Welt-Diabetestag: Sport gegen Diabetes

Wie Bewegung vorbeugen und helfen kann

Die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus ist eine der ältesten Krankheiten überhaupt: Weltweit sind derzeit ca. 415 Millionen betroffen, allein in Europa leben rund 60 Millionen Diabetiker. Deutschland hat im europäischen Vergleich den höchsten Anteil. Bis zu 7,5 Millionen Menschen sind hierzulande erkrankt. Die Zahlen könnten jedoch noch höher sein, denn viele, die unter Typ-2-Diabetes leiden, wissen es gar nicht. Was versteht man unter Typ-1- und Typ-2-Diabetes? Und welche Rolle spielt körperliche Aktivität?

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Bild: adobe.stock.com

Was ist Typ-1- und was Typ-2-Diabetes?

Die Krankheit Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, in der es sich hauptsächlich um das Hormon Insulin dreht. Insulin hat die Aufgabe, den mit der Nahrung aufgenommenen Zucker aus dem Blut in die Zellen zu bringen, wo er in Energie umgewandelt wird. So wird nicht nur der Energiegewinn, sondern auch der Blutzuckerspiegel reguliert. Diabetes mellitus kann in zwei verschiedenen Typen auftreten:

Typ-1-Diabetes ist die seltenere Form von beiden, die meist schon im Kindes- oder Jugendalter auftritt. Symptome sind starker Harndrang, vermehrter Durst, schnelle Gewichtsabnahme, Müdigkeit und Azetongeruch in der Atemluft. Durch eine nicht erklärbare Fehlreaktion des Immunsystems gehen Insulin produzierende Zellen in der Bauchspeicheldrüse verloren. Sie werden dort zerstört und es entsteht ein Mangel an diesem körpereigenen Hormon – der Blutzuckerspiegel kann nicht mehr reguliert werden. Daraufhin entgleist der Stoffwechsel und Organe wie das Herz oder die Nieren sowie Blutgefäße und Nerven werden geschädigt. Ohne Gegenmaßnahme kann eine solche Entgleisung auch tödlich enden. Um das zu verhindern, müssen die Betroffenen Insulin spritzen oder eine Insulinpumpe tragen. Nur rund fünf Prozent der Zuckerkranken leidet unter diesem Typ.

Die anderen 95 Prozent leiden unter Typ-2-Diabetes, der hauptsächlich durch erbliche Anlagen, Übergewicht und Bewegungsmangel entsteht. Im Gegensatz zum ersten Typ entwickelt sich der Typ-2-Diabetes erst im fortgeschrittenen Alter und versteckt über viele Jahre. Symptome können unter anderem Schlaffheitsgefühle, Neigung zu Infektionen, schlecht heilende Wunden oder trockene und juckende Haut sein. Ursache der Erkrankung ist eine so genannte Insulinresistenz: Die Blutzuckerwerte sind dauerhaft erhöht, weil die Körperzellen schlechter auf Insulin ansprechen als bei einem gesunden Menschen. Die Weitergabe des Zuckers aus dem Blut in die Zellen funktioniert nur bedingt – der Zucker staut sich so in den Blutgefäßen an. Rein äußerlich zeigen sich keine Beschwerden, doch auch der zweite Typ schädigt wie der erste langfristig Blutgefäße, Nerven und Organe. Durch Medikamente und Änderungen des Lebensstils, um die Insulinwirkung zu verbessern, kann die Erkrankung anfangs gut in den Griff bekommen werden. Vor allem viel Bewegung, Abnehmen und eine gesunde Ernährung stehen hier im Fokus.  

Welche Rolle spielt Sport?

Sport hilft nicht nur bei der ersten Behandlung von Typ-2-Diabetes, sondern auch bei der Vorbeugung einer potenziellen Zuckererkrankung. Ärzte betonen schon lange, dass mit regelmäßiger Bewegung besonders effektiv Typ-2-Diabetes vorgebeugt werden kann: Denn körperliche Aktivität baut Übergewicht ab oder vermeidet es und wirkt Bluthochdruck entgegen. Der Blutzuckerspiegel spielt nämlich auch beim Sport eine besondere Rolle. Um leistungsfähig und aktiv zu sein, braucht der Körper Energie. Energie wird in den Zellen aus Zucker, der aus dem Blut kommt, gewonnen. Bei sportlicher Belastung wird folglich Zucker abgebaut – seine Konzentration im Blut sinkt. Wichtig ist, dass man sich regelmäßig und über eine gewisse Zeit bewegt. Das heißt mindestens drei Mal in der Woche für je 30 Minuten. Doch Vorsicht: Wer Diabetes hat und normalerweise eher wenig Sport treibt, dann aber plötzlich körperliche Höchstbelastungen anstrebt, kann seiner Blutzuckereinstellung sogar eher schaden als nutzen. Patienten sollten es daher langsam angehen und Rücksprache mit dem Arzt halten.

Regelmäßige körperliche Aktivität hilft außerdem nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig – wie erst erforscht wurde: Wissenschaftler aus Los Angeles in Amerika haben herausgefunden, dass gut trainierte Muskeln einen großen Einfluss auf die Insulinempfindlichkeit der Zellen haben. Der Zucker kann dann nicht nur während Belastung, sondern auch in Ruhe gleichmäßiger aus dem Blut in die Zellen geleitet werden. Einem Zuckerstau im Blut – wie beim Typ-2-Diabetes – wird so also entgegengewirkt.

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