City-Management Kempten zeigt sich optimistisch bei Jahreshauptversammlung

«Freude in die Stadt holen»

Das letzte Mal, dass sich die Mitglieder des City-Management Kempten zu ihrer Jahreshauptversammlung in Präsens versammeln konnten, ist knapp zwei Jahre her. Nun, 18 Monate nach Ausbruch der Pandemie, ist es aufgrund des Impffortschritts und anderer Maßnahmen möglich, sich wieder normal zu treffen. Als Ort der Versammlung wurde durch die Verantwortlichen des City-Management Kempten das JuFa Familienressort in unmittelbarer Nähe zum Cambomare und dem DAV-Kletterzentrum ausgewählt. Rund 50 Mitglieder und Vertreter der Presse folgten der Einladung. Begrüßt wurden die Teilnehmer durch den 1. Vorsitzenden des City Management Dietmar Wolz und Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle.

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Auch Oberbürgermeister Thomas Kiechle (r.) sprach zu Mitgliedern des City-Management Kempten. Links: Schatzmeisterin Annette Pickert und der 1. Vorsitzende Dietmar Wolz.Bild: Nico Spettmann
Den Blick nach vorn

Als Vertreter des innerstädtischen Einzelhandels und der Gastronomie hätte sich Dietmar Wolz eine schnellere Lösung für die Kemptener Innenstadt gewünscht, da er Einzelhändler und Gastronomie, wie er es am Abend betonte, „…stets als Teil der Lösung und nicht als Ursache der Verbreitung des Virus angesehen hat." Wolz, der in Kempten erfolgreich die Bahnhofsapotheke und das PurNatur, Naturkost & Bio Bistro, führt, zeigte aber am Abend auch großes Verständnis für den Weg, den die Stadt Kempten bei der Bekämpfung der Pandemie eingeschlagen hat. Unisono mit Oberbürgermeister Thomas Kiechle will man fortan nach vorne schauen und wählte den Satz „Wir holen die Freude in die Stadt" als Motto für den Neustart. Dabei hat sowohl der Vertreter des Einzelhandels als auch Kemptens Oberbürgermeister Kiechle nicht nur Umsatzzahlen des Einzelhandels im Blick. Vielmehr wird aus Sicht beider das innerstädtische Leben zukünftig stärker duch einen Mix aus Einzelhandel, Gastronomie, Kultur, Arbeiten und Wohnen bestimmt sein. Gemeinsam arbeitet die Stadt Kempten und das City Management aktuell am Fitnessprogramm „Starke Zentren", das vom Bayerischen Wirtschaftsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie ausgelobt wurde. „Was von der Krise unveränderlich erschien, ist nun machbar und wir sollten die Dinge nun anpacken und in Bewegung bringen.", so die Einstellung von Dietmar Wolz und des 10-köpfigen Vorstands des City-Management, das vollzählig zur JHV erschienen war.

Mehr Spielraum

Für das laufende Jahr stellte Oberbürgermeister Thomas Kiechle in seiner Begrüßungsrede noch das Stattfinden des Weihnachtsmarktes und der traditionellen Einkaufsnacht in Aussicht, wenngleich diese abhängig von der weiteren Entwicklung der Pandemie auszugestalten sind. Dietmar Wolz nutze bei seiner Begrüßungsrede die Gelegenheit auch auf den Umstand hinzuweisen, dass durch Beschluss des Stadtrats die Stadt Kempten dem City-Management nun wesentlich mehr finanzielle Hilfe angedeihen lassen kann. So sind Mitarbeitergehälter fortan gesichert und dem Verein bleiben größere finanzielle Spielräume bei der Entwicklung und Umsetzung neuer Konzepte und Ideen für die Kemptener Innenstadt.

