Corona-Schutzimpfung: Relevanz größer denn je

Warum manche Teile der Gesellschaft immer noch zurückschrecken

In den Medien wieder das Thema, mit der höchsten Präsenz: Die Corona-Impfung. Viele Menschen haben sich bereits dazu entschieden sich gegen das Virus zu schützen, manche sind noch unentschlossen und einige sind strikt dagegen. Die Meinungen gehen weit auseinander und so könnte es bald auch der Gesellschaft drohen.

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Ein Beispiel, was der Gesellschaft drohen könnte, zeigt Österreich aktuell auf. Durch harte Maßnahmen der Regierung gegenüber ungeimpften Bürgern kommt es zu Meinungsverschiedenheiten und dem Empfinden von Diskriminierung. Das Angebot einer Impfung besteht mittlerweile seit mehreren Monaten – auch schon ohne Priorisierungen. Jeder der sich bereit erklärt, kann nahezu unmittelbar schnell seine Erstdosis abgreifen. Kostenfrei möglich und mit minimalem Zeitaufwand, gelangt so jeder Bürger an seinen Schutz. Dass es, auch nach so langer Zeit, immer noch nicht genügend Bürger gibt, die das Impfangebot wahrnehmen, drängt die Regierung zu härteren Maßnahmen. Konsequenzen können sein, dass sich Teile der Gesellschaft diskriminiert fühlen. Warum die aktuelle Corona-Lage auf der Stelle steht und was die Menschen als Gründe nennen, warum sie eine Impfung weiterhin ablehnen, lesen sie im Folgenden.

Aktuelle Zahlen aus der Bundesrepublik

Laut aktuellen Angaben sind derzeit etwa 68 Prozent der Deutschen vollständig geimpft. Dazu kommen noch 2,5 Prozent, die bereits ihre Erstimpfung erhalten haben. Mit fast 80 Prozent zählt Bremen zum Vorreiter der Impfquote. Sachsen ist auf dem letzten Platz und kommt auf einen Wert knapp unter 60 Prozent. Mit 65,7 Prozent liegt der Freistaat Bayern im unteren Mittelfeld. Im Allgemeinen bleibt der Fortschritt allerdings zu niedrig, um weitere Lockerungen langfristig zuzulassen. Die sich aktuell wieder zuspitzende Krisensituation zeigt, dass es nach mehr Impfbereitschaft verlangt, um großflächig Sicherheit und Normalität zu gewährleisten.

Trotz als Hauptgrund gegen die Impfung

Gegenüber Ungeimpften steigt der Druck. Durch die Präsenz des Themas in der Politik oder dem sozialen Umfeld, wird man tagtäglich konfrontiert mit einer Aufforderung. Für viele eine Bestärkung ihrer Entscheidung weiterhin „tatenlos“ zu bleiben. Aus der Sicht eines doppelt geimpften einerseits verständnislos, andererseits empört. Es sitzen doch alle im gleichen Boot. Außerdem gibt es bereits genügend Staaten, wie beispielsweise Dänemark, die sich durch eine hohe und sehr gute Impfbereitschaft zurück zum „Vor-Corona-Alltag“ gekämpft haben. Die Umsetzung wäre so greifbar – allerdings wohl nicht für jedermann. Argumente der Ungeimpften sind, dass sich auch nach stetig ansteigender Impfzahlen und einer Quote von mittlerweile mehr als Zwei Dritteln der Deutschen, keine Lockerungen ergeben. Der Trotz der Minderheit stärkt sich, wodurch sich auch der Groll der Mehrheit steigert. Zwar ist die Verärgerung der Geimpften berechtig, bringt aber leider auch keinen Fortschritt. Wie ein Teufelskreis bewegt man sich weiter auf der Stelle. Druck auszuüben, verleitet Impfgegner dazu ihre Entscheidung beizubehalten, was den Groll der Geimpften weiter steigert und sie weiter Druck ausüben wollen.

