Coronavirus: Testzentrum-Betreiber Stefan Egger aus Untermeitingen im Interview

Corona-Test oder Abzocke?

Noch vor wenigen Wochen klagten die Betreiber von Impfzentren über Betrugsversuche von Impfdränglern und Aggressivität der Impflinge vor Ort. Nun hat sich das Blatt gewendet. Immer mehr Betreibern wird Betrug vorgeworfen. Die Anzahl der durchgeführten Tests seien gefälscht worden, um somit die Inzidenzwerte der Regionen in die Tiefe zu treiben. Der Regierung wird die mangelnde Kontrolle vor Ort vorgeworfen. TRENDYone hat sich bei Betreibern von Testzentren in der Region umgehört und sie zu den Vorwürfen befragt. Wir sprachen mit dem Chef der Discothek PM, der ein Schnelltestzentrum in Untermeitingen betreibt.

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Bild: PM Untermeitingen
TRENDYone: Lohnt sich ein Testzentrum aufgrund der hohen Anzahl an Testzentren und der möglichen niedrigeren Vergütung überhaupt noch?

Stefan Egger: Ein Testzentrum lohnt sich nur, wenn genügend Testpersonen kommen. Gerade bei uns im PM Untermeitingen sehen wir an dem immer noch enorm großen Andrang von 100 – 200 Tests pro Öffnungstag, dass wir gebraucht werden.

Wie beurteilen Sie die Senkung der Vergütungsgebühr pro Test aus Betreibersicht?

Die Vergütung ist mit 18 Euro aktuell eh nicht besonders hoch, vorher waren es nämlich sogar 28 Euro pro Person. Das ist der kalkulatorische Richtwert den man eigentlich haben müsste. Die 18 Euro pro Person rechnen sich nur, weil die Anzahl der zu testenden Personen so anstieg. Deshalb kann ich solche Gedankengänge auch überhaupt nicht nachvollziehen. Wir möchten ja die mit positivem Ergebnis finden und diese Menschen warnen – Achtung, du hast das Virus, pass auf und Schütze dich und andere!

Wie stehen Sie zu dem Vorwurf, dass Tests oft fehlerhaft gemacht werden, um die Inzidenzzahlen zu senken?

Ich wollte das Testzentrum immer nur so lange betreiben, wie es benötigt wird. Sobald wir keine Tests mehr brauchen, freue ich mich und werde wieder als Disco und Partylocation öffnen.