Karoline-Goldhofer-Kindertagesstätte in Amendingen eingeweiht

Ein Leuchtturm-Projekt in Memmingen

Zahlreich waren die geladenen Gäste zur Einweihungsfeier der Karoline-Goldhofer-Kindertagesstätte in Amendingen erschienen. Oberbürgermeister Manfred Schilder begrüßte nach einem kleinen Lied der Kindergartenkinder alle Anwesenden. „Die Goldhofer-Kita ist ein Leuchtturm-Projekt für Memmingen. Mit ihr wurde etwas geschaffen, das lange in die Zukunft wirken und das lange von sich reden machen wird“, betonte Schilder stolz.

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Oberbürgermeister Manfred Schilder (l.) hieß die zahlreichen geladenen Gäste bei der Einweihungsfeier herzlich willkommenBild: V. Weyrauch / Pressestelle Stadt Memmingen
„Vor dem Hintergrund des steigenden Bedarfs an Krippen- und Kitaplätzen kam der Um- und Neubau der Goldhofer-Kita gerade richtig“, meinte der Rathauschef und lobte die Weitsicht von Karoline Goldhofer-Prützel (1924-2013), die auf den Tag vor sechs Jahren verstorben war. Diese hatte in ihrem Testament verfügt, dass ihre Villa in eine Kindertageseinrichtung umgebaut werden und der Stadt Memmingen als Träger kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollte. Er dankte der Alois-Goldhofer Stiftung im Namen der Stadt für die Finanzierung dieses Projektes, den Architekten von „heilergeiger architekten und stadtplanern“ für die Planung und Ausführung und allen beteiligten Handwerkern für ihren Einsatz.
 
Mit viel Respekt vor dem Erbe von Frau Goldhofer startete 2015 der Um- und Neubau der Goldhofer Villa durch das Architektenbüro HeilerGeiger aus Kempten. Architekt Peter Geiger hob in seiner Ansprache vor allem die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Memmingen hervor, „deren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen immer lösungsorientiert mit uns gearbeitet haben“. 
 
Heute sind die drei Hauptbestandteile des Hauses, Garage, Schwimmbad und Wohnhaus voneinander getrennt, also ihre Verbindungsbauten entfernt. Somit wurden die in der Reggio-Pädagogik geforderten Gemeinschaftsflächen geschaffen, wie bei einer Stadt die Häuser die Piazza bilden. Für die hiesigen Witterungsverhältnisse konnte dies aber nicht unter freiem Himmel geschehen, daher wurde alles mit einer Fassade und Überdachung aus Polycarbonat umhüllt. Mit seinem Energiekonzept erfüllt das Haus heute bereits die Anforderungen des Klimaziels 2050. 
 
Kita-Leiterin Ursula Karst lud alle Anwesenden beim anschließenden Tag der offenen Türe dazu ein, sich die fertige Kita in Ruhe anzusehen und die vielen Elemente des Konzeptes auch in den Räumlichkeiten zu entdecken. Sie und ihre Erzieherinnen hatten über alle Räume verteilt außerdem eine Ausstellung vorbereitet, die allen Interessierten die Reggio-Pädagogik näher bringen und erläutern sollte.
 
Im Mai 2019 hatten die Erzieherinnen mit den Kindern die neue Kita bezogen und mit Leben gefüllt. Insgesamt 62 Kinder, verteilt auf zwei Kindergartengruppen (á 25 Kindern) und einer Krippengruppe (12 Kinder) können hier zukünftig betreut werden. Die Verwendung des Gebäudebestandes, ein innovatives Energiekonzept und der Einsatz recycelbarer Materialien hat ein nachhaltiges Gebäude entstehen lassen. Zudem bietet der große Garten mit seiner Vielfältigkeit den Kindern viel Platz zum Erleben und Entdecken.