B 12 wird zum „Allgäuschnellweg"

Die Allgäu Magistrale

Das Allgäu ist mit den beiden Städten Ulm und Stuttgart über die A7 und A8 gut verbunden. Das zeigt sich auch am Skilift oder bei der Brotzeit unterm Gipfelkreuz, denn dort dominiert rein sprachlich das württembergische Schwäbisch über andere schwäbische und bayerischen Idiome. Doch das könnte sich in Zukunft ändern und die Sprachvielfalt könnte sich um das Bayerisch-Schwäbische und Altbayerische erweitern, wenn es denn so käme, wie es manche befürchten oder herbeisehnen.

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Am Ausbau der B12 scheiden sich die Geister – für Umweltschützer ein „No Go", für Befürworter ein „Must Have" zur Entwicklung des AllgäusBild: Jörg Spielberg
Die bisherige Anbindung des Allgäus an Augsburg und München soll durch den autobahnähnlichen Ausbau der B12 zum „Allgäuschnellweg" wesentlich verbessert und verkürzt werden, was das Allgäu attraktiver für Tagesgäste machen wird. Zudem ist eine erhebliche Senkung der Unfallzahlen zu erwarten, wenn die beiden Fahrtrichtungen wie geplant durch einen Mittelstreifen getrennt werden. Wichtigstes Ziel der Befürworter des Ausbaus ist es aber, dass der neue 4-spurige Allgäuschnellweg Garant wird für ein nachhaltiges Wachstum der Wirtschaftsregion Allgäu, bei dem die ansässige Wirtschaft gestärkt und neue Zielgruppen für den Tourismus im Allgäu gewonnen werden können. Laut einer Prognos-Analyse der IHK-Schwaben vom Juni 2020 ist die „Industriedichte" (Arbeitsplätze pro 1.000 Beschäftigte) im Allgäu etwa 2,8 mal so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Damit Rohstoffe und Vorprodukte den schnellen Weg ins Allgäu finden und ebenso die gefertigten Waren zeitnah zu den Märkten gebracht werden können, befürworten viele den Ausbau der B12 zum autobahnähnlichen Allgäuschnellweg mit Mittel- und Seitenstreifen. Zudem sichert, so die Hoffnung vieler Allgäuer, eine schnelle und sichere Verbindung mit Augsburg und München die heimischen Arbeitsplätze.



Weniger schwere Unfälle

Ein weiteres gewichtiges Argument der Ausbau-Befürworter ist die Unfallhäufigkeit auf dem Teilabschnitt der B12 von Kempten nach Buchloe und zurück. Mal ist die Strecke zweispurig, dann wieder für ein paar Kilometer dreispurig, damit die PKW-Fahrer die vielen LKWs überholen können, die sich an eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h zu halten haben. Das alles ohne Mittelleitplanke und bei unterschiedlichem Beschleunigungsvermögen der einzelnen Verkehrsteilnehmer. Das erfordert viel Geduld von den Autofahrern, die manche nicht bereit sind aufzubringen und riskante Überholmanöver starten. Erstaunlicherweise sind es nicht diese Situationen, die zu den meisten schweren Unfällen führen. „Das Problem ist die hohe Auslastung der B12. Wer auf die Gegenfahrbahn kommt, häufig durch Unachtsamkeit und Ablenkung, der wird aufgrund der hohen Verkehrsdichte dort mit hoher Wahrscheinlichkeit mit dem Gegenverkehr kollidieren.", sagt Thomas Hanrieder, zuständiger Abteilungsleiter Großprojekte vom Staatl. Bauamt Kempten. Dabei sei die Unfallhäufigkeit auf der geplanten Ausbaustrecke von 51 km Länge gleichverteilt. „Es gibt keine Unfallschwerpunkte an bestimmten Stellen, die B12 ist grundsätzlich mit dem täglichen Verkehrsaufkommen von rund 20.000 Fahrzeugen chronisch überlastet.", so Thomas Hanrieder.

