Vergewaltigungsprozess gegen Russel Brand: Jury berät über Urteil

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Brand und seine Frau Laura beim Verlassen des GerichtsBild: AFP / Brook Mitchell

Im Vergewaltigungsprozess gegen den britischen Komiker und Schauspieler Russell Brand vor einem Gericht in London hat die Jury am Dienstag mit ihren Beratungen über das Urteil begonnen. Brand wird zur Last gelegt, in den Jahren 1999 bis 2009 sexuelle Übergriffe auf sechs Frauen bis hin zur Vergewaltigung verübt zu haben. Der Ex-Mann von Popstar Katy Perry weist die Vorwürfe zurück.

Staatsanwältin Riel Karmy-Jones sagte in ihrem Schlussplädoyer vor der aus acht Männern und vier Frauen bestehenden Jury, mehrere der mutmaßlichen Opfer hätten Brand anfangs als angenehmen Zeitgenossen empfunden. "Dann war es, als hätte sich seine Persönlichkeit verändert, als hätte es einen Wendepunkt gegeben. Sein Blick veränderte sich, er rastete aus", sagte Karmy-Jones unter Verweis auf den Angeklagten.

Vor dem Londoner Southwark-Krongericht plädierte Brand in allen Anklagepunkten auf nicht schuldig und erklärte, dass er zwar früher ein promiskuitives Leben geführt habe, der Sex jedoch stets einvernehmlich gewesen sei.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Schauspieler zuvor als einen "Sexualstraftäter" bezeichnet, der mit seinen Opfern "gnadenlos, berechnend und manipulativ" umgegangen sei. Bei einer Verurteilung droht Brand eine bis zu lebenslange Haftstrafe.

Brands Anwalt Ian Winter forderte in seinem Schlussplädoyer die Geschworenen auf, dessen Verhalten und seinen Umgang mit Frauen von den gegen ihn erhobenen strafrechtlichen Vorwürfen zu trennen. Es sei "kein Straftatbestand, Frauen vor, während oder nach dem Sex unfreundlich zu behandeln", und es bleibe rechtmäßig, wenn es eine Einwilligung gebe.

Brand wurde bei den meisten Gerichtsterminen von seiner Frau Laura begleitet, die auch zu seiner Verteidigung aussagte.

Brand hatte seine Karriere als Standup-Comedian begonnen, bevor er Moderator beim Musiksender MTV und bei Reality-Fernsehserien wurde. Von 2006 bis 2008 moderierte er eine Radiosendung der BBC. Er musste nach einem geschmacklosen Live-Streich gehen, bei dem er eine anzügliche Sprachnachricht auf der Mailbox eines Schauspielers hinterlassen hatte, in der es um dessen Enkelin ging. Brand war aber auch als Schauspieler erfolgreich und spielte in einigen Hollywood-Produktionen mit.

Der Brite unterstützte früher politische Kampagnen der Linken, hat sich inzwischen aber als konservativer Guru und Verschwörungstheoretiker neu erfunden. In Onlinediensten hat Brand, der inzwischen im US-Bundesstaat Florida lebt, Millionen von Followern.