75. Allgäuer Festwoche eröffnet
»Wohnzimmer des Allgäus«
Der Himmel über dem grundsanierten Kornhaus in Kempten strahlt in tiefsten Blau, die Gäste stehen zumeist in Allgäuer Tracht gewandet in einer Schlange vor Kemptens guter Stube und freuen sich auf den Einlass zur Eröffnungsfeier anlässlich der 75. Allgäuer Festwoche.
»Z'sam« – Schock betont das Gemeinsame
Teile der gelungen Rede des Kemptener Oberbürgemeisters sind im Anschluss zu lesen, doch zuvor sollten die Ehrengäste des Jubiläumsaktes erwähnt sein. OB Christian Schoch lud nach seiner Ansprache seine Amtskollegen auf die Bühne, um das Zusammengehörigkeitsgefühl der Allgäuer zu unterstreichen. In einem durchaus anspruchsvollen Gespräch wurden die Herausforderungen der Zukunft skizziert und die gemeinsame Herangehensweise zu ihrer Lösung formuliert. Auf der Bühne nahmen auf den bekannten blauen Allgäu-Würfeln die folgenden Mandatsträger Platz: der Oberallgäuer Landrat Christian Schoch, der Ostallgäuer Landrat Bernd Stapfner, der Westallgäuer Landrat Elmar Stegmann, der OB von Kempten Christian Schoch, der OB von Memmingen Jan Rothenbacher und der OB von Kaufbeuren Stefan Bosse. Im Anschluss folgte die Festrede vom Staatsminister für Europaangelegenheiten und Internationales Eric Beißwenger.
Beste Lied
Erwähnenswert noch das musikalische Rahmenprogramm der Jubiläumsfeier. Die wurde wie gewohnt in erfrischender Form durch die Stadtkapelle Kempten unter der Leitung von Matthias Haslach dargeboten. Den eindeutig lautesten Applaus der gesamten Veranstaltung erzielten allerdings die Schülerinnen und Schüler der Haubenschloß- und Fürstenschule mit Sängerin Lea Schiller, die in einer lebendigen Nummer mit Tanzeinlagen das Lied „We’re all in this together“ darboten. Besser konnte man das spürbare Zusammengehörigkeitsgefühl der Allgäuer an diesem Tag im Kornhaus nicht zusammenfassen.
Auszüge aus der Rede von Kemptens Oberbürgermeister Christian Schoch:
Liebe Gäste, ich glaube, dieser Wunsch ist berechtigt. Denn eine Heimat lebt nicht davon, dass alles bleibt, wie es war. Sie lebt davon, dass sie sich verändert, ohne sich selbst zu verlieren. Genau das hast Du, liebe Festwoche, in 75 Jahren bewiesen.
Du bist mit der Zeit gegangen. Vom klassischen Gewerbeschaufenster zur modernen Wirtschaftsmesse. Von der Leistungsschau zur Plattform für Innovation.
Mit Kunstausstellungen, Kulturprogramm, Fachkongressen, Regionalität, Genuss und Begegnung hast Du immer wieder gezeigt: Zukunft entsteht dort, wo Tradition neugierig bleibt.
Und deshalb dürfen wir auch künftig mutig sein. Wir werden diskutieren. Wir werden manches verändern. Wir werden Neues ausprobieren.
Aber eines dürfen wir nie vergessen: Man kann den Wert einer Festwoche nicht allein in einer Bilanz lesen.
Wie berechnet man denn ein Wiedersehen zweier alter Freunde? Wie bilanziert man den Mut eines jungen Unternehmens, das hier seinen ersten Kunden findet? Wie bewertet man das Leuchten in den Augen eines Kindes beim ersten Lichterfest? Oder das Gefühl, wenn im Stadtpark Menschen aus allen Teilen des Allgäus merken: Wir gehören zusammen.
Der größte Gewinn dieser Festwoche steht in keinem Haushalt.
Er steht in den Herzen der Menschen.
Das Allgäu war immer dann stark, wenn es nicht fragte: "Was trennt uns?" Sondern: "Was verbindet uns?"
Unsere Berge verbinden. Unsere Vereine verbinden. Unsere Unternehmen verbinden. Unsere Kultur verbindet. Unsere Herzen verbinden. Und zum 75. Mal verbindet uns auch diese Festwoche. Deshalb feiern wir heute nicht einfach eine Veranstaltung.
Wir feiern ein Stück Allgäuer Identität. Wir feiern den Mut der Generation von 1949. Wir feiern alle, die diese Festwoche Jahr für Jahr mit Leben füllen. Und wir feiern eine Region, die ihre Zukunft am besten gestaltet, wenn sie zusammensteht. Liebe Festwoche, bleib unbequem genug, um Dich weiterzuentwickeln. Bleib bodenständig genug, um Deine Wurzeln nicht zu vergessen. Und bleib genau das, was Du seit Deinen Anfängen bist: Das Wohnzimmer des Allgäus. Herzlichen Glückwunsch zu Deiner 75. Ausgabe.