Herkulesaufgabe

Nachdem der deutsche Bundestag den Bundesverkehrswegeplan 2016 verabschiedet hat, erhielt das Staatl. Bauamt Kempten den Planungsauftrag für das Großprojekt. Das Staatl. Bauamt Kempten plant den Ausbau in sechs voneinander unabhängigen Abschnitten. Derzeit laufen die Planungen für drei Abschnitte: den Planungsabschnitt 1: Kempten - Wildpoldsried; Planungsabschnitt 5: Hirschzell - Untergermaringen und den Planungsabschnitt 6: Germaringen - A96 bei Buchloe. Diese entsprechen einer Länge von 27 km, bei einer Gesamtlänge aller Abschnitte von 51 km. Besteht die B12 aktuell noch aus einer Fahrbahn mit 2-3 Fahrstreifen, wird die neue B12 gemäß dem Regelquerschnitt RQ 28 zwei Fahrbahnen mit jeweils zwei Fahrstreifen besitzen. Die beiden zweispurigen Fahrbahnen werden durch einen 4 m breiten Mittelstreifen getrennt sein. Seitlich der beiden Richtungsfahrbahnen befinden sich Banketten von jeweils 1,50 m Breite. Damit wird der Allgäuschnellweg eine Gesamtbreite von 28 Metern aufweisen. Mit dieser Gesamtbreite dürfte eine Durchquerung mancher bereits bestehender Brücken auf der B12 nicht möglich sein. Ist dies der Fall, werden diese Bauwerke ersetzt. Das betrifft auch die Brückenbauwerke, die eine Durchfahrtshöhe niedriger als 4,50 m haben. Für den Planungsabschnitt 1 ist zudem der Bau einer neuen Anschlussstelle Betzigau in Höhe der OA 18 bei Betzigau und Wildpoldsried vorgesehen. Eine Besonderheit beim Ausbau der B12 zum Allgäuschnellweg ist es, dass die aktuell bestehende Fahrbahn erhalten bleibt und daneben eine neue zweispurige Trasse geschaffen wird. Das hat den Vorteil, dass während der Bauzeit der Verkehr auf der alten B12 normal weiterlaufen kann. Lediglich, wenn die neue Trasse die Seite wechseln muss (z.B. von einem südlichen auf einen nördlichen Verlauf), kommt es zu einer Baustelle, die in den fließenden Verkehr eingreift. Zu guter Letzt sollen an der 51 km langen Ausbaustrecke jeweils an den Drittelpunkten statt der bestehenden 8 Parkplätze 4 neue unbewirtschaftete Park-/ Rastanlagen mit einem WC-Gebäude entstehen. Für den Ausbau der B12 zum Allgäuschnellweg hat der Bund aktuell Kosten von mindestens 265,5 Mio. Euro veranschlagt (Stand heute). Aufgrund von instabilen Wirtschafts- und Preisentwicklungen und möglichen Zusatzkosten durch gerichtliche Prozesse kann dieser Wert noch nach oben abweichen.

Widerstand regt sich

Der Ausbau der B12 zum Allgäuschnellweg ist eine Herkulesaufgabe und am Ende wird die neue vierspurige Trasse den Charakter einer Landstraße verlieren und im Grund einer Autobahn gleichen. Damit einher gehen große Veränderungen, wie ein erheblicher Mehrverbrauch an Fläche, 140 Fußballfelder lt. BUND Naturschutz, und ein gesteigertes Verkehrsaufkommen mit mehr Lärmbelästigung für Mensch und Umwelt. Deshalb regt sich Widerstand bei Umweltverbänden und Parteien wie beim BUND Naturschutz, Bündnis90/Die Grünen und der ÖDP. Diese fordern statt eines Ausbaus der B12 eine verstärkte Investition in die vorhandene, parallel verlaufene Bahnstrecke, die es zu elektrifizieren gilt. Unlängst machte der BUND Naturschutz Bayern e.V. mit einer Aktion gegen den Ausbau der B12 auf die aus seiner Sicht verkehrspolitische Fehlentscheidung aufmerksam. Das Video ist auf YouTube zu sehen.

Autor: Joerg Spielberg

Information zum Weiterlesen:

Auf Nachfrage von TRENDYone haben Politiker, Bürgermeister und andere Beteiligte mit einer Stellungnahme reagiert. Sie können diese im folgenden Fließtext oder als Grafik in der Fotostrecke lesen.

Peter Stöferle, Industrie- und Handelskammer Schwaben, Geschäftsfeldleiter Mobilität und Stadtentwicklung:

Die IHK Schwaben setzt sich seit Jahrzehnten für den Ausbau der B 12 ein, weil diese Straße große Teile des Allgäus an die Bezirkshauptstadt Augsburg und an die Landehauptstadt München anbindet. Eine neue Prognos-Analyse der IHK Schwaben vom Juni 2020 zeigt, dass die „Industriedichte“ (Arbeitsplätze pro 1000 Beschäftigte) im Allgäu etwa 2,8-mal so hoch ist wie im Bundesdurchschnitt. Industrie aber braucht Rohstoffe und Vorprodukte, und sie muss ihre Waren auf die Märkte in Deutschland und in der Welt bringen, auch aus einem bundesweit am Rande gelegenen Standort. Um diesen Nachteil auszugleichen und das Allgäu für künftige Firmenansiedlungen und -erweiterungen attraktiv zu halten, braucht es eine leistungsfähige Verkehrsanbindung. Diese Straße hilft, Wertschöpfung und Beschäftigung im Allgäu zu halten und auszubauen.
Eine ausgebaute B 12 benötigt unstrittig zusätzliche Flächen, für die aber zum Teil nach Gesetz auch ein ökologischer Ausgleich geschaffen werden muss. Damit wird der Verkehr flüssiger und vor allem sicherer; eine Fahrt auf der B 12 wird „planbarer“ und weniger gefährlich als sie es heute ist. Diese Verbesserungen kommen Pendlern, Touristen, aber auch Allgäuern in ihrer Freizeit, und dem Wirtschaftsverkehr zugute. Vor allem: Sie wirken nicht nur für den Durchgangsverkehr zwischen Kempten und der Autobahn A 96, sondern für einen weiten Einzugsbereich dieser Straße in beiden Landkreisen und den kreisfreien Städten Kempten und Kaufbeuren. Der Ausbau der B 12 dient so einem Gesamtinteresse des Allgäus.

