Effektiver Einbruchschutz: Das Zuhause gegen Einbrecher sichern

So simpel wie effektiv

Es ist ein wahrer Albtraum: Ein Einbruch in die eigene Wohnung oder das eigene Haus. Oft werden dabei Wertgegenstände sowie auch Erinnerungsstücke und natürlich das eigene Sicherheitsgefühl geraubt. Doch mit dem richtigen Einbruchschutz und dem Beachten unserer Tipps, können Sie Einbrecher ganz leicht abhalten.

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Bild: stockadobe / zinkevych
Zunächst einmal die schlechte Nachricht: Alle zwei Minuten wird in Deutschland im Durchschnitt eingebrochen – wenngleich die Zahlen seit 2015 kontinuierlich sinken, verzeichnet das Jahr 2020 beispielsweise immer noch 75.023 polizeilich erfasste Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl (2015: 167.136; Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik). Die Einbruchszahlen sind also weiterhin hoch, zudem sind mittlerweile nicht nur einsam gelegene Häuser oder Villen betroffen, sondern oftmals auch ganz normale Einfamilien- bzw. Reihenhäuser oder Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Hinzu kommt: Einbrüche in Boden- und Kellerräume sowie in Waschküchen sind darin noch gar nicht enthalten. Und viele sind sich der Werte von alltäglichen Gegenständen häufig gar nicht bewusst. 

Infos & allgemeine Tipps

Doch jetzt kommt die gute Nachricht: Sie können aktiv dazu beitragen, dass es erst gar nicht zu einem Einbruch in Ihre Wohnung oder Ihr Haus kommt. Schließlich wurde bewiesen: Je länger der Einbruchversuch dauert, umso eher wird sich der Einbrecher für eine andere Immobilie entscheiden. Untersuchungen der Polizei zufolge sind die Hauptangriffsziele der Einbrecher bei Einfamilienhäusern Fenster und Balkontüren, während bei Mehrfamilienhäusern die Täter durch die Eingangstür kommen. Einbruchwerkzeug Nummer Eins sind Hebelwerkzeuge wie Schraubendreher oder Brecheisen, gefolgt von Zange, Schlüssel, Bohrer oder Hammer. Doch dagegen lässt sich etwas tun – teilweise wird das sogar finanziell unterstützt. Informieren Sie sich am besten vorab über die Fördermaßnahmen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), um Ihr Heim abzusichern. Auch die Länder bieten eigene Zuschussmöglichkeiten an.

Ob vom Staat gefördert oder nicht – eine zusätzliche Absicherungsmaßnahme ist immer sinnvoll. Es können Zusatzriegel oder Zusatzschlösser angebracht werden, ebenso auch eine Türkette oder Türzusatzschlösser mit Bolzen bzw. Panzerriegel. Für die Balkontür bieten sich Stangenschlösser an, bei Fenstern wird wiederum ein beidseitiger Einbruchschutz empfohlen (also auf der Griff- und der Scharnierseite).

Was ist beim Neubau zu beachten?

Ungesicherte Türen und Fenster überwindet ein einigermaßen geübter Einbrecher nur mit einem Schraubendreher bereits in wenigen Sekunden. Wer neu baut, sollte hier den Sicherheitsaspekt von Anfang an auf dem Schirm haben – schließlich verursacht alles, was im Nachhinein erst aufwändig eingebaut werden muss, vergleichsweise deutlich höhere Kosten. Zentral ist also der Einbau von einbruchssicheren Fenstern und Türen: Dabei geht es beim Neubau zum Beispiel um einen integrierten Türspion oder eine Mehrfachverriegelung. Ein Glaseinsatz bei der eigenen Haustüre ist hingegen ein Risikofaktor und sollte am besten bereits in der frühen Phase des Bauens berücksichtigt werden.

Zum Schutz der Fenster empfiehlt es sich, bei längerer Abwesenheit die Außenjalousien herunterzulassen. Für die Rollläden gibt es spezielle Aufhebel-Schutzstifte, die in den Rollladen von innen eingesteckt werden und somit verschließbar sind. Generell müssen Fenster und Türen den neuen RC (Resistance Class)-Normen entsprechen. Sie haben im Jahr 2011 die alten WK (Widerstandsklasse)-Normen abgelöst und geben Auskunft darüber, wie gut sie Einbruchversuchen standhalten können. Ein weiterer Tipp von Sicherheitsexperten lautet: Entscheiden Sie sich beim Fensterbeschlag nicht für  klassischen Rundzapfen, sondern greifen Sie im Sinne des Einbruchsschutzes auf sogenannte Pilzkopfzapfen zurück.

Kostengünstiges Nachrüsten

Doch wie sieht es bei bestehenden Wohnungen und Häusern aus? Für eine effiziente Nachrüstung, die den Kostenrahmen nicht sprengt, können Eigentümer oder Mieter in Absprache mit dem Vermieter beispielsweise eine Mehrfachverriegelung an der Tür anbringen. Es besteht auch die Möglichkeit, einen Türzylinder mit hochwertigem Schutz befistigen, wofür Sie ebenso wie für das Anbringen eines Schutzbeschlags an der Tür nicht einmal die Zustimmung Ihres Vermieters benötigen.

Aber Achtung: Bewahren Sie unbedingt das alte Objekt auf, damit es im Fall eines Auszugs erneut an der Tür angebracht werden kann. Denn in Deutschland muss ein Mietobjekt wie Wohnung oder Haus beim Auszug so übergeben werden, wie es bezogen wurde. Um diesen Zustand so wenig wie möglich zu verändern und trotzdem für mehr Sicherheit zu sorgen, empfehlen sich einfache Maßnahmen wie z.B. das Anbringen einer Türkette an der benachbarten Wand. Denn mit einer Türgriffkette ist auch ohne Bohren eine Zusatzabsicherung gewährleistet.