Aktionen trotz Corona

Wenngleich die Innenstadt durch die beiden Lockdowns der vergangenen 18 Monate zeitweilig in einen Dornröschenschlaf versetzt wurde, so befand sich das City-Management Kempten in dieser Zeit nicht auf Schleichfahrt, sondern versuchte mit Initiativen und Aktionen der Tristesse in der Innenstadt entgegenzuwirken. So stellte es der Geschäftstellenleiter des CMK Niklas Ringeisen in seiner Rückschau auf die letzen Monate dar und stellte die Aktionen vor, die er und sein Team während dieser Zeit geleistet hatte. Verstärkt wurde die Mannschaft des City-Management dabei durch zwei neue Mitarbeiter: die Veranstaltungs- und Projektmanagerin Helen Fischer und den Marketing- und Projektmanager Moritz Dornbusch. Da die großen Aktionstage und das Stadtfest während der Pandemie nicht stattfinden konnten, versuchte man seitens des CMK mit vielen kleineren, dezentralen, räumlich entzerrten Formaten die Innenstadt für Besucher interessant zu halten. So beteiligte sich das CMK u.a. auch am „Stadtsommer Kempten" der Stadt Kempten und organisierte fünf Aktionstage unter dem Motto „Musiksommer Kempten". An all diesen Tagen erklang in der Kemptener Innenstadt Live-Musik der verschiedensten Musiker und Genres. Auch mit der Initiative „Zusammen handeln" wollte das CMK gerade den inhabergeführten Geschäften in der Nördlichen Innenstadt helfen, wieder Frequenz in ihre Quartiere zu holen. Hier gab es verschiedene Aktionstage, u.a mit Luftballonkunst oder dem Bemalen von Ölfässern. Alle Aktionen fanden unter den vorgeschriebenen Hygienebestimmungen statt und das CMK stand bei all seinen Planungen stets im engen Kontakt zum Ordnungsamt. Zu Beginn des 2. Lockdowns wartete das City-Management mit einer „Mutmacherkampagne" auf. Zehn Bürgerinnen und Bürger der Stadt wurde gebeten, ihren Umgang mit der Krise in einem Videointerview zu schildern und ihre persönliche „Überlebensstrategie" zu verraten. Die Kampagne, die stark in Social Media gespielt wurde und die durch die lokale Presse medial begleitet wurde, stellte sich als Glücksgriff heraus. „Mit unserer „Mutmacherkampagne konnten wir tatsächlich vielen Menschen, Einzelhändlern und Gastronomen, Zuversicht vermitteln.", freute sich Geschäftsstellenleiter Niklas Ringeisen.

Megaseller SCHEXS

Aber auch in anderen Bereichen blieb das City-Management nicht untätig. So positionierte man sich auch beim geplanten Bau eines Fachmarktzentrums an der Ulmer Straße unmißverständlich:„ Der innerstädtische Einzelhandel darf nicht durch neue Konkurrenz mit ähnlichen Sortímenten am Stadtrand gefährdet werden." Zum geplanten Bau eines neuen Amazon Verteilzentrums in der Nähe des Allgäu-Airports am Memmingerberg, äußerte man sich kritisch. „Wir sind nicht der Überzeugung, dass ein solches Verteilzentrum langfristig wertschöpfende Arbeitsplätze in die Region bringt und befürchten, u.a. wegen einer niedrigen Besteuerung von Onlineversandhändlern wie Amazon, eine Verzerrung des Marktgeschehens zu Ungunsten von u.a. inhabergeführtem Einzelhandel wie bei uns in Kempten.", so der Geschäftsstellenleiter Niklas Ringeisen. Glücklich war man seitens des CMK darüber, dass die beliebte Vortragsreihe „Zukunftswerkstatt" weiter fortgeführt werden konnte und in der Weihnachtszeit 2020 trotz Corona im Rahmen der Aktion „Das Allgäu packt's" wieder für einen guten Zweck „Pakete" gesammelt werden konnten, die im Nachgang an Bedürftige in Nepal überstellt wurden. Auch heuer soll diese Wohltätigkeits-Aktion wieder während der Weihnachtszeit stattfinden. Den größten Erfolg aber konnte das City-Management Kempten wohl mit seinem Einkaufsgutschein SCHEXS IN THE CITY erzielen. Der wurde während der Pandemie zu einem wahren Verkaufssschlager. 395.000 Einkaufsgutscheine wurden in 2020 verkauft, die Zahl für das laufende Jahr nähert sich bereits einem ähnlich hohen Wert an. Man darf vermuten, dass die Menschen im Allgäu mit dem Kauf dieses Einkaufsgutscheins auch ihrer Solidarität mit dem Kemptener Einzelhandel und Gastronomie zum Ausdruck bringen wollten.

Solide Arbeit

Nach dem Rückblick auf die vergangenen anderthalb Jahre, ging man zu den letzten Tagesordnungspunkten über, dem Bericht der Schatzmeisterin Annette Pickert, dem Bericht des Rechnungsprüfers in Person von Gerhard Juli und der Entlastung des Vorstands. Für das Jahr 2020 ergab sich bei Einnahmen von 288.200 EUR und Ausgaben von 296.600 EUR ein Saldo von -8.400 EUR. Für das Jahr 2020 bestand ein Vermögensüberhang von 64.800 EUR. Rechnungsprüfer Gerhard Juli attestierte dem Bericht der Schatzmeisterin eine solide Arbeit und empfahl den Stimmberechtigten die Entlastung des Vorstands. Dies geschah ohne Gegenstimme und Enthaltung. Auch dem Haushaltsentwurf für das laufende Jahr 2021 wurde von den Stimmberechtigten ohne Gegenstimme zugestimmt. Zum Ende gab es noch eine Personalie zu verkünden, Enrico Baumbach, Geschäftsführer Mode Reischmann verlässt den Vorstand des CMK und wird durch ein bekanntes Gesicht ersetzt: Marc Weizenhofer, Geschäftsführer Sport Reischmann, der schon einmal Mitglied des CMK-Vorstands war, kehrt mit neuen Ideen an seine alte Wirkungstätte zurück.