Thomas Kreuzer, CSU-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag, Stadtrat Kempten:

„Es ist längst überfällig, dass die B12 an die heutigen Verkehrsbedürfnisse und die starke Entwicklung im Allgäu angepasst wird. Wir brauchen den Ausbau, um Reisegeschwindigkeit und Verkehrssicherheit zu erhöhen. Durch die getrennten Fahrstreifen der künftig 28 Meter breiten Bundesstraße werden Überholmanöver im Gegenverkehr obsolet. Damit sinkt das Unfallrisiko – und somit auch die Zahl der Vollsperrungen und Staus. Zudem kommen Einheimische und Touristen auf einer ausgebauten Straße mit Richtgeschwindigkeit 130 insgesamt stressfreier zu uns in die Region.
Die Erweiterung der B12 auf vier Spuren ist aber auch für unsere regionale Wirtschaft und die vielen hidden champions bei uns im Allgäu wichtig, die weltweite Absatzmärkte beliefern. Sie brauchen eine verlässliche Anbindung für den Export. Die B12 bietet dazu die kürzeste Verbindung zwischen der A7 bei Kempten und der A96 bei Buchloe. Deshalb haben wir als CSU lange und hart dafür gekämpft, damit der neue Allgäu-Schnellweg im vordringlichen Bedarf in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurde. 
 Der Ausbau von Anschlussstellen sollte am Bestand orientiert erfolgen, ergänzt durch die Ergebnisse des Gutachtens, das den Verkehrsfluss bis zum Jahr 2030 hochrechnet. Damit können wir uns weitere Baustellen für zusätzliche Auf- und Abfahrten in den nächsten Jahren sparen. Zum Ausgleich der Eingriffe in die Natur sind Kompensationsmaßnahmen für die so wichtige Erweiterung der B12 vorgesehen.“

Renate Deniffel, CSU, Erste Bürgermeisterin Gemeinde Wildpoldsried:

„Ja, ich bin eine ganz klare Befürworterin des B12 Ausbaus, des AllgäuSchnellwegs. Zügig und sicher voran zu kommen ist das ersehnte Ziel. Der Abbau von Gefahrenstellen ist ein wichtiges Ziel. Mehrmals jährlich rückt die Freiwillige Feuerwehr Wildpoldsried wegen eines Verkehrsunfalls auf der B12 auf unserem Gemeindegrund aus. Leider sind dabei meist Personenschäden zu beklagen, manchmal sogar mit Todesfolge.
Der B12 Anschluss in Bogenried ist für die Gemeinde Wildpoldsried von herausragender Bedeutung und einmalige Chance auf eine Ortsumfahrung zur Entlastung von Schwerlastverkehr oder Berufspendlern dem angrenzenden Ostallgäu.
 Die Wildpoldsrieder Bürgerinnen und Bürger können es kaum erwarten, bis die Ortsdurchfahrt vom Schwerlastverkehr entlastet wird. Gefahrenquellen durch LKW – gerade der Grundschüler und der Senioren - und die enorme Lärmbelästigung wird vielfach massiv beklagt und ist fortwährendes brisantes Thema in der Bevölkerung.
Der erheblich zugenommene Schwerlastverkehr u.a. vom benachbarten Gewerbegebiet Betzigau oder LKW die Richtung A7 Füssen abkürzen fährt dann künftig nicht mehr durch Wildpoldsried. Dieses Ziel verfolge ich als Bürgermeisterin zusammen mit dem Gemeinderat vehement. Ich bin dazu im Kontakt mit Stimmkreisabgeordneten MdL Thomas Kreuzer und Bundes-Wahlkreisabgeordneten MdB Bundesminister Dr. Gerd Müller.
Für die Allgemeinheit sehe ich die sehr großen Vorteile, bedaure aber, dass vor allem eine Familie mit ihrem Haus von dem Ausbau schwerwiegend betroffen ist. Hier muss eine Lösung erst noch gefunden werden."

