FC Augsburg vs FC Bayern 2 : 2
Ein Remis das sich wie ein Sieg anfühlt
Was für ein Auftakt, was für ein Spiel! Mit dem schnellsten Tor der Bundesliga-Geschichte nach gerade einmal acht Sekunden und einer leidenschaftlichen Mannschaftsleistung hat der FC Augsburg dem großen Nachbarn aus München ein 2:2-Unentschieden abgetrotzt. Zweimal gingen die Fuggerstädter in Führung, zweimal musste der Rekordmeister einem Rückstand hinterherlaufen. Auch wenn am Ende der ganz große Coup ausblieb, durfte der FCA mit diesem Punktgewinn hochzufrieden sein. Die Mannschaft von Trainer Manuel Baum behauptet damit ihren Platz in der Spitzengruppe der Bundesliga und darf weiterhin von einer erfolgreichen Saison träumen.
Der frühe Treffer stellte den erwarteten Spielverlauf zunächst völlig auf den Kopf. Die Bayern übernahmen zwar zunehmend die Kontrolle, bestimmten das Geschehen mit viel Ballbesitz und drängten auf den Ausgleich. Doch Augsburg ließ sich davon nicht beeindrucken. Die Mannschaft von Manuel Baum verteidigte konzentriert, zeigte sich in den Zweikämpfen entschlossen und nutzte jede Gelegenheit, um mit schnellen Gegenstößen für Entlastung zu sorgen.
Dabei beschränkten sich die Gastgeber keineswegs darauf, den knappen Vorsprung zu verwalten. Immer wieder gelang es ihnen, die Münchner Defensive mit geschickt vorgetragenen Angriffen zu beschäftigen. Auch wenn der Rekordmeister die größeren Spielanteile hatte, blieb Augsburg gefährlich. Erst kurz vor der Pause wurde es noch einmal richtig brenzlig, als Bayern-Torjäger Harry Kane nur die Querlatte traf. So ging der FCA mit seiner überraschenden, aber keineswegs unverdienten Führung in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Gäste erwartungsgemäß den Druck. In der 55. Minute gelang Ismael Saibari nach Vorarbeit von Kane schließlich der Ausgleich. Wer nun allerdings glaubte, die Partie würde endgültig zugunsten der Bayern kippen, hatte die Rechnung ohne die Augsburger gemacht.
Nur neun Minuten später schlugen die Hausherren erneut zu. Calvin Brackelmann zog ab, Neuer konnte den Ball nicht entscheidend klären und Rodrigo Ribeiro war zur Stelle. Der Angreifer staubte zum 2:1 ab und sorgte für den nächsten Jubelsturm auf den Rängen. Wieder führte der Außenseiter, wieder standen die Münchner unter Zugzwang.
In der Schlussphase entwickelte sich ein regelrechter Sturmlauf auf das Augsburger Tor. Mehrfach jubelten die Bayern bereits über vermeintliche Treffer, doch Abseitsentscheidungen machten ihnen einen Strich durch die Rechnung. In der 80. Minute gelang dem eingewechselten Nathaniel Brown nach einer Vorlage von Kane schließlich doch noch das 2:2. Anschließend rettete auch noch der Pfosten für Augsburg, als Serge Gnabry den möglichen Siegtreffer verpasste.
Dass es letztlich bei der Punkteteilung blieb, war angesichts der Münchner Überlegenheit und ihrer zahlreichen Chancen durchaus glücklich. Allerdings hatte sich der FCA dieses Glück mit großem Einsatz, taktischer Disziplin und bemerkenswerter Widerstandskraft auch erarbeitet.
Besonders erfreulich ist der Blick auf die Tabelle. Mit acht Punkten aus fünf Begegnungen belegt Augsburg weiterhin den sechsten Rang und hält sich damit auf einem Europa-League-Platz. Die Bayern hingegen verpassten die Gelegenheit, nach dem Dortmunder Unentschieden gegen Bremen die Tabellenführung zu übernehmen. Mit elf Punkten bleiben sie zwei Zähler hinter dem BVB.
Für den FCA dürfte dieses Derby jedenfalls ein weiterer Mutmacher sein. Nach dem bitteren 2:3 in Bremen zeigte die Mannschaft die erhoffte Reaktion und bewies, dass sie selbst gegen einen übermächtigen Gegner bestehen kann. Acht Punkte nach fünf Spieltagen sind eine erfreuliche Zwischenbilanz. Und wer dem FC Bayern zweimal eine Führung abtrotzt, darf durchaus selbstbewusst auf die kommenden Aufgaben blicken.
Tom Alt