Vorsicht beim Mieterwechsel

Ein Mieterwechsel bringt weitere Gefahren mit sich: Die sogenannten „Schwarzen Schlüssel“. Damit sind Schlüssel gemeint, die beispielsweise beim Vorbesitzer verlorengegangen sind und von deren Bestehen der aktuelle Hausherr gar nichts weiß. Mit diesen Schlüsseln können Einbrecher nämlich unbemerkt in die Wohnung oder das Haus gelangen. Daher sollte bei Verlust des Schlüssels unbedingt der Schließzylinder ausgetauscht werden – er wird am besten durch ein Produkt mit Sicherungskarte ersetzt, die sicherstellt, dass nur der tatsächliche Eigentümer der Karte einen Nachschlüssel anfertigen lassen kann. Die Zahl der bereits angefertigten Schlüssel für den betreffenden Zylinder wird dabei stets dokumentiert.

Lohnt sich eine Alarmanlage?

Nicht nur bei größeren Häusern, sonders bereits für kleinere Wohnungen ist der Einbau einer Alarmanlage empfehlenswert. Es wird zwischen drahtgebundenen und Funk-Alarmanlagen unterschieden, die bereits ab etwa 1.000 Euro ganz einfach angebracht werden können. Grundsätzlich besteht eine Alarmanlage immer aus einer Zentrale, einem Wählgerät und mehreren Meldern – wie etwa Bewegungs-, Gas-, Glasbruchmeldern sowie Lichtschranken, die verbaut werden.

Die Melder lösen bei Bewegung und Co. entsprechend aus und geben an die Zentrale einen Alarm oder eine Aktion weiter. Die Alarmanlage reagiert wiederum stets nach einem hinterlegtem Alarmplan. Die Zentrale wird für gewöhnlich im Flur eingebaut, manchmal aber auch in einem nicht sichtbaren Bereich. Sie verfügt dabei über eine direkte Verbindung zu Wachdienstleistern, die 24 Stunden Dienst anbieten und innerhalb einer Viertelstunde vor Ort sind. Einzig und allein gegen eine Alarmanlage spricht die Gefahr von Fehlalarmen, die etwa durch ein falsches Anbringen der Objekte sowie zum Beispiel auch durch Tierbewegungen ausgelöst werden können.

Generelle Vorkehrungsmaßnahmen

Und was können Sie allgemein in puncto Sicherheit tun? Einige Sicherheitsfirmen bieten kostenlose Sicherheitschecks an, die nicht nur die Sicherung von Fenster und Türen der eigenen Immobilie unter die Lupe nehmen, sondern auch weitere Faktoren wie die Lage des Stadtviertels oder die Gewohnheiten der Bewohner einschätzen. Auch die Beratungsstellen der Polizei schicken kostenlos Experten nach Hause, die dort Schwachstellen aufdecken und Tipps geben.

Ebenso sollten Sicherheitsmaßnahmen im Kellerbereich vorgenommen werden, da der Keller eine immer beliebtere Einbruchsmöglichkeit darstellt. Im eigenen Garten können wiederum Bewegungsmelder oder entsprechende Beleuchtung mögliche Einbrecher abschrecken. Statistisch gesehen ist jedoch die beste Präventionsmaßnahme, dass sich eine oder mehrere Personen im Haus befinden. Das Anbringen von Alarmglas im Haus ist in Relation zu Aufwand und Kosten vergleichsweise teuer, während hingegen der nächste Tipp vollkommen kostenfrei, aber dafür extrem effektiv ist: Schließen Sie die Tür beim Verlassen des Hauses unbedingt doppelt ab! 

Für die Sicherheit in der Gartenlaube gilt: Am besten deponieren Sie dort erst gar keine Wertsachen und versehen die Türen und Fenster mit Rollläden, die mit einem Aufhebelschutz ausgerüstet sind. Ist das Aufbewahren von wertvollen Gegenständen unabdingbar, empfiehlt sich der Einbau eines Tresors (Wand-, Möbel- oder freistehender Tresor) – eine entsprechende Installation gibt es ab etwa 150 Euro.

Tipp: Schließfächer

Doch selbst der beste Einbruchsschutz bietet nie die vollständige Sicherheit für Ihr Zuhause und Ihre Wertgegenstände – auch hier haben wir aber natürlich den perfekten Tipp: Bewahren Sie Ihre Wertgegenstände, wichtige Dokumente, Edelmetalle oder teuren Schmuck einfach in einem Schließfach auf. So sind Sie immer auf der sicheren Seite und können für einen vergleichsweise niedrigen Preis all Ihre Wertsachen diskret und sicher aufbewahren.
|Text: Vera Mergle

FAZIT: 

Vor allem in der dunklen Jahreszeit schlagen Einbrecher zu – und das nicht nur in alleinstehenden Einfamilienhäusern, sondern auch in Mehrfamilien- und Reihenhäusern sowie Wohnungen. Neben dem Anbringen einer Türkette oder zusätzlicher Schlösser oder gar einer Alarmanlage, kann bereits beim Neubau von Immobilien für effektiven Einbruchsschutz gesorgt werden, indem Türen und Fenster entsprechend angelegt werden. Auch beim Mieterwechsel gibt es einiges zu beachten. Eine sichere und vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit ist das Aufbewahren von Wertgegenständen in Schließfächern.

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