Christina Mader, Kreissprecherin der Grünen-Oberallgäu, Fraktionsvorsitzende:

Die Kreissprecherin der Grünen im Oberallgäu, Christina Mader, fordert, dass alternative Möglichkeiten des nachhaltigen Warenverkehrs berücksichtigt werden müssen, insbesondere der Verkehr auf der Schiene. Das gilt insbesondere auch für den Personenverkehr. In den südlichen Urlaubsgebieten des Ober- und Ostallgäus werde gerade diskutiert, wie die massiven Urlauberströme und gefährlichen Parksituationen in den Griff zu bekommen seien. Die Allgäuer Grünen sind sich sicher, dass eine neu gebaute Autobahn ins Allgäu die Situation nicht entschärfen, sondern verschärfen würde, da der Verkehr noch mehr zunehmen würde.
Zusätzlich torpediere der Ausbau der B12 die Mobilitäts- und Klimakonzepte der Allgäuer Landkreise und der Stadt Kempten. „Der von der Staatsregierung geplante Ausbau ist somit nicht nur nicht mehr zeitgemäß, sondern verhindert zusätzlich eine nachhaltige Zukunft“ betonen die Kreissprecherinnen der Kemptener Grünen, Evelyn Lunenberg und Nadja Braun. „Nur eine Mittelverwendung für die Elektrifizierung aller Bahnstrecken im Allgäu, den verstärkten Warentransport auf der Schiene, den Ausbau eines allgäuweiten und attraktiven ÖPNV und der Einführung eines Ticketverbundsystems für das Allgäu, ist unter ehrlich betrachteten Umständen zukunftsweisend für das Allgäu und unsere Enkel“, so Thiemann.
"Eine schnelle Verladung der LKW auf die Schiene (Hopp-On / Hopp-Off inklusive Fahrer) verlagert viel Verkehr, und Schnellzüge ohne Zwischenstopp zwischen Oberstdorf, Kempten und München kommen Pendlern und Urlaubern entgegen. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf der jetzigen B12 reduziert die Unfallgefahr deutlich und ist finanziell regelrecht ‚ein Schnäppchen‘. 400 Mio € werden somit nicht zu mehr Lärm, CO² und Autoverkehr führen, sondern zu einer Beruhigung des Allgäus. Das ist dann tatsächlich zukunftsweisend" ist sich der Kemptener Mobilitätsbeauftragte sicher.
Somit lehen die Allgäuer Grünen den Ausbau der B12 zu einer zweiten Autobahn, dem sogenannten Allgäuer Schnellweg, strikt ab. „Der völlig überzogene Ausbau der B12 zu einer autobahnähnlichen Schnellstraße ist nicht zeitgemäß und nicht zustimmbar. Die Investitionskosten von bis zu 400 Millionen Euro fehlen uns langfristig für die Umsetzung eines nachhaltigen Mobilitätskonzepts für das gesamte Allgäu“, bewertet der Kemptener grüne Stadtrat und Mobilitätsbeauftragte Dr. Stefan Thiemann den geplanten Ausbau der B12.

Thomas Frey antwortete auf den Fragebogen von TRENDYone

- Trassenbreite?
Bisher ist ein Regelquerschnitt von 28 Metern geplant. Das entspricht einer ganz normalen Autobahn. Wir sehen dafür keine Notwendigkeit. GGf. kann in den bisherigen zweistreifigen Abschnitten auch dreistreifig ausgebaut werden. Eine Vierstreifigkeit ist u.E. nicht notwendig. Es gibt kein Kapazitätsproblem. Das bestehende Bundesgeld sollte besser in den Ausbau/Elektrifizierung der parallell verlaufenden Bahnlinie gesteckt werden.
- Mittelstreifen – Ja oder Nein?
Erübrigt sich, wenn nicht ausgebaut wird.
- Pannenstreifen – Ja oder Nein?
Erübrigt sich, wenn nicht ausgebaut wird.
- Neue Anschlussstellen?
Erübrigt sich, wenn nicht ausgebaut wird. Neue Anschlussstellen haben einen enormen Flächenverbrauch.
- Ausbau bestehender Anschlussstellen?
Erübrigt sich, wenn nicht ausgebaut wird.
- Tempolimit, Geschwindigkeitsbegrenzungen?
Aus Sicherheitsgründen ist ein Überholverbot auf den zweispurigen Abschnitten sinnvoll. GG. kann auch an bestimmten Gefahrenstellen heute schon eine Geschwindigkeitsbegrenzung eingeführt werden. Das wichtigste wäre allerdings, dass die heutige Geschwindigkeitsbegrenzung von 100km/h konsequent überwacht wird.
- Digitale Anzeigen statt analoger?
Bringt keinen Mehrwehrt
- Ökologische Ausgleichsflächen schaffen?
Wir wollen keinen Primäreingriff, daher erübrigt sich die Frage nach ökologischen Ausgleichsflächen.
- Neue Park-/Rastplätze?
Wir wollen wieder mehr Güter auf die Schiene bringen. Dazu sind Umladestationen im Raum Kempten und Kaufbeuren notwendig.
Die Ausweitung von LKW-Parkplätzen an der B12 ist nicht zielführend


Freie Wähler, Alexander Hold, Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Bezirksrat im Bezirkstag Schwaben, Fraktionsvorsitzender FREIE WÄHLER Kempten-ÜP im Stadtrat Kempten, Hugo Wirthensohn, Kreisvorsitzender Freie Wähler Oberallgäu und Alexander Buck, Stadtrat Kempten:

