FC Heidenheim: Trainer Frank Schmidt hört im Sommer auf
Warum der Trainer aufhört und was bis zum Abschied noch ansteht.
Fast 20 Jahre an der Seitenlinie, ein Aufstieg nach dem anderen und der Sprung bis auf die europäische Fußballbühne: Frank Schmidt hat den 1. FC Heidenheim geprägt wie kaum ein anderer.
Frank Schmidt verlässt den FC Heidenheim nach fast 20 Jahren
Wie der Verein in einer offiziellen Pressemitteilung bekannt gab, informierte Schmidt Vorstandsvorsitzenden Holger Sanwald am Montag persönlich über seinen Entschluss. Der Klub hatte sich in den vergangenen Monaten intensiv um eine weitere Vertragsverlängerung bemüht. Letztlich fiel die Entscheidung jedoch zugunsten eines Abschieds.
Für den 1. FC Heidenheim bedeutet das den Beginn einer neuen Zeitrechnung. Nach fast zwei Jahrzehnten mit Schmidt auf der Trainerbank muss sich der Verein erstmals mit der Frage beschäftigen, wer künftig die sportliche Verantwortung übernehmen wird.
Warum Frank Schmidt aufhört: „Ich will im Sommer eine Pause machen“
Der 52-Jährige begründete seine Entscheidung vor allem mit dem Wunsch nach einer Auszeit. In den vergangenen Monaten habe es zahlreiche Gespräche mit Sanwald über eine mögliche Vertragsverlängerung gegeben. Dabei sei sein Entschluss zunehmend gereift.
„Ich habe Holger Sanwald deshalb am Montag mitgeteilt, dass ich meinen Vertrag kein weiteres Mal verlängern werde, weil ich nach fast 20 Jahren im Traineramt beim FCH im Sommer einfach eine Pause machen will“, erklärte Schmidt.
Was nach dem 1. Juli auf ihn zukommt und wie lange die Pause dauern wird, lässt der Heidenheimer bewusst offen. Darüber wolle er sich bis zum Saisonende keine Gedanken machen. Stattdessen richtet sich sein Blick weiterhin auf die laufende Spielzeit und den gemeinsamen sportlichen Erfolg.
Mindestens 24 Spiele bleiben für einen gebührenden Abschied
Trotz der weitreichenden Entscheidung ist die gemeinsame Geschichte noch nicht vorbei. Laut Vorstandschef Holger Sanwald stehen dem FCH und seinem langjährigen Trainer noch mindestens 24 Spiele bevor. Diese Zeit wolle der Verein nutzen, um Schmidt einen möglichst würdigen Abschied zu bereiten.
Sanwald bezeichnete die Entscheidung als „Zäsur für unseren gesamten Verein“ und machte deutlich, wie schwer der Verlust wiegt. Gleichzeitig zeigte er Verständnis für den Wunsch nach einer Pause. Die frühzeitige Bekanntgabe verschaffe dem FCH zudem die notwendige Zeit, um die Nachfolge auf einer der wichtigsten Positionen im Verein sorgfältig zu planen. Wer Schmidt im Sommer beerben wird, steht bislang noch nicht fest.
Vom Amateurfußball bis in die Bundesliga: Schmidts außergewöhnliches Vermächtnis
Um die Bedeutung von Frank Schmidt für den 1. FC Heidenheim zu verstehen, reicht ein Blick auf die sportliche Entwicklung des Vereins. Als Trainer führte er den FCH vom Amateurbereich bis in die Bundesliga und schließlich sogar in den Europapokal. Aus einem Verein im unterklassigen Fußball formte er einen etablierten Namen im deutschen Profifußball.
Doch Schmidts Vermächtnis geht über sportliche Erfolge hinaus. Über fast 20 Jahre verkörperte er die Werte des Vereins und wurde zu einer prägenden Persönlichkeit der Heidenheimer Identität. Genau das hob auch Sanwald hervor: Ohne Schmidt wäre der außergewöhnliche Weg des FCH in dieser Form nicht möglich gewesen.
Im Sommer endet damit eine Zusammenarbeit, die im deutschen Fußball ihresgleichen sucht. Bis dahin bleibt noch eine letzte gemeinsame Aufgabe: die laufende Saison bestmöglich zu Ende zu bringen. Schmidt selbst hat bereits klargemacht, dass er bis zum letzten Spiel alles für den Erfolg geben wird.
Ein letztes Kapitel steht also noch aus. Und nach fast 20 Jahren dürfte es für den FC Heidenheim ein ganz besonderes werden.




