Investition in Gold – sinnvoll oder nicht?

Es ist nicht alles Gold was glänzt

Schon immer übte Gold eine Faszination auf den Menschen aus. Gerade deshalb ist das Edelmetall zu einem der beliebtesten Anlageprodukte geworden – gerade in Zeiten von Unsicherheit auf dem Finanzmarkt.

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Ein kompletter Wertverlust ist nahezu ausgeschlossen
Bild: stock.adobe.com
Dabei gibt es zwei verschiedene Arten, in Gold zu investieren: die sichere Anlage in Münzen und Goldbarren oder die risikobehaftete Investition in Goldfonds und Aktien. Während risikoaverse Investoren auf einen relativ stabilen Goldpreis ohne größere Schwankungen wetten, wollen Aktien und Fonds mit möglichst großen Kursschwankungen Gewinne erzielen.
Bis 1933 konnte jeder US Dollar zu einem festen Wechselkurs in Gold getauscht werden – und wieder zurück. Jahrelang war der Goldstandard Basis für ein funktionierendes Währungssystem. Mit dem Bretton-Woods System versuchte man die Vorteile des Goldstandards mit flexiblen Wechselkursen zu verbinden – vergeblich. 1973 wurde die Wechselkursbindung an den Goldpreis aufgegeben. Entgegen aller Vermutungen blieb die Nachfrage nach Gold als Anlageprodukt stabil und erfreut sich noch heute großer Beliebtheit – gerade in Zeiten von Unsicherheit und Inflation.

Wie entsteht der Goldpreis?

Wie bei den meisten Gütern ergibt sich der Preis für Gold aus Angebot und Nachfrage. Steigt die Nachfrage, wird versucht, durch Recycling Altgold zu verwerten und so den Preis stabil zu halten. Allerdings sind die Reserven endlich. Steigt dann die Nachfrage weiter, steigt auch der Goldpreis. Der Kurs unterliegt immer wieder starken Schwankungen. Gerade in unsicheren Zeiten kaufen Anleger und Notenbanken das Edelmetall an, um sich gegen Inflation zu schützen. In diesem Fall steigt der Preis. Beruhigt sich die Situation, wird das Depot wieder abgestoßen und das Angebot an Gold übersteigt die Nachfrage. Der Preis sinkt.

Bei der Besteuerung von Gold sind zwei verschiedenen Situationen zu unterscheiden: Gold, das kürzer und Gold, das länger als ein Jahr gehalten wurde. Bei kurzzeitigen Investments sind die Gewinne, die sich aus dem Verkauf von Gold ergeben, zu versteuern und in der Einkommenssteuererklärung anzugeben, allerdings erst ab einem Betrag von 600 Euro. Übersteigt der Gewinn die Grenze von 600 Euro, ist der gesamte Betrag zu versteuern, einen Steuerfreibetrag gewährt der Staat nicht. Wird das Golddepot länger als ein Jahr gehalten, ist der Gewinn steuerfrei und muss nicht in der Einkommenssteuererklärung erwähnt werden.

Als Empfehlung gilt: Die sicherste Art, Gold zu erwerben, ist der Kauf von zertifizierten Barren oder bekannten Goldmünzen. Je schwerer die Münze oder der Barren, desto geringer der prozentuale Aufpreis, den man – verglichen mit dem Goldpreis an der Börse - zahlt. Gold sollte darüber hinaus nur bei seriösen Händlern gekauft werden. Onlineportale helfen, die Goldpreise verschiedener Anbieter zu vergleichen.

Die Vor- und Nachteile von Gold als Anlageprodukt

Pro
  • Wie bereits erwähnt ist die Faszination für Gold ungebrochen. Ein kompletter Wertverlust ist deshalb nahezu ausgeschlossen. Gleichzeitig ist die Menge an verfügbarem Gold beschränkt, sodass es zu keiner Inflation kommen kann.
  • Goldbarren und Münzen lassen sich relativ mühelos in US-Dollar tauschen, sodass – wenn nötig – immer Giralgeld vorhanden ist
  • Wer Gold kauft und für mindestens ein Jahr hält, der kann die beim Verkauf generierten Gewinne steuerfrei behalten. Somit sollen längerfristige Investments attraktiver gemacht werden.
Contra
  • Gold kaufen ist teuer: Seit einem Kursanstieg des Goldpreises zwischen 2000 und 2011 hat sich der Kurs pro Unze stabilisiert – auf einem relativ hohen Niveau. Zudem fallen beim Ankauf Gebühren und Zuschläge an, die das Investment unattraktiv erscheinen lassen. Für einen An- und sofortigen Wiederverkauf ist das Edelmetall nicht konstruiert, die Gebühren führen in diesem Fall oftmals zu einem Verlustgeschäft.
  • Gold halten ist teuer: Das Edelmetall wird zumeist in einem Schließfach bei der Bank aufbewahrt – und dafür fallen Kosten an. Zudem besitzen die Schließfächer eine Versicherungsobergrenze. Übersteigt der Wert der Goldbarren und Münzen diese Obergrenze, muss eine zusätzliche Versicherung abgeschlossen werden.
  • Gold birgt ein Währungsrisiko: Gold wird klassischerweise in US-Dollar gehandelt. Erst danach kann der Betrag in Euro gewechselt werden. Wertet der Dollar gegenüber dem Euro ab, so können für Anleger Verluste entstehen, obwohl der Goldpreis gegenüber dem Einkaufspreis gestiegen ist.
  • Gold bringt keine Dividende oder Zinsen. Während Aktionäre regelmäßig von Dividenden und Bankeinleger von Zinsen profitieren, besteht die einzige Möglichkeit, für Goldanleger einen Gewinn zu erzielen, darin, dass der Goldkurs steigt. Aber Vorsicht: Der Gewinn muss die laufenden Kosten für ein Bankschließfach oder eine mögliche Versicherung decken.

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