Die FREIEN WÄHLER stellen sich hinter den vierspurigen Ausbau von Buchloe bis Kempten. Der Kreisvorsitzende der FREIEN WÄHLER im Oberallgäu, Kreisrat Hugo Wirthensohn freut sich über das fortschreitende Planfeststellungsverfahren und spricht von einem klaren Bekenntnis zum vierspurigen Ausbau der B 12: Jahrzehnte lang haben wir mit viel Engagement für den Ausbau gekämpft und Druck gemacht für eine hohe Priorisierung des Ausbaus im Bundesverkehrswegeplan. 2016 wurde diese wichtige Verkehrsader endlich in die höchste Dringlichkeitsstufe aufgenommen, so dass sie nun nach und nach realisiert werden kann.“
Der Fraktionsvorsitzende im Kemptener Stadtrat und Landtagsvizepräsident Alexander Hold begründet die Wichtigkeit des Projekts so: „Eine leistungsfähige Anbindung des gesamten Allgäus an die Metropolregionen München und Augsburg auch auf der Straße wird in Zukunft wichtiger denn je. Für die Allgäuer Wirtschaft, aber auch für den Tourismus im Allgäu ist die B 12 eine wichtige Zukunftsfrage. Dass die B 12 zudem sicherer gemacht werden muss, weiß jeder Pendler, der dort schon einmal einen schweren Unfall gesehen hat. Wir sind aber froh, dass Fragen der Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit heute viel intensiver gestellt werden als bei früheren Vorhaben.“
"Es hat keinen Sinn, jetzt noch einmal die 25 Jahre alten Argumente zu diskutieren", ergänzt Alexander Buck, Sprecher der Freien Wähler im Kemptener Stadtrat für Mobilität und Verkehr zu der aktuellen Leserbriefdiskussion rund um das derzeit laufende Planfeststellungsverfahren. "Es gab und gibt eine mehrheitliche gesellschaftliche Einigung in Kempten sowie im Allgäu, dass der Ausbau der B 12 dringend notwendig ist. Das ganze Projekt jetzt anzuzweifeln und schlecht zu reden, wäre wie wenn einem Marathonläufer kurz vor dem Ziel ein Bein gestellt wird."

Die Vertreter der Freien Wähler antworteten auf den Fragebogen von TRENDYone

- Trassenbreite?                                                                              
Es gibt bundeseinheitliche Richtlinien für vierspurige Kraftfahrstraßen. An dieses technische Regelwerk RAA wird man sich halten müssen, sowohl aus Gründen der Verkehrssicherheit als auch, weil der Bund die Trasse sonst nicht fördert.
- Mittelstreifen – Ja oder Nein?
Grundsätzlich erhöht ein Mittelstreifen mit Leitplanken die Verkehrssicherheit erheblich. Allerdings ist es nur schwer nachvollziehbar, warum ein Mittelstreifen bundesweit 4 m breit sein muss. Wenn es die Förderung nicht gefährdet, dann wäre aus ökologischen Gründen ein schmalerer Mittelstreifen wünschenswert.
- Pannenstreifen – Ja oder Nein?
Auch Pannenstreifen schreiben die RAA vor – völlig zu Recht: Wer schon mal auf einer Schnellstraße liegen geblieben ist, weiß wie lebensgefährlich die Situation ohne Pannenstreifen werden kann.
- Neue Anschlussstellen?
Die im Oberallgäuer Teilstück geplante Anschlussstelle Betzigau bringt für Wildpoldsried und Betzigau eine deutliche Entlastung und muss daher realisiert werden.
- Ausbau bestehender Anschlussstellen?
Bestehende Anschlussstellen sollten nur in dem Maße ausgebaut werden, wie dies aufgrund gesetzlicher Vorgaben für die Verkehrssicherheit erforderlich ist.
- Tempolimit, Geschwindigkeitsbegrenzungen?
Eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 120 km/h ist auf der vierspurigen B 12 sinnvoll.
- Digitale Anzeigen statt analoger?
Digitale Anzeigen sollten heutzutage selbstverständlich sein.
- Ökologische Ausgleichsflächen schaffen?
Die gesetzlichen Vorgaben machen Ausgleichsflächen zwingend erforderlich. Bei der Auswahl der Flächen ist aber darauf zu achten, dass der Landwirtschaft möglichst wenig dringend benötigten landwirtschaftlichen Flächen entzogen werden.
- Neue Park-/Rastplätze?
Im Interesse eines nachhaltigen Umgangs mit Flächen halten wir die bestehenden Park- und Rastplätze für ausreichend.

