Adipositas: WHO gegen Medikamente und Chirurgie bei unter Zehnjährigen

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Logo der WHOBild: AFP/Archiv / Fabrice COFFRINI

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich bei Adipositas von Kindern gegen Medikamente und chirurgische Eingriffe bei unter Zehnjährigen ausgesprochen. Bis zu diesem Alter sollten bei Fettleibigkeit andere Behandlungsansätze gesucht werden, erklärte die WHO am Mittwoch in Genf. Bei Kindern und Jugendlichen von zehn bis 19 Jahren könnten Medikamente ein gangbarer Weg sein - aber nur, wenn andere Ansätze vorher gescheitert seien.

Konkret geht es um in den vergangenen Jahren immer öfter eingesetzte Medikamente wie Ozempic oder Mounjaro, bei denen das Hormon GLP-1 imitiert wird. Sie wurden ursprünglich zur Behandlung von Diabetes entwickelt, heute werden sie zur Gewichtsreduktion eingesetzt.

Die WHO hatte im vergangenen Dezember den Einsatz der sogenannten GLP-1-Medikamente zur Behandlung von Adipositas bei Erwachsenen empfohlen. Nun veröffentlichte sie neue Hinweise für die Behandlung von Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen. Dabei äußerte sie sich auch zu bariatrischer Chirurgie. Bei diesen Eingriffen werden operativ mit dem Ziel des Gewichtsverlustes Veränderungen am Magen beziehungsweise am Darmtrakt vorgenommen.

"Die WHO empfiehlt keine medikamentöse Behandlung, bariatrische Chirurgie oder Hilfsmittel zur Gewichtsabnahme für Kinder im Alter von 0 bis 9 Jahren", heißt es in den neuen Hinweisen der UN-Organisation. "Für Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren sollte eine Behandlung mit zugelassenen Medikamenten nur dann in Betracht gezogen werden, wenn ein betreutes Programm, das verschiedene Ansätze zur Änderung der Lebensweise kombiniert, nicht die erhofften Ergebnisse erzielt hat." Bariatrische Eingriffe wiederum könnten "bei Jugendlichen mit schwerer Adipositas unter strengen Auflagen in Erwägung gezogen werden".

Im Jahr 2024 waren nach Angaben der WHO weltweit rund 70 Millionen Kinder im Alter von fünf bis neun Jahren fettleibig. Im Alter von 10 bis 19 Jahren waren rund 100 Millionen Kinder und Jugendliche betroffen.