Zahnschmuck: Comeback der glitzernden Zahnsteinchen

Revival: Zahnschmuck

Bereits in den 2000er Jahren waren Zahnsteinchen schon einmal DER Renner, nun feiert glitzernder Zahnschmuck ein fulminantes Comeback – doch was gilt es dabei zu beachten?

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Bild: Adobe Stock / Tiler84
Was früher das kleine, einfache Steinchen im Mund der Trendsetter war, fällt nun deutlich extravaganter aus: Statement-Steinchen, verschiedene Symbole und Co. lösen den schlichten Schmuck von damals ab. Der Vorteil daran: Das Anbringen ist komplett schmerzfrei und dauert nur etwa 15 Minuten. 

Was ist Zahnschmuck?

Grundsätzlich werden als Zahnschmuck Accessoires aller Art bezeichnet, die an den Zähnen getragen werden – also Schmuckstücke aus Kristallglas, Metallen, Edelsteinen oder Kunststoff, die in den meisten Fällen auf den Eck- oder Schneidezähnen aufgeklebt werden. Das Ganze hält für gewöhnlich zwischen einem halben Jahr bis hin zu mehreren Jahren und wertet nicht nur die Zahnästhetik auf, sondern sorgt auch für ein strahlendes Lächeln.

Arten von Zahnschmuck 

Die einfachste Variante sind Zahn-Tattoos, die sich bereits nach wenigen Tagen von selbst ablösen. Im krassen Gegensatz dazu stehen die sogenannten Grillz, ein sehr gewagter Schmuck, bestehend aus massiven Metallkappen, die über die Zähne gestülpt werden. Etwas dezenter sind Dazzler (kleine Schmuckstücke aus dünner Goldfolie) oder Skyces, also glänzende Schmucksteine aus hochwertigem Kristallglas oder Diamanten. Zu guter Letzt sind Twinkles zu nennen – die dünnen Halbreliefs gibt es etwa als Sternchen, Herzchen oder in Tierform. Während temporärer Zahnschmuck aus Kunststoff gefertigt wird, kommen für dauerhafte Schmuckstücke Materialien wie Platin, Silber, Gold sowie Kristallglas, Zirkonia und Diamanten infrage.

Das Anbringen

In der Regel wird der Schmuck mit Befestigungsmitteln (z. B. Komposit) angebracht, die etwa bei der Klebung von Veneers oder Lumineers sowie beim Anbringen fester Zahnspangen zur Anwendung kommen. Die Zahnoberfläche wird vor dem Aufkleben poliert und gereinigt. Danach wird die Oberfläche mit einer fluoridhaltigen Paste zur Kariesvorbeugung beschichtet und im Anschluss mit einer Säure behandelt, um den Zahn aufzurauen. Die Befestigung des Zahnschmucks erfolgt mit Komposit, mit einer speziellen UV-Lampe kann das neue Accessoire dann angestrahlt und gehärtet werden.

Verarbeitungskosten

Der Preis von Zahnschmuck ist vor allem von den angewandten Materialien (Platinfolie, Goldfolie etc.) abhängig. Der Gesamtpreis samt Befestigung durch den Zahnarzt liegt meist zwischen 40 und 100 Euro. Ein einfacher kristallklarer Stein ist bereits ab rund 15 Euro erhältlich, allerdings übernimmt die Krankenkasse hierbei keine Kosten.

Mögliche Komplikationen

Natürlich müssen auch eventuelle Komplikationen erwähnt werden: So kann sich der Zahnschmuck beim Kauen von der Zahnoberfläche lösen und verschluckt werden oder es kommt beim versehentlichen Aufbeißen zu Schmelzrissen an den betroffenen Zähnen. Wenn der abgelöste Zahnschmuck nicht abgehustet werden kann, ist außerdem eine Bronchoskopie zum Entfernen des Fremdkörpers erforderlich. Grundsätzlich ist eine gute Mundhygiene sehr wichtig, da es sonst vermehrt zu Entzündungen aufgrund einer vermehrten Plaque-Ansammlung kommen kann. Von vornherein ausgeschlossen sind Patienten mit bestehenden Zahnentzündungen bzw. -erkrankungen (Karies, Parodontitis, Gingivitis) oder solchen mit mangelhafter Mundpflege. Des Weiteren sollten keine Allergien gegen Komposit oder andere Materialien des Schmucks vorliegen.

Selber machen? Keine gute Idee

Das Anbringen an sich ist nicht kompliziert, sollte jedoch nur beim Zahnarzt erfolgen, wo professionelle Materialien zum Einsatz kommen. Ebenso ist es wichtig, dass die Schmuckstücke nur auf absolut gesunden Zähnen angebracht werden – dies kann nur in einer Praxis sichergestellt werden. Zudem wird dort der Zahn vor dem Aufkleben vorbehandelt, um ein bestmögliches, langfristiges Ergebnis zu sichern.  Zuhause ist außerdem die Gefahr des Verschluckens oder des Einatmens viel größer als in der Zahnarztpraxis, darüber hinaus können Kleber aus DIY-Zahnschmuck-Kits den Zahnschmelz beschädigen.

Pflege und Entfernung

Die Pflege bei Zahnschmuck geht stets über die gewöhnliche Mundpflege hinaus, weil sich darauf viel leichter bakterielle Zahnbeläge ablagern, die Karies verursachen können. Daher müssen Zähne und Zahnsteinchen gründlich gereinigt und gepflegt werden – mit sorgfältiger Mundhygiene und einer regelmäßigen professionellen Zahnreinigung. 




Und falls Sie irgendwann genug davon haben: Die Entfernung des Schmucks ist jederzeit mit einem Spezialinstrument möglich – dies geht glücklicherweise schnell und schmerzlos. Eventuell verbleibende Klebstoffreste werden vorsichtig rückstandslos wegpoliert, anschließend wird dann die Stelle noch mit einem Fluoridgel behandelt. Zeitloses Lächeln also garantiert!
|Text: Vera Mergle