Susen Knabner, Kreisvorsitzende der Freien Wähler Ostallgäu:

„Wir Freie Wähler haben jahrelang für den 4spurigen Ausbau der B12 in der jetzt geplanten Form gekämpft. Dieser ist für die Beseitigung der Unfallgefahr mit jeweils sehr schlimmen Ausgang und für die Ostallgäuer und Kaufbeurer Wirtschaft unbedingt notwendig. Wir stehen für einen Ausbau im nunmehr vom staatlichen Bauamt geplanten Umfang. Die jetzige Planung, die die Vorgaben des Bundes umsetzt, ist am besten geeignet, die Unfallgefahr zu mindern. Fehlender Seitenstreifen oder fehlende Mittelleitplanke sind neue Gefahrenpotenziale, die es zu vermeiden gilt.
Die bestehenden Anschlussstellen sind falls notwendig anzupassen. Neue Anschlussstellen sind von uns derzeit nicht gefordert; sollte der Bedarf entstehen, müsste dies diskutiert werden. Wir sind gegen ein generelles Tempolimit. Wenn aus Lärmschutzgründen ein Tempolimit notwendig erscheint, darf dieses nur streckenweise gelten. Digitale Anzeigen wären für eine flexible Verkehrsleitung wünschenswert. Neue Parkplätze wären sinnvoll, wenn und wo sie einen regionalen Mehrwert mit sich bringen.
Die Schaffung von Ausgleichsflächen ist gesetzlich vorgesehen. Dies ist nicht verhandelbar. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass die Ausgleichsflächen zu zusätzlichem Flächenverbrauch führen.
Bernhard Pohl, MdL, hat sich für den B12 Ausbau fraktionsübergreifend und auch in Berlin stark gemacht. Ich habe mich in meiner Zeit als Landesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren Bayern u.a. mit einem Brief an das Bundesverkehrsministerium dafür eingesetzt. Die jetzigen Einwände der FDP und der Grünen kommen aus unserer Sicht reichlich spät. Die Grünen werden wieder ihrem Ruf als Verhinderer gerecht. Wir stehen zuverlässig für den B12-Ausbau in der geplanten Form und die Erhaltung des Zukunftsfähigkeit unserer Region."

Michael Käser, FDP-Kreisvorsitzender, Kreisrat Oberallgäu und Stephan Thomae, MdB, stellv. FDP-Fraktionsvorsitzender im Deutschen Bundestag:

FDP-Oberallgäu fordert moderaten Ausbau der B12. Der Bezirksvorstand der FDP Schwaben hat sich auf seiner Juli-Sitzung beim Ausbau der B 12 zwischen Buchloe und Kempten für eine maßvollere Variante ausgesprochen. „Die FDP Schwaben steht zum vierspurigen Ausbau der B 12, den auch wir jahrelang gefordert haben. Mit einer Trassenbreite von 28 Metern entsprechen die kürzlich vorgestellten Pläne zum B 12-Ausbau jedoch nicht unserem Verständnis von sparsamen Umgang mit Flächen sowie dem Geld der Steuerzahler", so der Bezirksvorsitzende der FDP Schwaben und Stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Stephan Thomae.
Aus Sicht der FDP sei das Entscheidende, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Fahrzeiten zu verkürzen, indem insbesondere der Schwerverkehr auf der gesamten Strecke gefahrlos überholt werden könne. Pannenstreifen auf der ganzen Streckenlänge und ein vier Meter breiter Mittelstreifen seien aus Sicht der FDP dazu nicht zwingend erforderlich. Ein Ausbau ähnlich dem der B 19 zwischen Kempten und Sonthofen sei durchaus ausreichend.
Viel wichtiger als die Fahrbahnbreite sind nach Ansicht der Liberalen intelligente Maßnahmen zur Verkehrslenkung. „Digitale Anzeigetafeln, die sowohl die Geschwindigkeit regeln, als auch unmittelbar auf Gefahren hinweisen, stellen ein viel effizienteres Mittel zur Steigerung der Verkehrssicherheit dar“, so Thomae.
Auch beim Thema Lärmschutz sehen die schwäbischen Liberalen Nachholbedarf. „Die Anlieger müssen in die Planung und Umsetzung der Maßnahmen besser einbezogen werden“, so der Ostallgäuer Kreisrat und Buchloer Stadtrat Maximilian Hartleitner.

Roland Helfrich, ÜP, 1. Bürgermeister Gemeinde Betzigau:

Aus Sicht der Gemeinde Betzigau verspricht der Ausbau der B 12 unter Beachtung der sonstigen infrastrukturellen Vorteile, die mit dem 4 -spurigen Ausbau dieser wichtigen Ost-West-Verkehrsachse verbunden werden können, ein Mehrwert an Verkehrssicherheit, der letztendlich allen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern zu Gute kommt. Das ist ein aktiver Beitrag zum Schutz des höchsten Gutes, das wir Mensch besitzen, nämlich unser Leben und dem sollten m. E. alle weiteren schutzwürdigen Belange angepasst werden. Unseres Erachtens ist eine verkehrliche Entlastung des kleinräumigen Verkehrsgeschehens nur dann wirkungsvoll zu erreichen, wenn die Zufahrten zu den überregional bedeutenden Straßen, wie bspw. der B 12 auf kürzestem Wege angefahren werden können.
Das erspart allen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer unnötige Umwege, entlastet die Umwelt und erhöht die Lebensqualität in den umliegenden Städten und Gemeinden spürbar. Aus diesem Blickwinkel heraus unterstützt die Gemeinde Betzigau den Bau der neuen Anschlussstelle in Betzigau-Bogenried in der Hoffnung, dass dadurch die aktuellen Verkehrsbelastungen sowohl in unseren Kemptener Nachbarstadteilen Leupolz und Lenzfried als auch in unserer Nachbargemeinde Wildpoldsried merklich reduziert werden können.

