selbst anstrengen, um diese zu erfüllen. 

Wie halten Vorschulkinder Misserfolge aus?

Ein Misserfolg ist ein Angriff auf das persönliche Selbstwertgefühl. Lassen sich Kinder hängen und verharren in der Opferhaltung, dann wird und bleibt der Misserfolg für sie schmerzlich. Schaffen die kleinen Racker aber, nach einer angemessenen Zeit neue Kräfte und neuen Mut zu sammeln, dann wird die Situation durchaus zumutbar. Ergebnis: Sie gehen gestärkt aus ihr heraus. Ihre Aufgabe ist es, Ihrem Spross dabei zu helfen, dass er ins Handeln kommt und nach vorne schaut. Für das Selbstwertgefühl Ihres Kindes ist es notwendig, dass es nach solchen persönlichen Pleiten erfährt, wie wichtig die eigene Kraft ist, um sich daraus wieder zu befreien. 

Wie lernen Vorschulkinder das Stillsitzen?

Das hört sich so züchtig an. Sprechen wir lieber von „wie lernen Vorschulkinder, sich zu konzentrieren“. Denn jedes gesunde Kleinkind ist neugierig und interessiert. Ein hoher Bewegungsdrang ist ganz normal. Sie können Ihr Kind beim Konzentrieren unterstützen, indem sie ihm ein Spielzeug anbieten, mit dem es sich allein beschäftigen kann. Ist ihr Kind mit Spaß an einer Sache dran, fällt das Konzentrieren darauf leichter. Sie können auf eine kindgerechte Verpackung achten, wenn es eine Aufgabe bekommt. Z. B. kann aus dem Wegfegen des Laubs eine Laubparty gemacht werden. Und natürlich: Loben, bitte.

Wie lernen Vorschulkinder, offen über ihre Gefühle zu sprechen?

Schöne Erlebnisse kribbeln wie Seifenblasen im Bauch. Angst schnürt die Kehle zu. Gefühle sind körperlich spürbar. Das Beherrschen von Gefühlen gilt später im Leben als höchst erstrebenswert, für unsere Sprösslinge ist es aber noch kein vorrangiges Erziehungsziel. Kinder lernen sich emotional auszudrücken, wenn sie auch ihre Gefühle zum Ausdruck bringen dürfen: Positive UND negative. Emotionen prasseln mit großer Wucht und ohne Kontrolle auf die Kleinen ein. Es wird gebrüllt und getrampelt vor Wut, wild gehüpft und gekreischt vor Freude oder geweint aus Hilflosigkeit. Alles muss raus, könnte man sagen, damit die Kinder die Bandbreite der Gefühle erfahren. Und die Eltern? Erst einmal cool bleiben. Eltern können ihre Kinder unterstützen, indem sie die Emotionen der Kleinen ernst nehmen und nicht verbieten. Das geschützte Zuhause der Familie ist der beste Ort, um Emotions-Management zu lernen. 

Wie lernen Vorschulkinder, eine Arbeit zu Ende zu bringen?

Konzentrationsfördernde Rahmenbedingungen helfen unseren Kindern, sich auf späteres, intensives Lernen in der Schule vorzubereiten. Hier ein paar
Anregungen:
  • Spielangebote, die die Aufmerksamkeit, das Durchhaltevermögen und die Sinneswahrnehmung fördern, z. B. Mikado, Seilspringen, Puzzle.
  • Kleine Tätigkeiten, die mit Überlegung und Ausdauer von Anfang bis Ende selbstständig durchgeführt werden, z. B. den Tisch decken.
  • Ein geregelter Tagesablauf mit Aktivitäts- und Ruhephasen.
  • Das Vermeiden von Reizüberflutung, z. B. durch übermäßigen Fernsehkonsum oder ein Überangebot an Spielsachen.

Dinge, die ein Vorschulkind können sollte 

Wir sprachen von Stationen auf der Wanderkarte. Voilá: Diese kleine aber feine Liste dient Ihnen zur Orientierung. Wanderschuhe an und „Frisch auf!“
  • Zähne putzen 
  • Auf einem Bein stehen und hüpfen
  • Einen Ball werfen und fangen
  • Seinen Namen schreiben
  • Sich an- und ausziehen, die Schuhe zubinden
  • Eine Geschichte erfinden 
  • Roller/Fahrrad fahren
  • Einem anderen Kind helfen
  • Nein sagen 
  • Eigenen Namen und Adresse kennen