Frankreich: Teppich von Bayeux wird künftig geneigt ausgestellt

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Ausgestellter Wandteppich von BayeuxBild: AFP / Adrian DENNIS

Der derzeit ans British Museum in London ausgeliehene Wandteppich von Bayeux wird nach seiner Rückkehr nach Frankreich auf einem geneigten Tisch anstatt, wie bisher, in einer vertikalen Vitrine ausgestellt werden. Die senkrechte Position wirke sich auf die Konservierung des Teppichs aus, erklärte das französische Kulturministerium am Freitag. Es bestätigte damit Berichte über eine geplante Veränderung der Präsentation.

"Der Teppich von Bayeux wird zurückkehren, und ja, seine Präsentation sollte sich ändern", teilte Kulturministerin Catherine Pégard im Onlinedienst X mit. "Diese Überlegungen laufen schon seit langer Zeit, die Reise nach London hat daran nichts geändert", betonte Pégard.

Zuvor hatte der Rechtsaußen-Abgeordnete Jean-Philippe Tanguy auf X einen "Skandal" angeprangert, nachdem "The Telegraph" berichtet hatte, dass der Wandteppich künftig nicht mehr senkrecht ausgestellt werden soll. Der Abgeordnete sieht darin die "Bestätigung, dass der Wandteppich von Bayeux Frankreich niemals hätte verlassen dürfen!".

Experten hatten sich zuvor mit Blick auf den Transport des tausend Jahre alten Kunstwerks nach London wegen dessen Empfindlichkeit besorgt gezeigt. Die Kulturministerin wies auf X jedoch jeglichen Zusammenhang zwischen der Ausleihe nach Großbritannien und der Entscheidung, den Teppich künftig anders auszustellen, zurück. Die vertikale Aufstellung "belastet die Erhaltung" des Teppichs und eine Änderung werde bereits "seit etwa zehn Jahren in Betracht gezogen", erklärte Pégard.

Die wertvolle Leinenstickerei werde daher nach ihrer Rückkehr nach Frankreich im Sommer 2027 und nach Abschluss der Bauarbeiten im Museum von Bayeux in der Normandie "über ihre gesamte Länge auf einem geneigten Tisch ausgestellt, um sie so besser zu erhalten", schrieb Pégard.

Zuvor hatten französische Behörden erklärt, der Transport per Lkw nach London habe keine "sichtbaren Schäden" hinterlassen. Ein von französischen und britischen Experten erstelltes und in Auszügen in der Zeitung "La Croix" veröffentlichtes Gutachten stellte anschließend jedoch "kleine Fadenbrüche in zwei Bereichen" fest. Das Zustandsprotokoll wurde nicht veröffentlicht.

Der 68 Meter lange Wandteppich von Bayeux wird derzeit zum ersten Mal außerhalb Frankreichs gezeigt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte die Ausstellung im Beisein des britischen Königs Charles III. eröffnet.

Der Teppich von Bayeux gehört zum Unesco-Weltdokumentenerbe und erzählt in 58 detailreichen Szenen die Geschichte des normannischen Herrschers Wilhelm der Eroberer, der den Ärmelkanal überquerte und den englischen König Harold II. in der Schlacht von Hastings im Jahr 1066 besiegte. Auf die Schlacht von Hastings folgte die normannische Eroberung Englands - ein Wendepunkt der britischen Geschichte.

Insgesamt sind auf dem Wandbehang mehr als 600 Menschen und 200 Pferde dargestellt. Die Fülle der Einzelheiten gibt einen seltenen Einblick in seine Entstehungszeit. Die Herkunft des Meisterstücks ist nicht vollständig geklärt, es wird angenommen, dass der Wandteppich in England angefertigt wurde. Der Halbbruder von Wilhelm dem Eroberer, Bischof Odo von Bayeux, soll ihn 1077 in Auftrag gegeben haben, um seine Kathedrale in der Normandie zu schmücken.