Katharina Schrader, ACE-Kreisvorstandsmitglied Allgäu und SPD-Fraktionsvorsitzende im Kemptener Stadtrat:

„Wir wissen, dass die Bundesstraße mit dem heutigen Ausbaustand den gegenwärtigen Anforderungen schon lange nicht mehr gewachsen ist. Es sind täglich mehr als 15.000 Fahrzeuge auf dem Streckenabschnitt von Kempten bis Buchloe unterwegs. Durch die hohe Verkehrsdichte passieren regelmäßig und teils schwere Unfälle. Unser Ziel muss die Vision Zero sein. Der ACE steht für einen ganzheitlichen Ansatz moderner Mobilität. Deswegen plädieren wir – flankierend zu den sicherheitsrelevanten Ausbaumaßnahmen der B12 – für die Elektrifizierung der parallel zur Bundesstraße verlaufenden Bahntrasse zwischen Kempten und Buchloe."

Thomas Wilhelm, ACE-Kreisvorsitzender Allgäu:

„Beim Ausbau der B12 hat für uns vom ACE Auto Club Europa, Deutschlands zweitgrößtem Autoclub, die Verkehrssicherheit absolute Priorität. Die Erweiterung um zwei zusätzliche Spuren ist dabei ein wichtiger Aspekt. Denn für alle Auto- und Motoradfahrenden steigern sowohl die geplanten Rettungsstreifen auf beiden Fahrbahnseiten als auch der durchbruchsichere Mittelstreifen die Verkehrssicherheit erheblich im Vergleich zum Status Quo. Das kann im Extremfall Leben retten. Der ACE befürwortet im Rahmen des Ausbaus zudem ein durchgängiges Überholverbot für LKW und eine streckenweite Geschwindigkeitsbegrenzung. Beide Aspekte tragen zu einem guten und sicheren Verkehrsfluss bei und die Lärm-Emissionen für Anwohnende werden reduziert. Ganz besonders vom Lärm betroffene Streckenabschnitte, wie etwa bei Lindenberg oder bei Jengen, müssen effektive Lärmschutzwälle bekommen. Wir raten dringend dazu, die Anwohnenden bei der Planung mit ins Boot zu holen, um gemeinsam eine wirkungsvolle Senkung der Lärmbelastung sicherzustellen. Einen Bedarf zusätzlicher Park- und Rastplätze sehen wir derzeit nicht. Hierzu gibt es genügend anliegende existierende Gewerbe- und Rastflächen wie z. B. Kaufbeuren, Marktoberdorf und Kraftisried, die hier stärker beworben werden könnten. Stattdessen pochen wir auf die streckenweite Installation von digitalen Anzeigentafeln zur intelligenten Regelung des Verkehrsflusses. So kann etwa im Fall eines Unfalles oder erhöhtem Verkehrsaufkommen die Geschwindigkeit des fließenden Verkehrs heruntergeregelt und die Gefahrenstelle entschärft werden sowie etwaige Staus vermieden werden."

Markus Kubatschka, Fraktionsvorsitzender der SPD-Oberallgäu, Kreisrat Oberallgäu, antwortete auf den Fragebogen von TRENDYone:

- Trassenbreite?
Die Trassenbreite sollte so breit wie nötig sein, um vier Spuren zu bekommen. Darüber hinaus sollte möglichst wenig Fläche verbraucht werden und die alte Trassenführung beibehalten werden. 
- Mittelstreifen – Ja oder Nein?
Aus Gründen der Sicherheit sollte ein grüner Mittelstreifen vorhanden sein. 
- Pannenstreifen – Ja oder Nein?
Nicht notwendig, da zu viel Platz verbraucht würde. 
- Neue Anschlussstellen?
An sich sind genügend Anschlussstellen vorhanden und der Flächenverbrauch sollte möglichst klein gehalten werden. Ob ein Anschluss von Bezigau an der bestehenden Straße an der Bahnstrecke sinnvoll ist, sollte geprüft werden. Neue Zubringer sind nicht sinnvoll. 
- Ausbau bestehender Anschlussstellen?
Nur soweit es notwendig ist im Rahmen des Ausbaus. 
- Tempolimit, Geschwindigkeitsbegrenzungen?
Auf dieser Strecke sollte die LKW Maut erhoben werden, ein LKW Überholverbot gelten und das Tempo auf maximal 120 begrenzt sein. 
- Digitale Anzeigen statt analoger?  Beides. 
- Ökologische Ausgleichsflächen schaffen?
Auf alle Fälle sollten solche Flächen geschaffen werden. 
- Neue Park-/Rastplätze? 
Nein. Die bestehenden reichen und es sollte möglichst wenig Fläche verbraucht werden.

