„Einmal Honky Tonk, immer Honky Tonk“: Augsburg macht sich bereit für eine lange Nacht
17 Bands, acht DJs, 31 Jahre Kneipenfestival – und ganz viel Augsburg-Gefühl: Warum das Riegele Honky Tonk auch 2026 Generationen zusammenbringt
Es gibt diese Abende, bei denen man eigentlich nur kurz auf ein Konzert gehen möchte – und plötzlich ist es drei Uhr morgens. Genau dafür ist das Riegele Honky Tonk gemacht. Am Samstag, 7. November 2026, wird Augsburg wieder zur großen musikalischen Kneipe: 17 Bands, acht DJs und zahlreiche Locations laden zum Wechseln, Entdecken und Weiterziehen ein. Bei der heutigen Pressekonferenz war schnell klar: Hier geht es längst um mehr als ein Musikfestival. Das Honky Tonk ist für viele Augsburger ein Stück Stadtkultur – ein Abend, an dem man alte Bekannte trifft, neue Leute kennenlernt und vielleicht auch an Orten landet, die man sonst nie betreten hätte.
Und wenn die Live-Musik irgendwann endet, geht es in den Clubs mit DJs weiter. Auch kleine Besonderheiten gehören zum Konzept. In der Kneipe 90 läuft beispielsweise Musik aus den 80ern. Ein Detail, das perfekt zu einem Festival passt, das schon seit Jahrzehnten unterschiedliche Generationen zusammenbringt.
„Ein jährliches Klassentreffen“ Bei der Pressekonferenz fiel ein Begriff, der das Honky Tonk ziemlich gut beschreibt: „jährliches Klassentreffen“. Denn manche Besucher kommen seit Jahren, andere entdecken das Festival zum ersten Mal. Die einen erinnern sich noch an die Discos der 80er-Jahre oder an die damalige „Wunderbar“, während die nächste Generation ihre eigenen Lieblingsclubs und Bands mitbringt. Genau diese Mischung macht den Abend aus. Sebastian Priller-Riegele bezeichnete das Honky Tonk als „Evergreen“ – etwas, das sich über die Jahre verändert, aber seinen Kern behält. Und vielleicht ist das auch das Geheimnis dahinter: Das Festival lebt nicht nur von Bands und Locations, sondern vor allem von den Menschen, die an diesem Abend gemeinsam unterwegs sind.
Eine schwierige Zeit – und trotzdem weitermachen
Ganz selbstverständlich ist die Veranstaltung allerdings nicht. Der Veranstalter sprach bei der Pressekonferenz offen über die wirtschaftlich schwierige Situation. Seit Corona seien die Besucherzahlen deutlich zurückgegangen, während sich die Kosten stark erhöht hätten. Trotzdem wird das Honky Tonk auch 2026 wieder auf die Beine gestellt.
Priller-Riegele setzte dabei einen anderen Akzent: Entscheidend sei eine positive Grundstimmung. Menschen sollten sich wieder wirklich begegnen – und nicht nur über Social Media. Ein Gedanke, der gerade bei einem Festival wie dem Honky Tonk ziemlich passend ist. Denn dessen Konzept funktioniert nur, wenn man tatsächlich rausgeht: von der Kneipe zumnächsten Konzert, vom Konzert zur nächsten Bar und irgendwann vielleicht gemeinsam mit völlig Fremden auf der Tanzfläche landet.
17 Bands für 17 Euro
Auch beim Eintritt bleibt das Festival vergleichsweise unkompliziert: 17 Euro kostet das Ticket im Vorverkauf bis einschließlich 6. November, an der Abendkasse sind es 20 Euro.
Bei 17 Bands gab es dazu bei der Pressekonferenz einen passenden kleinen Rechenwitz: Quasi eine Band für einen Euro – und die DJs gibt es noch obendrauf.
Vorverkaufskarten gibt es in der Riegele BrauWelt, bei der Tourist-Information am Rathausplatz, im REWE-Markt am Königsplatz sowie online über die Festival-Homepage. Wer spontan kommt, kann ab 19 Uhr an den Abendkassen der teilnehmenden Locations ein Festivalbändchen kaufen.
Um 19 Uhr startet der Abend. Bei Riegele gehört dazu auch ein Lagerfeuer. Wenn später die Sonne über den Bahngleisen untergeht, entsteht dort eine Atmosphäre, die ziemlich genau das einfängt, was das Honky Tonk sein möchte: unkompliziert, gesellig und ein bisschen besonders. Und auch für die Anreise ist gesorgt: Wer sein Ticket im Vorverkauf kauft, kann am Veranstaltungstag ab 18 Uhr den öffentlichen Nahverkehr im AVV-Tarifgebiet 10 und 20 nutzen. Das gilt auch für die Rückfahrt mit dem Festivalbändchen.
Bierkisten sammeln inklusive
Wer zwischen den Konzerten noch eine kleine Aufgabe braucht, kann beim Riegele Kisten-Gewinnspiel mitmachen. Dafür werden während des Abends Sticker gesammelt beziehungsweise getauscht. Wer fünf verschiedene Motive zusammenbekommt, kann sich eine Kiste Riegele Bier in der Riegele BrauWelt abholen.
Und ja: Auch das gehört irgendwie zum Honky-Tonk-Abend dazu.
Fazit
Das Riegele Honky Tonk ist 2026 nicht einfach nur eine Liste aus Bands und Locations. Es ist ein Abend, an dem Augsburg für ein paar Stunden anders wirkt: voller Menschen, Musik und Bewegung.
Vielleicht trifft man jemanden, den man seit Jahren nicht gesehen hat. Vielleicht entdeckt man eine Band, deren Namen man vorher noch nie gehört hat. Vielleicht wollte man eigentlich um Mitternacht nach Hause – und bleibt dann doch noch.
31 Jahre Honky Tonk zeigen vor allem eines: Manche Veranstaltungen werden irgendwann zu einem festen Teil einer Stadt.
Und beim Honky Tonk gilt offenbar weiterhin: Erst einmal losgehen. Der Rest ergibt sich.










