Dr. Boris Nicolai Konrad spricht beim Marketing Club Augsburg

Gedächtnissportler der Weltspitze

Die Liste seiner Erfolge ist lang, als Matthias Riedle vom Marketing Club Augsburg den Gedächtnistrainer und Hirnforscher Dr. Boris Nicolai Konrad beim letzten Vortrag vor Weihnachten im Medienzentrum ankündigte.

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Bild: Sabine Roth
Der Wissenschaftler und 5 Sterne Redner lehrt an verschiedenen Universitäten und erforscht aktuell an der Radboud Universität die Grundlagen herausragender Gedächtnis- und Denkleistungen. Der Autor des Buches „Alles nur in meinem Kopf – die Geheimnisse unseres Gehirns“ und des Klassikers zum Gedächtnistraining „Superhirn – Gedächtnistraining mit einem Weltmeister“ hält als Gedächtnissportler der Weltspitze zahlreiche Weltrekorde, ist mehrfacher Team-Weltmeister und Dauergast in TV und Hörfunk in Deutschland, China, Japan, USA, Großbritannien und den Niederlanden. Mehrfach kam er schon ins Guinness Buch der Rekorde. Seine Begeisterung für Lerntechnik, Lernmethoden und Gedächtnistraining ist längst zur Leidenschaft geworden. Er gewann die Show „Deutschlands Superhirn“ mit Jörg Pilawa, und im chinesischen Fernsehen sahen über 100 Millionen Zuschauer seinen Auftritt bei „The Brain“. Nach seinem Studium der Physik und Informatik promovierte Gedächtnistrainer Dr. Boris N. Konrad am Max Planck Institut über die neuronalen Grundlagen außergewöhnlicher Gedächtnisleistungen. Derzeit forscht er als Neurowissenschaftler am Donders Institut in den Niederlanden. Das Interesse war groß, knapp 200 Mitglieder und Gäste wollten den 5 Sterne-Redner erleben, als er zum Thema „künstliche Intelligenz“ gesprochen hatte.

Doch als erstes bewies er dem Publikum, dass er sich alle 52 Spielkarten eines Kartenspiels in der richtigen Reihenfolge merken kann. Die Stoppuhr lief. Nach nur einer Minute und 13 Sekunden sagte er „Stop“ und eine Karte nach der Karte wurde aufgelegt. Er lag fast immer richtig. Nur bei einer Karte musste er kurz überlegen. Seine Gedächtnisleistung ist bemerkenswert und die Gäste dankten es ihm mit einem tosenden Applaus.

In seinem unterhaltsamen und interessanten Vortrag bewies er, dass jeder sein Gedächtnis zu Höchstleistungen bringen kann. „Deutschlands Superhirn“ zeigte, wie faszinierend und amüsant Lernen sein kann. Alle waren gespannt, was es zur Künstlichen Intelligenz (KI) und dem Gehirn der Zukunft für neueste Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft gibt. Spekulationen gibt es viele, aber wozu sind Roboter wirklich in der Lage? Konrad zeigte, welche Chancen und Risiken künstliche Intelligenzen bergen. Er weiß, wie weit die künstliche Intelligenz (KI) bislang entwickelt und erforscht ist. Denn was in Science-Fiction- Filmen aus Hollywood seit Jahrzehnten gezeigt wird - als treue Gefährten auf Abenteuerreisen wie R2D2 oder Bösewichte, die die Weltherrschaft an sich reißen wollen - sieht in der Realität anders aus. So erklärte er sehr anschaulich, welche Rolle künstliche Intelligenz bereits in unserem Alltag spielt und welche Erfindungen in Zukunft unser Leben verändern. Das geht los bei der Playlist, die passende Songs vorschlägt, über Smart Homes, die selbst den Energiehaushalt steuern, bis hin zu selbstfahrenden Autos, die selbstständig dazulernen und laut Konrad schon in wenigen Jahren den Massenmarkt erreichen werden. Unterhaltsam. Kurzweilig gewährte er einen faszinierenden und zugleich realistischen Einblick in die Welt der KI und der Roboter.

„Das Bild vom Roboter ist heutzutage schon fast verklärt und romantisiert“, so der Gehirnforscher. Von der Blechbüchse mit Aufziehschlüssel am Rücken ist man inzwischen jedoch weit entfernt. Stattdessen gibt es schon jetzt Computerprogramme, die intelligenter sind als wir Menschen, zumindest in bestimmten Bereichen, sagt Konrad. So schlägt die KI jeden Menschen beim Brettspiel Go. Da sind Programmen einfach viel besser. „Aber auch wir Menschen können intelligenter werden, wenn wir von Maschinen lernen oder die Erkenntnisse der Hirnforschung nutzen. Ob wir dazu bereit sind, wird entscheiden, ob wir auch zukünftig die Computer kontrollieren oder umgekehrt.“ So mancher kam dabei ins Staunen.

Doch müssen wir vor KI Angst haben? Ganz klar nannte er die Gefahren der neuen Technologien, doch er erkennt in der künstlichen Intelligenz auch viele Chancen, zum Beispiel in der Medizin oder für Unternehmen. So kann man durch den Einsatz von Big Data genauere Vorhersagen über das Kundenverhalten treffen lassen als durch aufwendige Umfragen und Marktstudien. Er gab konkrete Handlungsempfehlungen, wie Unternehmen auf Basis dieser Daten ihre Produktion, Logistik und Verkaufsstrategien ausrichten können und somit einen deutlichen Wettbewerbsvorteil haben. „Ein Roboter kann rechnen, der Mensch hat Hirn und Herz. Wenn man innovativ sein will, braucht man ein Gedächtnis.“ Und er appellierte an die Mitglieder, dass sie bereit sein sollen zu lernen und zu leben, dann das können Rechner noch nicht. Sein Fazit: „Am Markt wird sich der durchsetzen, der die beste KI einsetzt und zugleich bereit bleibt, von ihr zu lernen.“