Michael Hofer, KV Vorsitzender ÖDP OA-KE und Stadtrat Kempten und Michael Finger stellv KV Vorsitzender ÖDP OA -KE und Gemeinderat Oberstdorf:

· Jeder Euro in den Schnellstraßenausbau fehlt der Bahn/ dem ÖPNV dem Radverkehr! Eine Verkehrswende muss so schnell wie möglich eingeleitet werden, auch um die Pariser Klimaziele zu erreichen! Das eingesparte Geld soll in die Wiedereröffnung stillgelegter Bahnhöfe an der parallel verlaufenden DB Strecke Buchloe-Kempten verwendet werden (Aitrang, Wildpoldsried, Betzigau …) bzw in eine Revitalisierung der Strecke (mehr Gleise ,bessere Taktung ,Regiobahn ).
· Wer Straßen ausbaut, erntet Staus, fördert Autoverkehr usw. an beiden Enden der Verbindung! Mehr Tagesausflügler aus den Großräumen A und M heißt: noch mehr zugeparkte Landschaft m Allgäu, heißt, der gewünschte Langzeittourismus wird geschädigt!
· Der Ausbau fördert mehr Verkehrslärm und -unfälle* (mit den Folgen für Verkehrsteilnehmer *) , er ist schlecht fürs Klima und die Gesundheit der Anlieger (CO², Feinstaub, Ozon).
· Die bestehende B 12 soll so bleiben wie sie jetzt ist, einzige Ausnahme:
· Es braucht neue Anschlussstellen ( Wildpoldsried/Betzigau u.a.m.) Dafür sollen Öko-Ausgleichsflächen geschaffen werden.
· Grundsätzlich brauchen wir ein Tempolimit flächendeckend. Eine digitale Lenkung kann auch nur den aktuellen Verkehr lenken aber nicht minimieren.

Thomas Senftleben, AfD, Stadtrat Kempten

Die Planung und Umsetzung für den 4-Spurigen Ausbau der Bundesstraße 12 hätte schon in den 80er Jahren erfolgen müssen. Behinderungen durch Schwerlastverkehr, welcher nur 60 Km/h fahren darf, verleitet den Pkw-Fahrer zum gefährlichen Überholmanöver und überhöhter Geschwindigkeit. Die zahlreichen Kilometer, Staus und Unfälle, die ich durch das Pendeln seit 1988 erlebt habe, sind kaum vorstellbar. Jedes Opfer, das auf der B12 in den letzten 30 Jahren sein Leben lassen musste, war zu viel!
Die Ökodiskussionen, die den Ausbau verhindern und ausbremsen, müssen aufhören. Die Strecke von und nach München ist für Kempten und das Allgäu die Hauptader und der Motor unserer Wirtschaft. Für die Großunternehmen, welche mit Gütern beliefert werden müssen, ist der Ausbau von größter Priorität. Hier muss an die Zukunft gedacht werden, denn ein Ausbau wie die Bundesstraße 19 von Waltenhofen nach Sonthofen, wäre hier nicht sinnvoll. Es muss der Standard einer Autobahn mit Pannenstreifen und Mittelstreifen Berücksichtigung finden.
Die Trassenbreite muss zukunftsorientiert auf 28 Meter angesetzt werden, das entspricht dem Standartquerschnitt einer Autobahn mit vier Fahrstreifen, welche eine Kapazität von 20.000 bis zu 60.000 Fahrzeuge pro Tag zulässt. Diese Kapazität wird auch dringend benötigt, da die Verkehrsstärke nach dem Ausbau tendenziell zunimmt. Um eine zügige und stressfreie Fahrt zu gewährleisten, sollte eine Richtgeschwindigkeit von 130 Km/h erlaubt werden.
Der Bedarf an zusätzlichen Anschlussstellen sollte bereits jetzt in die Planung einfließen, um in Zukunft Baustellen für Auf- und Abfahrten zu verhindern. Bestehende Anschlussstellen und Parkplätze können Bedarfsorientiert beibehalten werden. Ausgleichsflächen haben bereits in der Vorplanung Berücksichtigung gefunden. Wir empfehlen hier noch Wildbrücken als Modellfunktion fürs Allgäu, zwischen Kraftisried und Buchloe einzuplanen.
Ebenso ist eine Elektrifizierung der Bahn von Buchloe über Kempten nach Oberstdorf und Lindau und von Kempten nach Ulm längst überfällig. Statt in teure und nicht effiziente Wasserstoffzüge zu investieren, sollte die Ausrüstung von Gleisstrecken mit Oberleitungen zur Versorgung elektrisch betriebener Bahnen gebaut werden.