Wie man Hitze im Auto vermeidet

Völlig überhitzt!

Kurz ein paar Erledigungen gemacht und beim Einkaufen gewesen, doch schon auf dem Weg zurück weiß man: das Auto ist in wenigen Minuten zur Sauna geworden. Reinsetzen und einfach losfahren ist kaum eine Option mehr. Meistens bleibt man erst ein paar Minuten schwitzend auf dem Parkplatz stehen, während alle Türen geöffnet sind und man hofft, dass die Hitze so schnell wie möglich verschwindet. Gerade für Kinder oder Tiere kann die Hitze im Auto regelrecht ungesund sein und zu Kreislaufproblemen führen. Also wie am schnellsten die Dämpfe loswerden oder, besser noch, dem Aufhitzen schon generell vorbeugen?

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Bild: adobe.stock

Praktische Vorkehrungen treffen

Bereits beim Autokauf kann man kluge Entscheidungen treffen. Denn damit es nicht zur übermäßigen Hitze kommen kann, sollte zu getönten Autoscheiben gegriffen werden. Diese blocken die Sonneneinstrahlung etwas ab und sorgen schon im Vorfeld dafür, dass sich das Auto nicht zu schnell und extrem aufheizt. Wer jedoch nicht extra das Glas seiner Scheiben auswechseln lassen möchte, kann zur billigeren Variante greifen: einfache Rollos oder Tönungsfolien. Diese können nicht nur im geparkten Auto, sondern auch während der Fahrt nützlich sein, um die Hitze abzuwehren. Ein einfacher Tipp, der aber viel bewirkt: ein helles Tuch auf die Sitze legen. Das sorgt dafür, dass sich der Sitzbezug selbst nicht so schnell erhitzt, was vor allem bei Leder ein echtes Problem ist. Bei der Größe des Tuchs sollte auch an den möglicherweise vorhandenen Kindersitz gedacht werden. Denn diese sind meist aus Hartplastik und Kunststoff und somit gerade bei starker Hitze eine Gefahr für Kinder. Auch die Armaturen kann man schützen, nämlich mit Kartonagen, passend zugeschnitten aus große Verpackungsmaterial. Denn durch die dunkle Farbe, in welcher Armaturen meist gehalten sind, wird noch mehr Wärme ins Auto gezogen – die Pappe schafft hier etwas Abhilfe. 

Was man ebenfalls direkt beim Kauf eines Autos beachten könnte, ist die Farbe des Lackes. Dunkle Farben wie zum Beispiel Anthrazit oder Schwarz absorbieren grundsätzlich mehr Sonnenstrahlen als hellere Lacke und sind darum perfekte Plattform für Hitze ohne Ende. Außerdem spielt die Verglasung, also zum Beispiel von Panoramadächern, eine große Rolle. Zwar ist der freie Blick nach oben toll, im Sommer kommen so aber relativ ungehindert jede Menge Sonnenstrahlen ins Auto. Wer also den zusätzlichen Wärmestau vermeiden möchte, sollte auf große Panoramaverglasung verzichten. Neben all diesen Faktoren innerhalb des Autos, ist auch ein äußerer Einfluss
elementar: die Parkposition. Suchen Sie sich doch einfach ein nettes Schattenplätzchen – am besten kalkulieren Sie auch gleich den Verlauf der Sonne mit ein. 

Die Hitze vertreiben

Und was wenn sich die Hitze bereits trotz aller Gegenmaßen ausgebreitet hat? Dann hilft tatsächlich erstmal der klassische Durchzug. Alle Fenster und Türen öffnen und die Wärme ein wenig entfliehen lassen. Wer noch ein übriges Tuch im Kofferraum hat, kann sich dies auf den Sitz legen um Verbrennungen zu vermeiden. Während der ersten Minuten Fahrt gilt dann nur eins: Luft, Luft und nochmal Luft. Lassen Sie alle Fenster geöffnet und nutzen Sie den Fahrtwind für den Durchzug. Danach kann die Klimaanlage kurz auf Umluft geschalten und die Temperatur nach unten reguliert werden. Aber denken Sie daran, den Kälteabsprung rechtzeitig zu schaffen, denn sonst riskiert man einen zu großen Temperaturunterschied, der zu Erkältungen führen kann. Am gesündesten wäre ein maximaler Temperaturunterschied von 6°C zwischen drinnen und draußen. Wenn eine angenehme Temperatur im Auto erreicht ist, sollte man einfach hin und wieder die Klimaanlage ausschalten und stattdessen die Fenster öffnen. Alle Lüftungsmaßnahmen und Kühlmethoden sind jedoch wenig wert, wenn Sie den wichtigsten Rat nicht befolgen: ausreichend Trinken! Außerdem sollten bei langen Autofahrten regelmäßig an eine Pause gedacht werden, in der man sich kurz die Füße vertritt und frische Luft schnappt. 

Niemand bleibt zurück

Gerade im Sommer sollte man weder Tier noch Mensch im geparkten Auto zurücklassen. Auch wenn nur eine kurze Besorgung gemacht wird, kann die Temperatur im Auto schnell auf extremste Werte ansteigen. Insbesondere Kleinkinder reagieren äußerst hitzeempfindlich und können schnell einen Kreislaufkollaps erleiden. Mittlerweile wird für ein solch unverantwortliches Verhalten sogar Strafe verlangt – unserer Meinung nach völlig zurecht. Denn weltweit wurde bereits über solche Todesfälle berichtet. Und das ist keine Zeitersparnis wert!