Wohnraumkonferenz des Stadtjugendrings setzt Impulse für Augsburg

Wir brauchen nicht mehr, sondern andere Wohnungen

Auf der Wohnraumkonferenz des Stadtjugendring Augsburg (SJR) am vergangenen Donnerstag, 19. September setzte der Architekturkritiker Prof. Gerhard Matzig neue Impulse für Augsburg. In seinem Vortrag analysierte er die aktuelle Wohnungspolitik sowie den Wohnungsmarkt der Gegenwart, bei dem alte Fehler wiederholt, anstatt neue Wohnungskonzepte realisiert würden.

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Bild: Andreas Keilholz - SJR
Anhand herausragender Wohnalternativen beleuchtete er die Tendenzen eines zeitgenössischen Wohnens wie z. B. Tiny-House-Movement, Wohnbaugruppen und KoDörfer, die ein urbanes Wohnen auf dem Land ermöglichen. „Der ländliche Raum ist für viele Städter durchaus attraktiv, solange er gut an Verkehr und Internet angeschlossen ist. Ein Ausbau der ländlichen Infrastruktur würde es Menschen leichter machen, auf das Land zu ziehen und die städtischen Ballungsräume zu entzerren.

Auf dem anschließenden „Markt der Möglichkeiten“ konnten sich die Besucher bei verschiedenen Institutionen wie Tür an Tür, Studentenwerk und den SJR- Einrichtungen über prekäre Wohnsituationen in Augsburg informieren. Mögliche Lösungen erarbeiteten die Teilnehmenden in zwei Workshops: Mit der „Zukunftswerkstatt“ widmete sich Referentin Barbara Kolb vom Textil- und Industriemuseum widmete der Thematik „Wenn ich könnte wie ich wollte, wie würde ich Wohnen in Augsburg gestalten“. Währenddessen referierte Frank Schmidt von der Herzogsägmühle konkret über „Notschlafstellen für Menschen unter 25 Jahre“.

Zur Wohnraumkonferenz waren insgesamt 68 Gäste, u. a. zweite Bürgermeisterin Eva Weber, Sozialreferent Dr. Stefan Kiefer sowie Jugendamtsleiter Joachim Herz und viele Stadträte erschienen. Dass ausgerechnet der Stadtjugendring eine Wohnraumkonferenz durchführt, liegt daran, „dass auch viele Jugendliche von der Wohnungsnot massiv betroffen sind. Dass so viele Schlüsselfiguren zur Wohnraumkonferenz gekommen sind, zeigt die hohe Relevanz des Themas für Augsburg. Daher ist es uns ein wichtiges Anliegen, um den Herausforderungen mit Ideenreichtum zu begegnen und um zeitnah konkrete Forderungen und Maßnahmen abzuleiten“, erläutert SJR- Vorsitzender Jonas Riegel.

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