Die „Kinder“-App für Babynamen: Swipen zum richtigen Namen

Ausprobieren lohnt sich!

Wir neigen dazu, alles zu verkomplizieren. Auch die Suche nach einem geeigneten Namen unseres entzückenden Nachwuchses fällt in unser Talent, die Gedanken unserer Gedanken zu zerdenken. Und weil Brigitte ihr Kind Oskar genannt hat, fällt der Name auch weg. Und weil Kinder mit gewissem Klang im Namen gehänselt werden, fallen auch diese weg. Der eine Name bedeutet Rückwärts „stets bedröppelt“ auf Rumänisch, der andere Name Sonnengott, aber es soll ein Mädchen werden. Geht auch nicht. Und dann geht es weiter. Der Name soll nicht zu häufig vorkommen, aber auch nicht zu exotisch sein. Warum? Damit andere Menschen noch wissen, ob es sich um ein menschliches Wesen oder eine mediterrane Frucht handelt. Welcher Name kann dem niedlichstem aller Wesen auf Erden gerecht werden? Was also kann unsere Suche nach dem heiligem Namensfund bereichern? 

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Bild: stock.adobe
Wir sind praktisch halb verdurstete Wüstenpilger, die durch die sengende Namenswüste wandern. Wir schleppen uns nur noch träge durch das weite Land, ohne an einem schönen Namen vorbeizukommen - bis: wir am Horizont eine Oase erkennen. Eine Fata Morgana? Nein. Es ist eine App, die unsere staubigen Kehlen mit Namensergüssen füllt, bis wir gesättigt im Schatten dahindösen. Rauf auf’s Kamel und los! Auf zur App „Kinder“.

Warum kann es schwer sein den richtigen Babynamen zu finden?
Zu viele Gedanken, die Ignoranz der eigenen, inneren Stimme, Anpassung an die Gesellschaft – es gibt so viele begehrte Gründe, warum wir etwas Suchen, aber nicht finden können. Manche Eltern werden aus lauter Ruhelosigkeit beachtlich kreativ. Schmissige Namenskombinationen können dann Ergebnis solch durstiger Namenswanderungen sein. Mit Sicherheit wird aufgehorcht, wenn „die kleine Abcd“ bitte aus dem Småland abgeholt werden soll. Sollte der eigene Nachname sehr lang sein, gibt es zudem Zusammenstellungen, die ungünstig klingen können, sollten Vor- und Nachname eine sportliche Länge besitzen. Und gibt es Geschwisterkinder, darf der Name gern in die Reihe hineinpassen: A-Hörnchen, B-Hörnchen und Ulf – wirkt für den Laien in sich ausbaufähig. Und es geht noch weiter: Auch die Bedeutung der Namen spielt bei vielen Elternpaare eine entscheidende Rolle. So kann der Name also in sich klangvoll, aber von seiner Bedeutung her unpassend für das erwartete Glück sein. Weiterhin kann bei aller Euphorie, einen tollen Namen gefunden zu haben auch der andere Elternpart einfach sagen: Nee. Wir kommen zum Umfeld: Freundinnen, Schwestern, Brüder, gute Nachbarn – wird ihr Umfeld durch viele Kinder bestimmt, fallen diese Namen eventuell aus Ihrer Entscheidung heraus. Oder sollten Sie sich vielleicht doch darüber hinwegsetzen, weil die Namen so herrlich sind? Ein Finn mehr oder weniger fällt schließlich nicht ins Gewicht. Oder? Aber wie reagiert ihr Umfeld auf die doppelte Namenswahl? Sie merken es vielleicht: Es gibt das ein oder andere zu bedenken bei der Namensfindung.

Die App „Kinder“
Wenn Sie nun auch zu der Fraktion gehören, die bei all den Bedingungen geräuschvoll in eine braune Papiertüre atmen muss, dann kommt hier vielleicht Ihre Erlösung: Die App „Kinder“ – mit einer Art Tinder-Prinzip für Babynamen. In diesem Fall werden hier keine potenziellen Dates vorgeschlagen, sondern Vornamen. Ausgedacht hat sich das Ganze der Holländer Krijn Haasnoot, der Vater einer kleinen Tochter ist.

So funktioniert die App
Gefällt Ihnen ein Name, wischen Sie nach rechts. Wenn nicht, nach links. Gut: Sie können Ihren Account mit dem Ihres Partners verknüpfen. Gefällt Ihnen beiden der gleiche Name, haben Sie ein sogenanntes Match - sprich eine Übereinstimmung. Mit diesem Prinzip wird der Pool an möglichen Namen eingegrenzt. Bevor Sie munter Hin- und Herwischen, können Sie noch ein paar Filter setzen. So kann beispielsweise der Nachnamen eingegeben werden, um direkt zu sehen, ob dieser zum potenziellen Babynamen passt. Außerdem können Sie eintragen, ob Sie nach einem Mädchen- oder Jungennamen suchen. Zudem gibt eine weitere Funktion für Paare, die das Geschlecht ihres Babys nicht wissen möchten. Laut Herstellerangaben soll eine Datenbank von über 18.000 Vornamen zur Auswahl stehen. Filtern macht Spaß, also weiter: Mit einer weiteren Möglichkeit können Vornamen aus anderen Kulturen oder bestimmten Nationalitäten ausgesucht werden. 

Wieviel kostet die App?
Bei der „Kinder“App mit mittlerweile über 50.000 Downloads erhalten Sie je nach Standort einen kostenlosen Namenssatz. Wenn Sie mögen, können Sie problemlos weitere Namenssätze gegen eine geringe Gebühr kaufen. Die Basisversion ist somit kostenlos. Weitere Zusatzfunktionen dürfen ab 0,69 Euro hinzugebucht werden. Gut: Gekaufte Namenssätze sind auch für Ihren Partner verfügbar. Zu finden ist die App im App- und GooglePlay-Store.

FAZIT: 
Die Frage liegt nahe, aus welchem Grund das nicht einfach alles mit einem Stift und einem Papier funktioniert. Der Clou liegt bei „Kinder“ eindeutig auf der immens hohen Namensauswahl. In unserem Gehirn ist bei Peter und Clara manchmal die Welt bereits zu Ende. Die App punktet in ihrer einfachen Handhabung und kann uns hier mehr Auswahlmöglichkeiten geben. Die Frage ist, ob sie so viele Optionen überhaupt haben möchten. Frei nach dem Motto: Zu viele Köche verderben den (Baby)Brei. Lassen Sie sich von Ihrem Gefühl leiten. So einfach ist das. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Finden! Text: Stefanie Steinbach