Aberglaube und Fake-News

Sogenannte Fake-News sind Nachrichten, Gerüchte oder Behauptungen, die nicht mit vertrauensvollen Quellen oder seriösen Gutachten belegt sind. Meistens sind davon Themen betroffen, die einfach zu formulieren sind und mit denen sich Empfänger leicht identifizieren können. Grund dafür ist, dass sie anhand dieser Aspekte schneller als glaubwürdig und daher „wahr“ angenommen werden. Nicht selten bilden sich daher bei Verfechtern von Fake-News vorschnell Gründe, warum sie sich gegen eine Impfung aussprechen, ohne dabei zu überprüfen, was eigentlich hinter der Aussage steckt. Argumente, wie beispielsweise Langzeitfolgen, Probleme bei Schwangerschaften oder ähnliches, treiben die Menschen weg von der Impfung. Allerdings sind diese Behauptungen lediglich aus Gerüchten heraus entstanden und man kann wissenschaftliche Belege finden, die klar dagegensprechen und Sicherheit garantieren. In der aktuellen Zeit der sozialen Medien und der Digitalisierung ist daher Aufklärung wichtig. Fakten, Aussagen und Behauptungen müssen belegt werden, um auch wirklich den letzten von der Wahrheit überzeugen zu können. Dieser Weg ist mit wesentlich mehr Aufwand verbunden, als den persönlichen Pfad der Bequemlichkeit zu gehen also einfach nur das zu glauben, was man glauben will.

Weiteres Vorgehen

Bereits jetzt drohen uns erneut harte Maßnahmen, um eine vierte Welle zu verhindern. Politiker diskutieren über weitere Verordnungen, um dem Pandemiegeschehen weiter entgegenzuwirken. Impfkampagnen verweisen weiter auf ihre Wichtigkeit und versuchen konstant die Bevölkerung mit allen Mitteln zur Impfung zu bewegen. Es liegt im Interesse eines jeden eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ zu verhindern. Allerdings muss dafür jeder seinen eigenen Beitrag leisten. Wenn die Lösung so offensichtlich auf der Hand liegt, warum dann nicht danach greifen?

TOP 5 Gründe, weshalb sich Menschen derzeit nicht impfen lassen:

1. Noch abwarten, nichts überstürzen

2. Angst vor Nebenwirkungen

3. Fehlende Langzeitstudien

4. Angst vor Impfschäden

5. Schnelle Zulassung der Impfstoffe

Welche Argumente helfen könnten, sich vielleicht für die Impfung zu entscheiden:

Als vor knapp einem Jahr damit begonnen wurde, gegen Covid zu impfen, waren entsprechende Bedenken durchaus nachvollziehbar. Zwar waren die Impfstoffe in Studien auch damals schon an einem großen Personenkreis an Freiwilligen getestet worden, um überhaupt eine Zulassung zu erhalten. Doch das Empfinden der schnellen Zulassung, die Angst vor Nebenwirkungen oder Impfschäden, konnten damals noch nicht wirklich ausreichend widerlegt werden.

Nun hat sich die Situation aber doch sehr verändert. Bis heute wurden bereits mehrere hunderte Millionen Menschen mit diesen Impfstoffen geimpft. Bei dieser Vielzahl sollte der damit verbundene Mehrwert doch stärker wiegen, als mögliche Nebenwirkungen oder Ängste.

Stellen Sie sich folgende Fragen:

Wie viele Personen kennen Sie persönlich, die an gravierenden und nachhaltigen „Impfschäden“ leiden, die über das normale Maß hinaus gehen? Und wie viele Personen kennen Sie persönlich, die an der Impfung verstorben sind?

Kann es vielleicht sein, dass Sie in Ihrem Umfeld mittlerweile mehr Menschen kennen, die aufgrund einer Corona-Erkrankung beeinträchtigt sind oder waren?

Vielleicht hilft es, das Thema eher rational statt emotional zu betrachten, und mögliche Vor- sowie Nachteile einer Impfung oder Corona-Infektion gegeneinander abzuwägen, um für sich selbst die richtige Entscheidung zu treffen.