175. Vereinsjubiläum des SSV Ulm: Vorstand Willy Götz gibt einen Blick in die Zukunft des Vereins

Die Rede des Vorstands zum Jubiläum

Am 8. April feierte der SSV Ulm sein 175. Vereinsjubiläum. Der traditionsreiche Verein feierte das Jubiläum zwar im kleinen Kreis, dennoch lies es sich der Vorstand Herr Willy Götz nicht nehmen, über die Highlights der letzten Jahre zu sprechen. Zusätzlich gab Götz einen kleinen Einblick in die Pläne für die Zukunft des Vereins.

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v.l.n.r.: Gerhard Semler, Anton Gugelfuß, Willy Götz, Ortwin Veile und Dieter GraulingBild: SSV Ulm 1846 Fußball GmbH & Co. KGaA
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Bild: SSV Ulm
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Bild: SSV Ulm
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Bild: SSV Ulm
Hier die Rede des Vorstands Herrn Willy Götz in gekürzter Form: 

"Wir haben lange überlegt, ob wir angesichts der herrschenden Pandemie das 175-jährige Vereinsjubiläum am 8. April 2021 überhaupt feiern sollten. Letztlich fanden wir, dass dieses Ereignis auch in schwieriger Zeit so bedeutend ist, dass wir es – wenn auch im kleinen Kreis - würdigen wollen. 

Eine kurzweilige Ansprache zu 175 Jahren bewegter Vereinshistorie zu halten, ist eigentlich ein fast undurchführbares Unterfangen. Ich will dennoch versuchen, Ihnen in einem unterhaltsamen und informativen Streifzug durch die Jahre von 1846 bis 2021 die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Vereins nahe zu bringen.

Vieles war dem Wandel unterworfen. Aus dem Ursprungsnamen „Turngemeinde Ulm 1846“ wurde der „SSV Ulm 1846“ und in ähnlicher Weise gab es im Lauf der Jahrzehnte einen dauernden Wechsel der Strömungen, Ereignisse, Umwälzungen und Entwicklungen.

Womit beschäftigte man sich in den Vereinen?

Gesellschaft und Sport
In den 1840er-Jahren gab es noch Standesunterschiede in der Gesellschaft und so auch im Sport, so z. B. zwischen Kaufleuten und Handwerkern. Diese führten folglich zu unterschiedlichen Trainingsstätten an verschiedenen Plätzen in Ulm und mit verschiedenen Turnlehrern.

Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1920er-Jahre gab es unterschiedliche Auffassungen, was unter Turnen und was unter Sport zu verstehen sei. Diese führten zu Zerwürfnissen unter den Mitgliedern und zu Abspaltungen und Neugründungen von Vereinen.

Auch das Thema Gleichberechtigung erreichte Ende des 19. Jahrhundert den Turnerbund Ulm.  Neben dem allgemeinen Turnbetrieb rücken zunehmend gesellschaftliche Veranstaltungen wie Musik- und Theaterdarbietungen sowie Weihnachts- und Karnevalsfeiern in den Vordergrund.  So war der Auftritt einer kostümierten Damenriege 1892 eine Sensation und gleichzeitig der Beginn des Frauenturnens in Ulm.

Aushängeschilder des Vereins
In fast allen Vereinsabteilungen schafften es Mannschaften bzw. Einzelsportlerinnen und -Sportler bis zu nationalen und internationalen Höchstleistungen und vielfachen Teilnahmen an Europa- und Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen. Zu nennen wären hier z.B.: Eugen Geiwitz und Sepp Uhlmann (Fechter bei den Olympischen Spielen 1936), in den Fußballnationalkader berufen wurden 1937/38 Piccard, Tröger und Mohn, 1947 die Torhüter Toni Turek, und 1962 Wolfgang Fahrian 1962. Horst Rascherwurde Europameister im Boxen, der Schwimmer Horst Löffler holte 1959 die Europameisterschaft und mit der Staffel die Silbermedaille bei der Olympiade in Tokio. Christiane Krause startete bei der Olympiade 1972 in München in der Staffel. Die Ulmer Basketballer wurden 1996 Deutscher Pokalsieger und 2018 holten Arthur Abele im Zehnkampf den Europameistertitel und Alina Reh wurde Bronzemedaillen-Gewinnerin über 10.000 Meter. 

Prägende Persönlichkeiten des Vereins waren auch die Vorsitzenden
Von 1860/61 und 1862 bis 1897 war Ludwig Frey, Vorsitzender des Turnerbunds Ulm, 37 Jahre lang, die längste Periode eines Vereinsvorsitzes.
 
Die Gründerväter der Fusion von 1970 waren Erwin Basler (1950 bis 1970 Vorstand des 1. SSV Ulm) und Reinhard Meinung (1966 bis 1970 Vorstand der TSG Ulm 1846). Beide waren danach bis 1976 gleichberechtigte Vorsitzende des SSV Ulm 1846
 
Lothar Schultheiß (Vorsitzender von 1976 bis 1991 und von 1995 bis 1996)
Mein Dank gilt allen bisherigen Vorsitzenden und den Mitgliedern des Vorstands, die mit ihrem Engagement das Beste für den Verein wollten. Danke auch an die vielen hier nicht genannten Ehrenamtlichen, ohne deren Arbeit nichts gehen würde. All diese Damen und Herren haben den Verein „SSV Ulm 1846“ zu dem gemacht, was er heute ist – ein moderner, mitgliederstarker Mehrspartenverein, der vom Breiten- über Leistungssport bis hin zum Spitzensport auf einer einmalig schön gelegenen Sportanlage an der Donau und der Friedrichsau alles anbietet – eben ein „Verein für die ganze Familie“.

Wo steht der Verein heute und wo will er hin?

Im Jubiläumsjahr 2021 steht der Verein so gut da, wie schon seit Jahren nicht mehr: Wir haben wieder über 10 000 Mitglieder, die Finanzen sind wohl geordnet und die sportlichen Erfolge bei den Deutschen Meisterschaften, bei Europa- und Weltmeisterschaften können sich sehen lassen.

Unser Verein hat mit dem Sportstättenbau und den Fusionen in der Vergangenheit schon viele Erfahrungen gesammelt. So z. B. auch, wie man die Finanzierung von Großprojekten hinbekommen kann (Verkauf von Flächen, Spenden usw.) und wie fusionierte Sportvereine/-Abteilungen zu langfristigem Erfolg geführt werden. Dazu sind mutige und zukunftsweisende, aber auch ausgewogene Entscheidungen von den jeweiligen Vorstandsmitgliedern notwendig.

Zum Jubiläum noch zwei kleine Überraschungen mit Symbolkraft: Eine Ulmer Traditionsbrauerei hat ein eigens zum Jubiläum gebrautes Bier, das „SSV1846-Jubiläumsbier“, kreiert und eine Ulmer Traditionskonditorei hat eine für das Jubiläum konzipierte „SSV1846-Jubiläumsschokolade“ geschaffen. Beide Produkte werden ab Ende April in den Handel kommen, es wird ihnen bei viel Hektik und Anspannung eine beruhigende Wirkung zugeschrieben! Ein kleiner Teil des Verkaufserlöses wird auch an den Verein fließen.

Das war heute ein kleiner Vorgeschmack auf unseren geplanten großen Festakt, der mit vielen geladenen Gästen aus dem Verein, dem Sport, der Politik und der Wirtschaft im September 2021stattfinden soll. "